Vor vielen Jahren bin ich in einen Zug nach Köln gestiegen, um #Schwarzer und die Redaktion von #Emma zu treffen. Es sollte eine Gespräch zwischen unserer damals neuen Missy-Redaktion und der Emma werden. Herausgekommen ist dieses Cover, das ich bis heute als den Tiefpunkt meiner Google-Suchtreffer betrachte. Denn eigentlich hätte damals schon klar sein sollen, dass man sich mit jemandem wie Schwarzer nicht Schulter an Schulter ablichten lässt, wenn man es ernst meint mit dem #Feminismus.
Diese Geschichte habe ich im Podcast des SZ Magazins zu Schwarzer nochmal erzählt – für mich Teil der Bewältigungsstrategie. (Folge 5) https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/gesellschaft/alice-schwarzer-podcast-feminismus-e267062/
🎧 Who the f*** is Alice? Ein Podcast über Alice Schwarzer

Am 3. Dezember wird Alice Schwarzer 80 Jahre alt. Was ist nur mit ihr passiert? Ein Podcast in sechs Episoden des SZ-Magazins.

Süddeutsche Zeitung
Und just in dieser Folge lande ich jetzt wieder zusammen mit Schwarzer, denn die SZ hat es geschafft, sie zu interviewen, in der Lobby des Vier Jahreszeiten.
Es ist ein denkwürdiges Interview. Schwarzer behauptet darin Staatssekretär Sven Lehmann würde dafür bezahlt "Trans-Propaganda" zu verbreiten. Eine rechte Verschwörungstheorie, die sie ungebrochen weiterverbreitet. Diese Grenzüberschreitung geht aber fast unter, denn schon vorher im Gespräch vergleicht Schwarzer das Kopftuch mit dem Hakenkreuz - ganz bewusst. Beides seien politische Symbole von Herrschaft und Unterdrückung.
Eigentlich war mir das vorher schon klar, aber ich fand es trotzdem noch schockierend, wie weit sie sich radikalisiert hat. Weiter entfernt können zwei Personen, die sich selbst als Feministin bezeichnet, wohl kaum noch voneinander sein.
Im Podcast kommen auch noch @teresabuecker Linus Giese, Nora Eckert und einige frühere Wegbegleiterinnen zu Wort.
@ckoever I feel you. Der Tiefpunkt meiner Google Ergebnisse hat auch mit EMMA zu tun, liegt aber noch ein paar Jahrzehnte weiter zurück und ist zum Glück praktisch nicht mehr auffindbar :)
@antjeschrupp Habe auch hart daran gearbeitet, dass dieser Treffer in der Bildersuche jetzt sehr weit hinten auftaucht. Dass ich jetzt wieder so offen damit umgehe und den selbst herumtröte, ist vielleicht Teil der Bewältigung.
@ckoever Ja, Frau #Schwarzer äußert sich zuletzt sehr bedenklich und wird zu Recht nicht nur von ihren Wegbegleitenden dafür kritisiert.
Sie hat aber im Kontext ihres langen Wirkens in all den Jahrzehnten viel für den #Feminismus erreicht - auch Dank #Emma.
Es wirkt daher etwas opportun, sich so hart auch für die Vergangenheit von ihr zu distanzieren, jetzt, wo sie eh „unten durch ist“ bei den meisten.
Ganz persönlich hat sie mir mit ihrem „der kleine Unterschied“ ein entspanntes #Matcho Dasein vereitelt und mich dauerhaft sensibilisiert für gleichberechtigte Partneschaften, die meine Partnerinnen und mich glücklich gemacht haben. Dafür bin ich ihr extrem dankbar.
Aber sie ist alt und wie bei meinem Schwiegervater auch, kann man da nicht mehr viel machen oder argumentieren, sondern es gilt, weg mit der Bühne und Reichweite…
@SaschaNiedrig Ihren Mut, ihre Streitlust und auch ihre Leistungen für die Enttabuisierung von Themen wie Abtreibung bewundere ich durchaus. Aber sie entwertet ja selbst nun aktiv ihre Lebensleistung durch ihr Auftreten. Schwarzer war nie besonders offen für Ideen, die von ihren abweichen. Und keine, die sich hinterfragt. Das war in bestimmten Situationen sicher von Vorteil. Jetzt wird es ihr eher zum Verhängnis.

@ckoever ein bisschen liebe ich den Bildausschnitt ja dafür, dass er unfreiwillige Komik liefert mit der ersten Zeile der Singles auf der Suche nach Liebe.

Danke ansonsten für den Thread. Es ist eine schwierige, ambivalente, double bind-gefüllte Beziehung, die Schwarzer aufmacht. Die WTF-Momente sind unübersehbar geworden, u.a. "Ich dachte, nur ein Mann darf sie nicht anfassen." (2019), das feministische Du mit (gegen) Margarete Stokowski (2019). Steuern. Revierverhalten pur.

@ckoever Da wird eine kämpferische Agitation an den Tag gelegt, als sei noch 1977. Träume vom Fortbestehen der damaligen Bewegung und kraftvollen Abgrenzung. Keine Schwarzer-alleinige Sache. Auch die älteren Lesben finden sich und einige jüngere Mitstreiter*innen in ihrer AnitTrans-Agitation derart zusammen. Dazu Feminist*innen aus dem Mittelbau (wie es in hierarchischen Strukturen und der Feminismus à la Schwarzer & Co ist imho eine), wie Rona Duwe und Christine Finke.

@ckoever Die EMMA ist das größte Pfund das sie haben und der Nimbus um Schwarzer. Dass.alle, die sich wenig bis gar nicht mit Feminismen und den Zielen und Themen beschäftigen darauf ausruhen, sich diese Prominenz anzuschauen.

Die AntiTrans-Bewegung sind 17 TERFs unter 36 Trenchcoats und ein Zentralorgan.

@ckoever Dass #vonvonStorch die Aussage kam, dass sie sich als parlamentarischer Arm dieser Feminist*innen versteht, verwundert nicht. Für Schland war und ist der Matchplan, weniger auf die religiösen Fundamentalist*innen zu setzen, sondern diese mit dem Feminismus-Label versehenen Stimmen zu stärken und die queere Communities oder zumindest die lesbischen Zusammenhänge zu spalten. (Ein echter Zugewinn für rechte, völkische/white-sipremacist Strategien.)