"Vielleicht hätten die Ärzte auch einem Martin erklärt, dass er doch gut aussehe und Männerkörper mit 40 eben nicht mehr so belastbar seien. Es ist auch nicht auszuschließen, dass auch einem Martin gesagt worden wäre, er solle „nicht hysterisch werden“. Aber viele Untersuchungen deuten darauf hin, dass so etwas #Frauen öfter passiert als Männern."

https://www.riffreporter.de/de/wissen/gendermedizin-ueberblick-einfuehrung-definition-geschlechtsspezifische-medizin
@riffreporter #gendermedizin

Warum Krankheiten bei Frauen oft spät erkannt und falsch behandelt werden

Wir wissen zu wenig über den Frauenkörper und vertrauen Frauen zu wenig. Die Gendermedizin will das ändern. Ein Überblick über die Rolle des Geschlechts im Gesundheitssystem

RiffReporter
@insavandenberg @riffreporter Ein Blickpunkt hinsichtlich Medikation/klinischen Tests fehlt mir im Artikel allerdings noch: Inwieweit nehmen Frauen auch an Studien/Tests teil? Hintergrund: Ich war Probantin in einer Impfstudie. Von fast 600 Personen an diesem Standort, waren lediglich 3 Frauen im gebärfähigem Alter - zumindest wurde mir das auf Rückfrage so mitgeteilt. Vollstes Verständnis für jede Vorsicht, aber wir können nichts einfordern, wenn wir nicht bereit sind daran mitzuwirken, oder? 🤔
@cocolowres @insavandenberg @riffreporter na ja, da steht doch, dass gebärfähige Frauen von der FDA komplett ausgeschlossen wurden und es ansonsten ja zu kompliziert wäre den Hormonzyklus zu beachten. Klingt für mich so, als wäre es extremst schwer bis unmöglich daran mitzuwirken.
@taz @insavandenberg @riffreporter ja, das war in der Vergangenheit Usus. Heute versucht man allerdings diese blinden Flecken abzufangen, da die Wirkung nicht zwangsläufig umlegbar ist. Männl. Körper reagieren nicht zwangsläufig wie weibliche Körper auf Medikamentengabe. D.h. Studien müssen Frauen integrieren um Ergebnisse zu generieren, die auch für weibliche Körper verlässliche Aussagen treffen. Die Frage ist, nehmen nun Frauen auch aktiv Teil, bzw. entscheiden sie sich dafür teilzunehmen?
@taz @insavandenberg @riffreporter es war nie unmöglich, es war einfacher ohne Frauen im Studiendesign.
@cocolowres @insavandenberg @riffreporter Die FDA hat Frauen im gebärfähigen Alter komplett ausgeschlossen, das besagt der Text, nirgends eine Erklärung, dass diese Zeiten vorbei wären. Die Zyklen miteinzuberechnen macht die Studien bestimmt komplizierter und teurer, so dass man sich bestimmt nur auf das absolute weibliche Minimum beschränken wird.
Werden alte Medikamente, die bereits die Zulassung haben, neu geprüft?
@taz @insavandenberg @riffreporter alles berechtigte Fragen, aber Frauen sind nicht mehr kategorisch ausgeschlossen, soweit ich weiß, sonst hätte ich z.B. nicht teilnehmen dürfen. Frauen sind da ggf aber auch zögerlicher. Wenn wir dieses Bewusstsein in der Medizin fordern, müssen wir allerdings auch bereit sein unseren Teil zu übernehmen. Das ist mein Punkt. Oder hoffen wir das Frauen in ärmeren Ländern aus ökonomischen Zwängen den Part übernehmen? Mich interessiert, ob Frauen dazu bereit sind.
@cocolowres @insavandenberg @riffreporter Das ist eine gute Frage, ob Frauen generell nicht dafür bereit sind. Aber hieß es nicht, es seien nur kleinere Studien, die sich mit Frauen befassen? Das schränkt es schon ein.
Ganz spannend, dass du teilgenommen hast. Wie bist du darauf gekommen? Wolltest du Frauen sichtbar machen oder war es nur des Geldes wegen?
Hallo, hier die Autorin des verlinkten Textes, jetzt auch auf Mastodon :) und von @insavandenberg auf diese Diskussion aufmerksam gemacht worden. Zu euren Fragen, @cocolowres @taz: Die FDA hat die Regeln später wieder geändert. Bei Neuzulassungen sieht es also besser aus, schon seit langem zugelassene Medikamente werden aber meines Wissens nicht nachträglich systematisch darauf geprüft. Wie weit die Verantwortung dafür, dass Frauen noch immer unterrepräsentiert sind, bei den Forschenden ...

@insavandenberg @cocolowres @taz @riffreporter

... liegt und wie weit bei Frauen, die nicht dazu bereit sind, weiß ich nicht. Es ist sicher ein Zusammenspiel von beidem. Wahrscheinlich zum Teil auch der Effekt, den man auch aus anderen Bereichen kennt: Frauen melden sich tendenziell weniger, aber die Forschenden werfen sich auch nicht allzu sehr ins Zeug, um das auszugleichen.

@rutheisenreich @insavandenberg @taz @riffreporter
Ach, toll! Erst einmal herzlich willkommen! Ich werde gleich noch reinfolgen. Und danke für die Rückmeldung! Ich hoffe, es ist auch schön zu sehen, dass die eigene Arbeit einen Impact hat. Ich hab den Artikel gerne gelesen und fand ihn sehr interessant.
Bei Medikamenten am Markt, könnte man theoretisch auch auf die Beobachtungen in der Praxis setzen, wobei ich bezweifle, dass das aufgeht. Bei z.B. Impfstoffstudien wie Corona, die schnell... /1
@cocolowres @insavandenberg @taz @riffreporter
Das mit den Beobachtungen in der Praxis passiert bis zu einem gewissen Grad schon, aber es heißt halt, dass – um es ganz hart zu formulieren – Frauen, die ein eigentlich zugelassenes Medikament nehmen, als Versuchskaninchen für ein unkontrolliertes Experiment dienen. Berühmtestes (trauriges) Beispiel ist das Herzmedikament Digoxin, das die Sterberate von Herzkranken senkte. Erst Jahre nach der Zulassung kam man drauf, dass das nur für Männer ...
@cocolowres @insavandenberg @taz @riffreporter
zutrifft, während bei Frauen das Sterberisiko durch Digoxin sogar stieg.
Bei ein paar Schlafmitteln gibt es mittlerweile unterschiedliche Dosierungsempfehlungen je nach Geschlecht, weil die Wirkung sich so stark unterscheidet – das war, glaube ich, auch nicht von Anfang an so.