Wisst Ihr, was Eure Großeltern oder Urgroßeltern während der Nazizeit gemacht haben, wenn sie da schon älter als 18 Jahre waren?
#familiengeschichten #kollektivesgedächtnis #kommunikativesgedächtnis
@josefina Väterlicherseits weiß ich gar nichts, mütterlicherseits wurde eine große Konditorei mit Abends Gastronomie geführt und während des Krieges wurde ein lokales Lager, französischen Gefangene, mit Backwaren beliefert. Ich glaube mein Opa war im 1. WW ein junger Soldat. Ich habe seine Bücher geerbt mit Literatur zum Krieg. Der Zeitgeist war jedenfalls bis in meine Generation zu spüren, zumindest im Kern, auch wenn meine Eltern vordergründig liberal waren. Erziehung durch brechen wollen.
@Ruebchen vielen Dank für deine Antwort. ich bin sehr interessiert daran, ob und wie das eine Bedeutung für die Nachkommen hat
@josefina hat es. Bei uns stand der Leistungsgedanke vorn, faulheit war sehr verpönt, brechen wollen gehörte zum Erziehungsstil. Dazu ein gehöriges Maß an Verdrängung bei meinen Eltern, man kommunizierte zwar offen gegen Faschismus, bearbeitete aber nie seine eigene Haltung oder das Leiden an Kriegserlebnissen als Kinder. Mein Vater hat sich mit 74 das Leben genommen, Jahrgang 40, viele seiner Generation sind davon betroffen- weit mehr als bekannt ist.
@Ruebchen das mit dem Suizid ist hart, das tut mir leid. der Rest ist bei mir sehr ähnlich: Leistung, Verdrängung, Härte, keine Aufarbeitung
@josefina fühl dich mal geknuddelt!