Ich hab Lust, mehr zur #VerlagsWende zu schreiben, zu forschen und zu lernen.

Aus meiner Sicht als Leser:in hab ich in letzter Zeit erkannt, das #Verlage eben nicht egal sind: zum Beispiel helfen sie mir möglicherweise, Bücher zu finden, die ich mag: wenn ich ein Buch gut finde, sind im selben Verlag vielleicht noch weitere Bücher, die mir taugen.

#Verlagswesen #Lesen #Bücher

@joachim_kreativ was steckt denn hinter dem Hashtag #Verlagswende ?

@amrunverlag

Eine tolle Frage, danke!

Erstmal nur, das da “Verkehrswende“ stand und ich das falsch gelesen hatte. :-)

Auf einer tiefere Ebene geht's bei #VerlagsWende um das was wir draus machen.
Ich denke mal ein paar Gedanken ins Blaue:
( Gerne mitdenken, ergänzen oder auch Blödsinn ansprechen - ich hab viele Ideen aber wenig Ahnung! :-) )

- Leser*innen ist es nicht mehr egal, bei welchem Verlag sie kaufen. Sie finde Lieblinge, zu denen sie eine Beziehung aufbauen.

1/4 🧵

- Das sind wahrscheinlich kleinere, vielfältigere, nieschigere/spezialisiertere (?) Verlage. Von denen gibt es immer mehr.
- Lesende kaufen auch gern direkt bei ihren Lieblingsverlagen, weil sie sich über die Geldströme Gedanken machen und diese - soweit sie können - zu sympathischen Menschen leiten wollen
- Autor*innen verzichten komplett auf Verlage. Sie machen #SelfPublishing.
- Oder: sie gründen eigene Verlage, nach ihren Bedürfnissen.
- Alleine oder mit anderen zusammen.

2/4

#VerlagsWende:

- Verlage definieren ihre Rolle neu, fragen sich: wem biete ich eigentlich was an? Wer ist meine Kundschaft? ( Die Lesenden? Die Schreibenden? Sonnst wer? )
- Verlage bringen Lesende und Schreibende zusammen, Fan-Beziehungen entstehen.
- es wird ok und normal zu hinterfragen: ist das jetzt und für die Zukunft noch das richtige? Oder ändere ich was?

3/4

- Einen Verlag gründen wird immer einfacher, darum machen es auch immer mehr - vielleicht auch erstmal “just for fun“ / weil ich es kann
- Lesende gründen gemeinsam Verlage und suchen dann Autor*innen, die die Bücher schreiben, die sie gern lesen wollen -> #ProSumer
- etwas wie eine #SoLaWi , aber für Bücher/Texte ?
- ...

#Ideen und Gedanken zur #VerlagsWende

#Konzept

4/4

@joachim_kreativ Hast du mal von der Grünen Kraft gehört?

@andrej

Nein, erzähl mir gern mehr davon, wenn du magst! ( ich kann aber auch suchmaschinen, beides ok)

@joachim_kreativ Vielleicht will ja @playinprogress auch was zu schreiben.

Ende der 70er von einem Hippiedealer gegruendet. Entstand aus dem Zine-making in und um Heidelberg.

Es gab keine schriftlichen Vertraege. Alle Rechte an den Texten blieben bei den Autor*innen. Der Verleger hat nur das Druckgut.

In den ersten Jahren gab es kein Geld fuer die Autoren. (Das musste ja erst reinkommen.) Stattdessen gab es einmal im Monat ein Fest beim Verleger mit sehr viel Essen. Immer am Vollmond.

@joachim_kreativ @playinprogress Sehr viele Geschichten, an die ich mich nicht mehr im Detail erinnere.

Natuerlich wurde auch geraub-druckt. U.a. Timothy Leary. Als er das erste Mal nach Deutschland kam, wartete der Verleger am Flughafen, gab Tim einen Briefumschlag mit mehreren tausend DMs und sagte "Btw, ich bin dein deutscher Verleger." Das wurde ne lebenslange Freundschaft.

@joachim_kreativ @playinprogress Den Verlag gibt es so leider seit einem Jahr nicht mehr. Weil der Verleger jetzt Grundsicherung braucht (und sein Gedaechtnis langsam nachlaesst), wurde der Verlag aufgeloest. Restbestaende gibt es aber noch bei ihm privat oder ueber den Synergia-Verlag.

@joachim_kreativ @playinprogress Insgesamt wurden über 350 Bücher dort verlegt. Viele zum Thema Safer Use beim Drogenkonsum ("Edition Rauschkunde").

IMO eines der besten Bücher war "Nazis on Speed", eine Drogengeschichte des dritten Reichs. Unglaublich detailiert. Kein Buch bis dahin hatte das erreicht.

Es gab aber auch ganz andere Themen: Gartenanbau, Lokalgeschichte, deutsche Kolonien...