Ich finde die Diskussion so ermüdend: „Kann Mastodon Twitter ersetzen“? Natürlich ist die Antwort: „Nein“. Und gleichzeitig „Ja“. TikTok hat Facebook nicht ersetzt. Blogs haben das Usenet nicht ersetzt. Roblox hat Lego Mindstorm nicht ersetzt.
Alle paar Jahre wird die Plattform, die uns im Netz einen Anker gab, verschwinden. MySpace war eine Heimat für sehr viele Menschen. Reddit ist eine. Gibt es Knuddels eigentlich noch? Und erinnert Ihr Euch noch, als OkCupid nicht zu Match dot com gehörte?
Der Wechsel von einer zu der nächsten Plattform hat Gründe. Wir sind keine Teenager mehr. Wir brauchen Kontakte, die uns neue Jobs vermitteln. Und irgendein Irrer hat Webstreaming erfunden, obwohl wir erst gestern noch 56K-Modems hatten.

Dass es mit Twitter so schnell zu Ende zu gehen soll, scheint außergewöhnlich. Die Plattform erfüllt noch zahlreiche soziale Funktionen.

Aber sie ereilt das Schicksal, das viele Zeitungen ereilt hat: Jemand hat sie auf Kredit aufgekauft und die müssen abbezahlt werden.

Es ist ungerecht. Wir haben Freundschaften gefunden. Wir haben unser Leben darauf eingerichtet, dass diese Quelle nicht versiegt. Und wir haben "Clout", eine Masse an Followern, die wir nicht mehr wirklich kennen oder kontrollieren, die aber Geld wert ist.
Sollte Twitter zusammenbrechen – und das ist alles andere als sicher – müsst ihr die Arme ausstrecken. Greift die Verbindungen, die Euch wichtig sind. Und versucht, neue Verbindungen zu schaffen. Nehmt Leute mit, die nicht mehr die Energie haben.
@publictorsten ich vermisse die guten alten Dialup-Zeiten.
@publictorsten und Bügelperlen ministeck nicht. 😜