Kinder in #Computerspiele / #games einführen?! Drei Fragen u.a. ans #fediLZ zu Euren Erfahrungen:

a) Ab wann sinnvoll?

b) Gibt es bewusste Möglichkeiten zur Prävention späterer Spielsucht? Kritisch sehe ich Begrenzung auf z.B. 30 min täglich, weil das triggert hohe Erwartung an den nächsten Tag. Alternative: Seltener so lange spielen lassen, bis die Lust erlischt?! Klappt das?

c) Gibt es zu dem Komplex empirische Forschungen?

Wer weiß mehr? @fantastischeantike oder @LHaasis

@pallaske
a) ab sofort
b) halte ich nicht für zentral
c) keine Ahnung
Wichtig wäre für mich, das Spielen an sich zu thematisieren und Videospiele nur als eine Form des Spielens zu verstehen. Dann aber bei Videospielen tatsächlich das Spiel untersuchen und nicht anhand des Spiels Medienkritik aufbauen. Zugriffe auf dafür notwendige Konzepte --> im Link: https://www.ludologie.de/
Ludologie

Institut für Ludologie

@pallaske
Ich habe keine Ahnung was Sinnvoll ist.
Aber würde mal schreiben wie ich es machen würde bzw denke am besten ist. Erstmal warten bis das Kind damit selber ankommt. Dann je nach Alter eine Nintendo Switch und was man zusammen spielen kann.
Feste Maximal Zeit finde ich glaub nicht Sinnvoll. Wenn ich an mich denke, hatte meist eh nie mehr als 1h am Stück Lust.
Ansonsten beobachten das es nicht ausartet. Aber meine damit nicht spionieren und so ein Unfug.
Wäre zumindest so meine Idee.

Naja und je nach Alter halt erst die Hausaufgaben machen, weil danach hat man auch eigentlich nie Lust mehr dazu.

Da die meisten Eltern inzwischen mit Games aufgewachsen ist, kann man später auch andere Spiele zusammen zocken 😁

@pallaske @fantastischeantike @LHaasis
Und ich habe mal eine präsi für einen WS erstellt, die das grundlegende problem ein wenig zusammenfasst. vielleicht hilfts dir, auch wenn ich schamesrot ob der versprecher in der ecke sitzen beibe :) https://youtu.be/R-iIoS_ML3Y
Videospiele - das vergessene Medium

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@pallaske @fantastischeantike @LHaasis

Ich habe keine empirische Forschung nur drei Kinder im Alter zwischen 11 und 19.

Wir sind immer im Gespräch geblieben, haben immer begleitet - gerne auch mitgespielt.
Wir haben immer erklärt, warum es so ist, wie es ist. Warum wir nicht unbegrenzt spielen lassen und nicht alle Spiele.

Tägliche kurze Zeit Begrenzungen können schwierig sein. Mitten im Boss-Kampf oder Basketballspiel möchte ich auch nicht abbrechen müssen.

@pallaske @fantastischeantike @LHaasis

Dann muss man individuelle Regelungen finden.
Wir haben gute Erfahrungen gemacht. Alle "zocken" hier gerne. Aber es gibt kein Suchtverhalten. Es ist für uns kein "Stressthema" und war es wirklich nur in sehr, sehr kurzen Phasen.

@pallaske @fantastischeantike @LHaasis Meine Erfahrung als Mutter inzwischen erwachsener Kinder und Lehrerin einer sehr spieleaffinen Altersgruppe (meistens Klasse 5 bis 7) sagt, dass es am wichtigsten ist, dass die Spielewelt nicht alles ausfüllt. Wir haben als Eltern immer darauf geachtet, dass die Kinder auch noch Sport machen, in Vereinen sind und sich mit Freunden treffen. Abends hatten wir eine Zeitbegrenzung und wir wussten, was sie spielen.

@pallaske @fantastischeantike Viel spannendes Feedback zu Deiner Frage zu Games & Suchtprävention. Ich denke seit dem #DED22 auch über unsere Diskussion nach. Werde mich im Arbeitskreis bei uns umhören.

Vielleicht wissen @MightyKuWi
@hekabeohnename @niconolden schon direkter Rat?

Ein sehr guter Artikel - mit Verweis auf Studien - findet sich hier - gesamte Page ist fantastisch:
https://www.bpb.de/themen/kultur/digitale-spiele/504556/exzessives-spielen-und-abhaengigkeit/

Oder wir fragen beim FV Medienabhaengigkeit an?

#Suchtprävention #Games #Schule #FediLZ

Exzessives Spielen und Abhängigkeit

Digitale Spiele faszinieren und haben Potenzial. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich Spielen aber auch zu einer Abhängigkeit entwickeln. Für die Diagnose wurden weltweit Standards etabliert.

bpb.de
@LHaasis @pallaske @fantastischeantike @MightyKuWi @niconolden Alles nicht meine Themen, ich würde aber Abhängigkeit und Bildschirmzeiten trennen, das sind imho unterschiedliche Themen, bei denen es jeweils auch aufs Spiel ankommt. Aber beim Thema Abhängigkeit etc. hat vielleicht @gamepsychologe aus psychologischer Richtung etwas auf dem Schirm.

@pallaske @fantastischeantike @LHaasis

Gerade haben wir das Thema in einer Fortbildung der Hamburger Arbeitsgemeinschaft Gesundheit behandelt. Ich muss zugeben, mich überzeugt vieles an der Sucht-Definition nicht. Inflationär wird der Begriff auf Gaming angewandt, seit der Psychologische Verband die Definition einfach aus Glückspiel ableitete.

Eine Studie der DAK zusammen mit dem UKE Hamburg untersuchte das Phänomen: https://jugendhilfeportal.de/artikel/gaming-social-media-corona-praeventionsoffensive-mediensucht-2020

Gaming, Social Media & Corona: Präventionsoffensive „Mediensucht 2020“

Eine Studie des Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf attestiert 10% der 10- bis 17-jährigen ein ein riskantes Spielverhalten sowie 8% eine riskante Nutzung sozialer Medien. Sie zeigt auch: Während des Lockdowns nahmen die Gamingzeiten um 75 Prozent zu. Die DAK hat daher eine Online-Anlaufstelle Mediensucht eingerichtet und startet gemeinsam mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte ein Mediensuchtscreening. Gleichzeitig startet eine Präventionskampagne der Bundesdrogenbeauftragten.

@pallaske @fantastischeantike @LHaasis Selbst wenn man die kruden Sucht-Definitionen zugesteht, hat sich selbst in deren Auffassungen das auffällige Gaming-Verhalten nur unwesentlich erhöht. Mehr als 70 % zeigen sogar unter Corona-Bedingungen ein unauffälliges Verhalten. Entscheidend ist immer, dass es einen Leidensdruck auf die Person ausüben muss und dass es über längere Zeit anhaltendes Verhalten ist.

@pallaske @fantastischeantike @LHaasis Es kommt hinzu, dass ein natürlicher statistischer Effekt ist, dass seit der Aufnahme von Gaming Disorder in die Anamnese diese psychische Abweichung auch vermehrt diagnostiziert wird. Eine Steigerung also auch darauf zurückzuführen sein dürfte.

Ich würde vielleicht aus diesen Unstimmigkeiten eine Unterrichtseinheit machen. Ab wann würdet ihr etwas als auffällig bezeichnen? Wann wäre es für euch eine Sucht?