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Daily Toot #ClimateJustice

Ablenkung statt Verantwortung
#KlimaKrise

Kommentar zur Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten am 25.12.2022

Wie gewohnt ist die Weihnachtsansprache harmonieorientiert, das Hervorheben des Positiven zieht sich fast kontinuierlich durch. Es geht im Wesentlichen um die #UkraineKrise - richtig und wichtig.

Im letzten Viertel thematisiert Frank Walter Steinmeier dann den Kampf gegen den #KlimaWandel.(ab 05:35) Und hier wird es auf mehreren Ebenen fatal.

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Zwar versucht er eine motivierende Ansprache an alle, indem er die Wichtigkeit & Dringlichkeit der #Klimakrise betont, jedoch sind die folgenden Aussagen miserabel und entpuppen sich als klare Fehlkommunikation, wenn nicht gar als Instrumentalisierung seines Amtes, zur Ablenkung von den eigentlichen, gravierenden Missständen und ihren Verantwortlichen.

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Zum Einen bleibt er ausschließlich bei der Adressierung der Individuen. Einerseits, indem er die Älteren zu ermuntern versucht, sich noch einmal zu ändern und andererseits, indem er die Jüngeren ermahnt, kritisch zu sein. Klar ist es richtig, die Bevölkerungsgruppen anzusprechen, dass es ihrer Bereitschaft bedarf, aber eben nicht, ohne die wirklichen Brandherde zu benennen.

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Die Individualisierung ist in sofern problematisch, als dass lange klar ist, dass wir die #Klimakrise nur durch entschiedene politische Regulierungen - zur Minderung der THG-Emissionen - bewältigen können. Denn wir dürfen uns keinesfalls dem Klein-klein der bis heute wirkenden BP- (& weiteren) Persönlicher-Footprint-Kampagnen unterwerfen, uns dadurch schlecht fühlen und unnötig Kapazitäten verschwenden, weil wir am Ende dennoch keinen nennenswerten Impact auf den #Klimaschutz haben.

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Auch die Ignoranz politischer Verantwortung - welche exorbitant höher ist, als die einzelner Bürger:innen - ist eine Katastrophe. Insbesondere unter Betrachtung des geringen Zeitrahmens, der zur Einhaltung des 1,5°C-Ziels noch bleibt und der Maßnahmenverweigerung der Ministerien, wäre die Benennung der Defizite - im wahrsten Sinne - überlebenswichtig.

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Hier müsste die Regierung vom Präsidenten ausdrücklich in die Pflicht genommen und unmissverständlich auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden. Das gab es in der Vergangenheit auch bei weniger relevanten Themen. Denn die herausragende Aufgabe, mit allerhöchster Verantwortung in einer Krise nie dagewesenen Ausmaßes zu agieren, ist durch ein Business as usual zum Scheitern verurteilt.

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Den negativen Höhepunkt setzt er im Nachsatz zur Jüngeren Generation.
„…kritisch zu sein, ohne der Sache des Klimaschutzes zu schaden, indem sie andere gegen sich aufbringen.“ Ist die eindeutige Botschaft an die #LetzteGeneration und ihrer Proteste. Hier erhebt er im voraufklärerischen Stil, sein Bauchgefühl zum Fakt.

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Denn die Behauptung, dass die Proteste dem #Klimaschutz schaden, ist - stand jetzt - durch mehrere Protestforschungen nicht nachzuweisen. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass von der unangenehmen und auf Missstände hinweisende Programmatik - zB Verstoß gegen Art. 22a GG - abgelenkt werden soll. Im übrigen sehr ähnlich, wie es aktuell auf einigen SPD Kanälen geäußert wird.

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Das sind starke Befunde, die einer Verweigerung angemessener #KlimaKommunikation gleichkommen. Und mir ist angst und bange, wenn selbst auf einer neutralen Position mit weitem Gestaltungsspielraum - insbesondere hinsichtlich Meinungsäußerungen - nicht mit einem Wort die vordergründigen Probleme und politischen Verantwortlichen adressiert werden.

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Stattdessen wird in ganz schlechtem Stil ein Ablenkungsmanöver inszeniert, dass die Verantwortung !einzig! an Bürger:innen delegiert und zudem das Narrativ des Schadens am #Klimaschutz befeuert.

Samuel Ziegler | @ZIGGYDROP | @ZIGGYDROP

Die Weihnachtsansprache von Bundespräsident Steinmeier

Die Weihnachtsansprache von Bundespräsident Steinmeier

tagesschau.de

@ZIGGYDROP @ZIGGYDROP

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„Auch der Kampf gegen den #Klimawandel hat nichts an Dringlichkeit verloren. Er kann nicht warten, er braucht uns alle. Ich wünsche mir, dass die älteren auch spät im Leben noch einmal bereit sind, sich zu verändern und dass die Jüngeren sich engagieren, dass sie kritisch sind, ohne der Sache des Klimaschutzes zu schaden, indem sie andere gegen sich aufbringen…

@ZIGGYDROP @ZIGGYDROP

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…Wir brauchen doch beides, den Ehrgeiz der Jungen und die Erfahrung der Alten. Denn wir alle haben doch ein gemeinsames Ziel, dass die Jüngeren nicht die letzte Generation sind, sondern die erste Generation einer klimafreundlichen Welt.“