[1] #Anarchie - ist das nicht schlimm - alles Chaos? Oder?
Anarchie ist eigentlich nur die Abwesentheit eines Herrschers (vs. Monarchie, Hierarchie). Anarchie ist kein Chaos, sondern braucht Regeln. Eigentlich ist Anarchie Demokratie! Schaut was ich geschrieben habe:
https://www.freitag.de/autoren/kassandra/anarchie-brauchen-wir-einen-vorgesetzten
Anarchie - Brauchen wir einen Vorgesetzten

Demokratie ist eigentlich eine Form der Anarchie, aber nicht in der Praxis. Anarchie ist die Abwesenheit von Machtstrukturen, kein Chaos, sondern braucht klare Regeln. In der Anarchie kann es auch einen ÖPNV geben, und einen Präsidenten.

Wir leben staatlicherseits heute wirklich in einer #Anarchie, nicht Monarchie, nicht Oligarchie. Wenn meine Bürgermeisterin an der Tür klingelt, oder Olaf, dann lasse ich beide herein, biete vielleicht einen Kaffee an, aber zu sagen oder befehligen haben die mir nichts. Die Regeln sind bekannt, dazu zählt auch der Steuersatz.
Anders in alten Zeiten, wenn der Fürst vom Schlosse dadroben klopft oder einfach eintrat.
Was ist mit der Polizei? Dazu schreibe ich vielleicht morgen.
Die Polizei - habe ich in meinem Artikel https://www.freitag.de/autoren/kassandra/anarchie-brauchen-wir-einen-vorgesetzten in der Anarchie ausgeschlossen. Aber stimmt das? Die Polizei darf nicht einfach so Macht ausüben, ihre Aufgabe besteht darin, zu sorgen dass sich alle an die allgemein akzeptierten Regeln halten. Ein Polizist, der aus eigenem Machtinteresse oder beliebiger Intension handelt, wird bei uns bestraft. (Nicht so in Ländern, in denen Monarchie, Oligarchie herrscht).
Das nicht alles in Theorie und Praxis übereinstimmt, ist halt so.
Anarchie - Brauchen wir einen Vorgesetzten

Demokratie ist eigentlich eine Form der Anarchie, aber nicht in der Praxis. Anarchie ist die Abwesenheit von Machtstrukturen, kein Chaos, sondern braucht klare Regeln. In der Anarchie kann es auch einen ÖPNV geben, und einen Präsidenten.

#Anarchie Am Weihnachtsfest ist das Buch "Farm der Tiere" (https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php/Farm_der_Tiere) von George Orwell auf mich gekommen. Passt genau auf dieses Thema, denn am Anfang stand "Alle Tiere sind gleich". In der weiteren Entwicklung hat aber die Intelligenzschicht das Ruder an sich gerissen und am Ende war es so wie zu Anfang: Eine Autokratie, diesmal nicht des Farmbesitzers sondern der Herrentiere. Es gibt also immer eine Gegenbewegung, die eine funktionierende Anarchie in Frage stellt.
Farm der Tiere – Weltliteratur

In "Farm der Tiere" war es recht einfach zu erklären, dass viele Tiere nicht genügend Intelligenz besaßen, das Spiel zu durchschauen. Die Schafe blökten nur wiederholt "Vier Beine gut, zwei Beine schlecht". Die Unterstellung, dass es in der menschlichen Gesellschaft eine "Unterschicht" gibt, die zuwenig Intelligenz hat, Machtspiele zu durchschauen, möchte ich NICHT teilen. Jedoch eher, dass die Mächtigen Mittel erfinden, damit ihnen das Volk nachläuft. Das hat weniger mit Intelligenz zu tun als Verführung.
Auf uns bezogen, wenn Demokratie und Anarchie ähnlich ist: Wir müssen darauf aufpassen, dass wir nicht verführt werden. Meine Devise: Alles was scheinbar sehr einfach ist (mit einer Wischbewegung das Bier oder die Pizza sich liefern lassen, was man gerade braucht), sollte man kritisch hinterfragen. Auch dem Schweinchen in der Quadratmeterbucht wird es sehr einfach gemacht, es bekommt täglich sein Futter von selbst. "Schöne neue sehr einfache Welt"
@Kassandra Finde deine Überlegungen und deine Begeisterung interessant. Als Pädagoge allerdings fällt mir auf, dass auch eine kritisch, anarchische Perspektive soetwas wie die Grundannahme des „Menschen als Gewöhnungstier“ zugestehen muss. In meinen Augen muss deshalb auch eine anarchische Perspektive Erziehung als integrales Bestandteil beinhalten. Anders ausgedrückt: auch wenn alle Tiere frei sind, müssen die Erfahrenen die Jungen an den Gebrauch ihrer Freiheit heranführen…soweit ich dazu. Lg
@Christiansurrey Absolut kein Widerspruch. Das Anarchie REGELN braucht habe ich mir selbst überlegt bzw. es kam in Freundesdiskussionen, und dann habe ich das auch woanders gelesen. Das ist emminent wichtig. Und Regeln muss man erlernen. (!) Also ran, Lehrer, macht gute Schule.