1968 : Club of Rome gründet sich.

1970er : Der Klimawandel kommt !

1980er : Die Daten der 70er sind korrekt. Der Klimawandel kommt wirklich !

1990er : Müssen nun handeln !

1992 : Klimagipfel Rio

1997 : Kyoto - Vereinbarung

2000er : Wird eng !

2010er : Müssen jetzt echt handeln !

2020er : Klimakatastrophen mehren sich !

2022 : Hä? Warum kleben sich Klimaaktivisten auf die Straße❓

@florianschlund @isotopp Der Club Of Rome behandelte in erster Linie die Rohstoffvorräte der Erde, Klimawandel ist allenfalls als vage Möglichkeit erwähnt.

Und in den 80ern zeigte sich dann: Es gab viel mehr Öl als gedacht, ebenso entwickelte sich die Lebensmittelproduktion anders.

Das ist eben die Erfahrung, auf die sich Leute stützen, die naiv auf die Anpassung der Menschheit hoffen wollen.

https://collections.dartmouth.edu/ebooks/meadows-limits-1972.html

The Limits to Growth

@publictorsten @florianschlund @isotopp Es mag sein, dass Leute, die die Grenzen des Wachstums oberflächlich gelesen haben darüber vielleicht So denken wie Du es schilderst. Aber eigentlich hat das Buch wie der Titel schon sagt, recht ausführlich beschrieben: Es gibt mehrere Grenzen für Wachstums. Wir werden sie früher oder später erreichen. Wachstum ist ein Problem.
Grafik zum CO2 von Seite 60 Des Buches, vergliechen mit tatsächlichen Werten.

@herdsoft @florianschlund @isotopp Es gibt durchaus auch Leute, die Volkswirtschaftslehre inklusive Ressourcenökonomie und Wirtschaftsgeschichte studiert haben und deshalb wissen, was 1972 in den Grenzen des Wachstums stand.

Wenn man auf die Wissenschaft hören will, hilft ein akademisches Studium manchmal.

@publictorsten @florianschlund @isotopp Ich hatte vor Jahren ein Gespräch mit einem studierten Volkswirten und das hat mich genau dazu gebracht, das alte Buch wieder zu kaufen und es erneut zu lesen: Sie redeten damals von *mehreren* Grenzen des Wachstums. Im Hauptszenario sind des die Rohstoffe, die das Wachstum begrenzen. Wenn aber mehr Rohstoffe vorhanden sind als geschätzt, dann bricht das Wachstum einige Jahre später wegen Umweltverschmutzung (So nannte man damals auch CO2) zusammen.

@publictorsten @florianschlund @isotopp Sie haben auch schon verschiedene Szenarien betrachtet um abzuschätzen, wie sehr das Gesamtergebnis von der Genauigkeit der Annahmen abhängt und festgestellt, dass die Abhängigkeit nicht so groß ist.
Ich hab übrigens Regelungstechnik studiert, mit viel Kybernetik und so.

Wenn man auf die Wissenschaft hören will, hilft ein akademisches Studium manchmal. Insbesondere ein Naturwissenschaftliches.

@publictorsten @florianschlund @isotopp Sie haben auch damals schon erkannt, dass eine Verringerung des Schadstoffausstoßes eines Prozesses umso schwieriger wird, je mehr man bereits für die Verringerung des Schadstoffausstoßes getan hat.

Bei Autos z.B.: Also Katalysatoren waren noch recht einfach und billig. Ca. Faktor 10. Elektro-Autos sind schon viel Problematischer. Wie man das Mikroplastik aus dem Reifenabrieb in den Griff kriegen soll ist im Moment nicht klar.

@publictorsten @florianschlund @isotopp Naturwissenschaftler wundern sich oft über den Input der Wirtschaftswissenschaftler zum Thema Klimaschutz. Schellnhuber hat da z.B. in "Selbstverbrennung" was dazu geschrieben. Oder hier:
https://krautreporter.de/4041-klimakrise-hatten-sich-okonomen-nicht-eingemischt-waren-wir-zwanzig-jahre-weiter
Klimakrise: „Hätten sich Ökonomen nicht eingemischt, wären wir zwanzig Jahre weiter“

Regierungen haben den Klimawandel jahrzehntelang unterschätzt – weil sie sich vor allem von Wirtschaftswissenschaftlern beraten lassen, sagt der Ökonom Steve Keen.

Krautreporter

@herdsoft Naturwissenschaftler haben ja etwas, wovon andere nur träumen können: Laborbedingungen.

Volkswirtschaftler müssen zum einen damit klar kommen, dass sie eigentlich nichts sicher steuern können.

@herdsoft Wenn Du 1972 mit einem Vorschlag kamst: "Wir müssen mit Ressourcen haushalten", dann hat Dir ja grundsätzlich zwei Drittel der Welt gar nicht zugehört. Die Sowjetunion hatte ihre Fünfjahrespläne. China musste die Hungerzeit überwinden.
@herdsoft Und im Kapitalismus kamen dann schnell andere Kalküle: Wenn Erdöl knapp wird, wird es ja auch teurer. Hey, Gewinne! Und wenn eine Nation drauf verzichten wollte, hätten es alle anderen gemacht.

@publictorsten Von Klimaerwärmung und Artensterben haben wir heute gesichertes Naturwissenschaftliches Wissen über das Risikopotential.

Aber die Wirtschaftswissenschaftler haben leider keine vergleichbare Erkenntnis erarbeitet.

@publictorsten Wenn ich mir Niko Paech oder "Das Ende des Kapitalismus" von Ulrike Herrmann anschaue, dann wirkt mir das nicht ausgereift, um mit diesen Thesen eine ganze Weltwirtschaft zu steuern. Wo jeder Fehler Millionen von Menschen das Leben versauen kann.

Wo gibt überzeugend ausgearbeitete Konzepte, die über ein bisschen CO2-Bepreisung hinaus gehen? Die Wirtschaftswissenschaften haben da enttäuscht.

https://www.youtube.com/watch?v=1rYKIoG5mAs

Ulrike Herrmann - Das Ende des Kapitalismus

YouTube

@herdsoft Das ist der Grundirrtum: Die Wirtschaftswissenschaften steuern die Welt nicht. So wie der Physik die Grand Unified Theorie fehlt, fehlt der Volkswirtschaft der große Steuerer. Der größte Teil der Arbeit ist zu erklären, was eh schon passiert.

Dass es überhaupt Wachstumsgrenzen gibt und was sie sein mögen, ist hingegen das klassische Thema der Volkswirtschafslehre.

@publictorsten Regelungstechnische Theorien steuern auch keinen Antriebsmotor, aber nach diesen Theorien kann man einen Regler bauen.

Der IPCC fasst sehr gut die im WG I Report naturwissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel zusammen. Er beschreibt in WG III, welche Techniken wir benötigen, um das Problem zu lösen.

Aber wo sind ebenso fundierte Erkenntnisse, welche Wirtschaftspolitik benötigt wird, damit das auch erreicht werden kann?

@herdsoft Dir ist nicht aufgefallen, dass beim IPCC Wirtschaftswissenschaftler mitarbeiten?
@herdsoft Wir sind hier ziemlich vom Hölzchen aufs Stöckchen gekommen. Mein simpler Punkt war: Der Club Of Rome ist nicht das IPCC. Die 70er sind nicht die 90er.

@publictorsten
Klar, die "Grenzen des Wachstums" waren ein innovativer früher Zwischenschritt, den man wegen der geringen Erkenntnistiefe leicht beiseite schieben konnte. Anders als die IPCC-Berichte, die auf hunderttausenden von Mannjahren Forschungsarbeit basieren.

Aber die Wirtschaftswissenschaften hätten das Thema viel ernster nehmen sollen. Vielleicht hätten wir dann jetzt bessere Erkenntnisse.

@herdsoft Ich beende das hier jetzt und hinterlasse einen simplen Fakt: Der Gründungspräsident des Club of Rome hat Ökonomie studiert und war Unternehmer.

@publictorsten Ja. Sie arbeiten mit. Aber ich vermisse überzeugende Antworten.

Ottmar Edenhofer schreibt z.B. in "Klimapolitik" so in etwa, dass einige meinen, dass der Verzicht auf Wachstum die Lösungen erleichtern würden. Er selbst glaube das aber nicht, weil es ohne Wachstum noch schwieriger würde, die unvermeidlich auftretenden Schäden zu beheben.

Das DICE-Modell wertet zukünftige Schäden in 500 Jahren 1:26.000.000 ab, weil 3 % Wirtschaftswachstum über 500 Jahre als realistisch gelten?

@herdsoft Ich vermute, Du hast da einen ganz simplen Denkfehler, indem du Wirtschaftswachstum mit CO2-Ausstoß gleichsetzt. Aber das hat nun überhaupt nichts mehr mit dem Thema hier zu tun.

@publictorsten William Nordhaus erhielt den Wirtschaftsnobelpreis für sein DICE IAM-Klimamodell und Naturwissenschaftler schütteln den Kopf darüber...

"'It is simply not aligned with climate science,' said Johan Rockstrom, director of the Potsdam Institute for Climate Impact Research in Germany."

https://www.buerstaedter-gruene.de/2020/05/31/schaden-je-tonne-co2/

Schaden je Tonne CO2 (Social Cost of Carbon) - GRÜNE Bürstadt

Schaden je Tonne CO2 (Social Cost of Carbon) - GRÜNE BürstadtCO2-Emissionen heute werden für jahrtausende Schäden verursachen. Die Bewertung der zukünftigen Schäden ist wesentlich für die Bestimmung einer angemessen CO2-Steuer. 180€ je Tonne sind da eher das Minimum.

GRÜNE Bürstadt

@[email protected] willst wirklich einen Grabenkampf Naturwissenschaften gegen Soziologie, Politologie, Ökonomie und Co?

Die simple Wahrheit ist: Du brauchst beides. Oder wenn wir das unnötige Lagerdenken weglassen: einen ganzen Strauß an Wissenschaften. Du brauchst sogar Betriebswirte, um Windräder zu bauen.

@herdsoft @publictorsten @florianschlund @isotopp Hier sind maßgeblich die willentliche Reduktionvon Parametern das Problem. Nur weil die Einflüsse einer sich verändernden Ökologie nicht betrachtet werden, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt. Produktionsrisiken aufgrund von Starkwetterereignissen nehmen zu, genau so, wie Transport darunter leidet. Kosten steigen, weil Klimatisierung bezahlt werden muss. Versicherungen steigen...