Liebe Leute, ich werde hier meinen Thread zu Ökofaschismus rüber kopieren. Ausgangspunkt ist dieser Auftritt von Frau Schneider bei Meischberger, wo sie meint statt Klimakrise bekämpfen soll man sich anpassen. Das ist ein Problem. Ich erkläre warum https://twitter.com/maischberger/status/1595177844425953280?s=46&t=RWaMNZnqnf1JBHmlXoR_Vg
Maischberger on Twitter

“„Ich denke mir: Ist es vielleicht die falsche Herangehensweise, den #Klimawandel in erster Linie zu bekämpfen“, so die Chefreporterin der @Welt @A_nnaSchneider. Man müsse schauen, ob eine „Anpassung an den Klimawandel“ nicht sinnvoller sei. #Maischberger @DasErste”

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Es musste so kommen. Die Klimakatastrophe als “unvermeidlich” akzeptieren ist ein qualitativ wichtiger Schritt. Von “naja wird nicht so schlimm” zu “Huch, jetzt ist es so” geht es schnell. Das ist gefährlicher als es scheint und öffnet ein Einfallstor für die extreme Rechte. Kurzer Exkurs
Frau Schneider erklärt, dass die Bekämpfung eine Sackgasse ist und man sich jetzt lieber auf Anpassung konzentrieren soll. Sie kreiert damit eine falsche Dichotomie. Als ob nur eines ginge, als ob nicht beides längst passieren würde. Darum geht es nicht, sondern, das zeigt die seltsame Obsession mit Luisa Neubauer, es geht darum jene zu diskreditieren, die die Klimakrise bekämpfen. Der Subtext ist: die bringen nix weiter, wir brauchen jetzt realistische Antworten statt diesen Träumern. Ich hab die Lösung.
Was bedeutet es aber die Klimakatastrophe als “unausweichlich” zu akzeptieren und den Fokus auf Anpassung zu setzen? Nun, ich kann eine Vorschau geben was es politisch für die extreme Rechte bedeutet - es ist nämlich genau das Einfallstor, das sie brauchen.
Die extreme Rechte hat kein tragbares Konzept zur Bekämpfung der Klimakatastrophe. Nichts. Es passt nicht in ihre Ideologie. Kein Bezug, kein Konzept. Vor ein paar Jahren habe ich was dazu geschrieben. https://www.moment.at/story/warum-sind-rechte-fuer-umweltschutz-aber-gegen-klimaschutz
Leugnung und dann die Relativierung sind also die Strategien. Gibts nicht, ist nicht so schlimm, hat es immer gegeben. Und der Gegenangriff gegen die, die was machen. Klima-RAF und so weiter. Soweit, so bekannt. Diese Position ist aber mit fortschreiten der Krise nicht zu halten.
Warum sind Rechte für Umweltschutz aber gegen Klimaschutz?

Was Umweltschutz für jemanden bedeutet, hat mit seiner politischen Haltung zu tun. Für Rechtsextreme hat es mit ihrer Idee vom Volk zu tun.

Moment.
Das bringt sie in eine Zwickmühle, weil ernstliche Bekämpfung der Klimakatastrophe wurde ein globales Denken voraus setzen und würde bedeuten erst auf die besonders betroffenen Gebiete im globalen Süden zu schauen. Und Prioritäten ändern. Das geht nicht zusammen.
Also wird Folgendes gemacht: die Klimakatastrophe wird als unausweichlich akzeptiert und sogar affirmiert. Dieser Strang des Neofaschismus nennt sich “Ökofaschismus” (jaja ich weiß, im Deutschen gern als Diffamierung gegen Klimaschützer verwendet)
Dieser Ecofascism will nicht die Klimakatastrophe bekämpfen, sondern ihre Auswirkungen autoritär und faschistisch bewältigen. Die ideologische Legitimation: metaphysische Aufladung der Natur. Natur als Wert an sich. Der Mensch nicht als Teil der Natur, sondern als “Parasit”.
Dementsprechend ist es in diesem Denken gar nicht schlecht, wenn “die Natur sich wehrt” und die Menschen los wird. Hier gibt es eine Obsession mit Geburtenraten und Überbevölkerung. Es geht darum, dass es unausweichlich ist, dass viele Menschen sterben, es geht nur darum wer.
@Natascha_Strobl ja, ein teil der natur und in der vergangenheit sogar alles andere als schädigend: https://www.youtube.com/watch?v=gVl_em25nDo
12000 Years of Human History Show Surprise Effects on Nature

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