Historisch gesehen ist eine 40h-Woche für einen Mann ausgelegt, der eine Vollzeit-Hausfrau hat, die sich quasi unbezahlt um den Rest kümmert. Wenn also Frauen das Gefühl haben sie machen irgendetwas falsch, weil sie das alles kaum mehr packen, sei gesagt: Liegt nicht an dir, liegt am System.
@joanalistin wann, und mit welchen fadenscheinigen Argumenten wurde die Arbeitszeitverkürzung für alle bei 40h/Woche beendet?
Technischer Fortschritt und Maschinen müssten die von Menschen zu leistende Arbeitszeit asymptotisch gegen Null gehen lassen um alle für ein gutes Leben benötigten Waren und Dienstleistungen bereitstellen zu können
🤔 maximaler Gewinn und Kapitalallocation in den Händen von einigen Wenigen? Ist es das?
@geraldkainz Verlust der Macht von Gewerkschaften, gute Lobbyarbeit der Wirtschaft bei der Politik und eine Entsolidarisierung der Gesellschaft. Entfremdete Menschen wehren sich nicht.
@joanalistin ich vermute das sitzt sogar tiefer - Max Weber hat das Mind Setting schon 1905 beschrieben
👉
das führt dazu, dass Lösungen die das Problem beseitigen könnten von den Betroffenen als „ungerecht“ empfunden werden - weil „du sollst dir dein Brot im Angesicht deines Schweisses verdienen“
@joanalistin @geraldkainz Gewerkschaften. Hab ich nicht in guter Erinnerung. Ich durfte mal über eine Konferenz berichten, deren Motto lautete: "Gutes Geld für gute Arbeit". Da ging es ausschließlich um Quantität, nicht Qualität, schon gar nicht um so Störfaktoren wie Klimapolitik. Wo es immer nur um noch mehr Geld geht, wird niemand wirklich den Wunsch nach Reduzierung der Arbeitszeit verstehen. Auch wenn da gelegentlich eine Frau an der Spitze steht, es sind Männervereine.
@klimagarten @geraldkainz Gewerkschaften waren historisch gesehen für Arbeitszeitverkürzungen verantwortlich. Ihr Erfolg in der Sache ist ja in den letzten Jahrszehnten endend wollend. Daher wird es wohl an anderes System auch hier brauchen.
@geraldkainz @joanalistin Statt die Stunden zu reduzieren, erhöht man die Löhne. (Ein Bisschen. Man steckt auch viel in die eigene Tasche). So können die Leute sich mehr Ramsch kaufen, der ebenfalls produziert werden muss, was wiederum mehr Produktivität nötig macht. Damit sie den Ramsch wollen, braucht man Reklame, die auch produziert werden muss, was eine ganze Branche hervorbrachte. So hält man immer mehr Menschen in Vollzeitarbeit und "verbrennt" die steigende Produktivität direkt wieder.

@geraldkainz @joanalistin Dort gibt es eine ganz nette Grafik über die Entwicklung von Produktivität ud Arbeitszeit:
https://www.moment.at/story/wir-werden-immer-produktiver-und-koennten-die-arbeitszeit-verkuerzen

Und dort ist ein Statista für die Entwicklung von Produktivität und Löhnen:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/249537/umfrage/historische-entwicklung-von-produktivitaet-und-realloehnen-in-deutschland/

Wir werden immer produktiver und könnten die Arbeitszeit verkürzen

Die steigende Produktivität spricht für eine Verkürzung der Arbeitszeit

Moment.
@joanalistin Heute erst wieder mich gefragt, was ich falsch mache 😣
@LadySeifenblase Frauen suchen oft die Schuld bei sich.
@joanalistin "liegt nicht an dir, liegt am System" ist generell ein gutes mantra :)
@SeverinBang Selbstverantwortung ist manchmal das Feigenblatt der Ausbeutung.
@joanalistin "selbstverantwortung" scheint in letzter zeit auf vielen ebenen eine fette redflag zu sein...
@SeverinBang Klar, seit der Pandemie nochmal eine andere Dimension das Wort.
@joanalistin Abselut. ich mein, was heist es denn Politik der "eigenverantwortung" zu machen? eigentlich heist das doch "gesetze sind unnötig"... was ein quatsch
@joanalistin nice, dass hier nochmal Powertweets raugekramt werden 🙌
@simsalabims Es sind Produkte von mir die ich lediglich auf einen neuen Markt relaunche. Macht jede gute Marke so mit ihren Bestsellern.
@joanalistin finde ich absolut legitim.
@joanalistin im Grunde ganz richtig. Es trifft aber auch Jungs, die zu Hause mit anpacken. Seit unser zweiter Zwerg da ist, versuche ich so gut ich kann, zu unterstützen.
Was letztendlich bedeutet, dass ich meistens noch nachts arbeite und wir gemeinsam auf dem Zahnfleisch gehen...
@joanalistin das ist egal ob man Mann oder Frau ist. Als Single geht sich das nicht aus. Irgendwas bleibt halt liegen. In meinem Fall ist das meist die Hausarbeit. Auch Essen selber kochen ist bei mir im Zeitbudget eigentlich nicht drinnen. Es wird halt dann Take away oder so.

@joanalistin
"Was hat der Feminismus uns Frauen gebracht? Nun müssen wir beides erledigen - Haushalt UND Job."
So die Aussage einer Anwältin gestern im Gespräch, die aus besagten Gründen nun für ein Jahr kürzer tritt - was schwierig ist, da man in der Hierarchie abfällt.

Mietpreise wurden nicht leistbarer, oft MÜSSEN beide arbeiten gehen.

Zeit für Beziehung oft Null.

Zeit für Kinder oft Null. Dafür diskutieren wir ja Ganztagsschule.

Warning: Es geht hier nicht um "Frau zurück an den Herd"!

@joanalistin Das dümmste 'Argument", wenn man mit speziellen Menschen über weniger Wochenstunden oder gar #bedingungslosegrundeinkommen diskutiert ist dann: 'dann langweilen sich die Leute ja, die wissen sich ja gar nicht zu beschäftigen"  
@joanalistin und bei einer 35h Woche ist der Mann gerade so viel Zuhause das er die Kinder ins Bett bringen kann.
@joanalistin dazu einer meiner lieblings @daskritzelt , den ich irgendwann mal illegal runtergeladen hatte:
@lost_in_chaos @daskritzelt Von wann ist diese Zeichnung? Mein Originaltweet war vom 2. Oktober 2021 und hatte am Ende fast 30,000 Likes. Wunder mich ob die Zeichnung davon inspiriert ist. Ich kenne sie auf jeden Fall nicht.
@joanalistin @daskritzelt …ich hab sie schon am 16. Februar 2021 runtergeladen (und seit dem liegt sie auf meinem Desktop!), aber daskritzelt wird die Entstehungsgeschichte vielleicht noch erinnern?
@lost_in_chaos @daskritzelt Man sagt ja "Great Minds Think Alike". Wenn man etwas reflektiert kann man schon auf diesen Umstand schon selber kommen. Hier auf jeden Fall der Originaltweet von damals. https://twitter.com/Joanalistin/status/1444364966866391044
Joanalistin on Twitter

“Historisch gesehen ist eine 40h-Woche für Mann ausgelegt der eine 100% Hausfrau hat, die sich quasi unbezahlt um den Rest kümmert. Wenn also Frauen das Gefühl haben sie machen irgendetwas falsch weil sie das alles kaum mehr packen sei gesagt: Liegt nicht an dir, liegt am System.”

Twitter
@joanalistin heißt selbst eine 4-Tage-Woche hat einen Denkfehler.
@hannestschuertz Ja, wenn man damit 4 x 10 Stunden meint schon.
@joanalistin Gut zusammengefasst! 👍
@deanstheatre Danke. Nicht umsonst hat dieser Spruch auf Twitter fast eine Reichweite von 1 Million Views. Ging recht viral damals mit rund 28.000 Favs und über 4.000 Retweets.
@joanalistin oder auf Großfamilien in denen Geschwister miterziehen. Interessant sind an der Stelle auch die Rolle der Industrie:

@joanalistin Gilt für Männer, die das selbe Gefühl haben, weil sie sich gleichberechtigt um den Rest kümmern natürlich ebenso.

Historisch war eher 8h-Tag bei 6-Tage Woche. Da sind wir aber auch wieder, wenn es wegen zu geringem Mindestlohn nebenbei noch einen Minijob braucht.

@joanalistin Also eigentlich braucht es eine 20h-Woche bei vollem Lohn.

@joanalistin

Ich war immer berufstätig mit Kind und Mann. Die Einzige die sich Stress machte war ich mir selbst.
Auf der anderen Seite ist eine 40 Stunden Woche um sein Leben finanzieren zu können und noch Zeit für sich zu haben manchmal nicht mehr zeitgemäß. Vorallem wenn mann noch 10 Stunden auf der Autobahn oder Zug verbringt.

Wir müssen anfangen anders zu denken und anders zu arbeiten.

#ärbeit #worklifebalance

@joanalistin Danke! Das spricht mir aus der Seele... ich bin EM-Rentner, meine Frau arbeitet voll, dennoch ist da eine beliebete Kommunikation: "ich muss noch da Bad putzen, sonst...". Mein Einwand, das sie ja voll arbeite und dafür eine Reinigungskraft von der Krankenversicherung da sei, kommt nicht an. "Mein Vater hat ja auch..." Nein, dein Vater hatte deine Mutter, die sich um Wohnnung und Kinder gekümmert hat. Aber das war ja keine "echte" Arbeit. Das Gift wirkt.
@joanalistin
Dieses Modell hat eh keine Zukunft. Wenn wir die Erde für Menschen bewohnbar halten wollen müssen wir weg vom Mantra des ewigen Wachstums, generiert dadurch, dass den Menschen eingeredet wird, sie müssten Unmengen sinnlosen Tand kaufen. Wenn die Wirtschaft nicht wächst, können wir eh nicht alle jeden Tag 8h beschäftigen. Was dazu führt, dass wir über eine ganz andere Wohlstandeverteilung und Art zu leben nachdenken müssen. Die Geschlechterrollen werden sich dann eh anpassen/ändern
@OlafInDerSchweiz @joanalistin Dann wäre auch wieder Zeit für das Kleine: Abfall auf der Strasse vor dem Haus einsammeln, mit der Nachbarschaft ein Schwätzchen halten, die Pflanzen/Tiere beim Spaziergang bewundern, mehr Zeit für das Steckenpferd, Unterstützung von Vereinen/Hilfsorganisationen etc.
@monika @OlafInDerSchweiz Man vermutet die Freiwilligenarbeit würde explodieren mit einer Kürzung der Arbeitszeit.
@joanalistin So ist es!
Unabhängig vom Geschlecht: Wo soll die ganze Kraft herkommen, die ein Haushalt und eine Familie für ihre administrativen und emotionalen Belange brauchen, wenn beide Partner Abends völlig fertig nach Hause kommen und das Wochenende nur zum Nacharbeiten unerledigter Dinge dient. Nur weil ein paar Leute das packen, ohne dass Familie, Beziehung oder Beruf leiden, heißt das nicht, dass das für die breite Masse gilt.
@joanalistin Naja, Historisch gesehen waren es ja auch mehr als 40h pro Woche. In der Schweiz sind übrigens immer noch 42h pro Woche verbreitet. In der Schweiz waren es gar mal 57h-Woche dann 48h Woche, und da arbeiteten die Frauen auch ausser Haus in Fabriken... nur Vermögende nicht. Aber die hatten eh Dienstboten...
@AskASwiss Historisch ist ein dehnbarer Begriff. Nachdem wir jedoch ein Model von 1926 anwenden (Ford-Pilot mit 5 T/8h, höchster ROI) beziehe ich eher auf veraltete System. Wurscht, es ging eigentlich um andere Aspekte.
@joanalistin Wenn du als Mann 40+ Std/Woche arbeitest (und noch mal 8-16 Std. pendelst), und du hast das Gefühl, deine Familie mit dem Scheiß zu sehr alleine zu lassen, sei gesagt: Liegt nicht an dir, liegt am System.