Willkommen beim dritten #Bienstag! Wie versprochen soll es heute um eines von drei Hauptverbreitungsgebieten der #Zeidlerei / #Zeidelei gehen. Heute nehme ich euch mit in "des Reiches Bienengarten" rund um #Nürnberg. 🐝
#Apiculture #Imkerei
Der Wald rund um Nürnberg war seit alters Königsgut und später Reichsgut. Der König vergab also die Lehen darin. Nürnberg selbst dürfte als einer der Verwaltungssitze dieses Reichslandes gedacht gewesen sein. Die weitere Entwicklung des prosperierenden Zentrums ist Geschichte...
Warum diese Ausführungen? Ganz einfach: die #Zeidler beziehungsweise Inhaber der #Zeidelweiden im #Reichswald agierten als niedere Beamte des Lehensgebers. Sie hatten sich neben der Gewinnung von Honig und Wachs anscheinend auch um den Wald und seine Pflege zu kümmern.
Wie häufig in solchen Fällen, hatten sie auch ein eigenes #Gericht. Dieses #Zeidelgericht tagte in der Gemeinde #Feucht, welche einer der Hauptorte des Zeidelwesens um #Nürnberg war. Die #Bücher und Ordnungen dieses Gerichts sind teilweise überliefert.

Natürlich mussten die Lehnsnehmer noch anders dienen, als nur mit dem sogenannten "Honiggeld" für die Verleihung der erblehnbaren Zeidelgüter.

So waren sie auch zum Kriegsdienst mit sechs Armbrüsten verpflichtet. Einer der Gründe der häufigen Darstellung mit dieser Waffe.

Mit der Abgabe des Honniggeldes ging jedoch auch eine Privilegierung einher. So durften in den 27 Zeideldörfern nur 97 Zeidelgüter existieren. Es erfolgte also eine zahlenmäßige Beschränkung, ähnlich der Zünfte. Somit konnten interne Konkurrenz & Konflikte reduziert werden.
#Honig #Zeidlerei #Zunft
Doch konnte die zahlenmäßige Beschränkung den Niedergang der Zeidlerei im Reichswald nicht stoppen. Da sie durch die Baumnutzung sehr waldschädigend war, geriet sie in Zeiten zunehmenden Holzmangels zunehmend unter Druck. Auch die Reaktion auf den Mangel stellte ein Problem dar.
Durch die Wiederaufforstung mit Hilfe der berühmten #Nadelbaumzucht Peter Stromers änderten sich im #Wald die #Trachtverhältnisse. Wo der ursprüngliche #Mischwald noch Früh- und Spättracht ermöglichte, bot der Kieferwald nur noch eine Massentracht. Die Erträge sanken.
#Bienenwiede #Biene

Die Kombination aus Waldschutz, Reformation und Zuckerimport führte schließlich zum Abbruch der Zeidlereitradition.

Nichts desto weniger ist diese alte Kulturform in Tradition, Folklore und Tourismus der heutigen Metropolregion Nürnberg wieder sehr präsent.

Mit diesem Ausblick schließt der heutige #Bienstag.

Nächste Woche geht es in ein anderes Gebiet großräumiger Zeidlerei, welches viel zu häufig beim Blick auf das bekannte Nürnberger Beispiel vergessen wird.

Bis dahin: danke fürs Lesen und hoffentlich fleißige Weitertröten

Bilder:

Sämtlich unter public domain stehend und auf Wikimedia Commons unter "Nürnberger Reichswald; Nürnberg; Zeidlerei; Peter Stromer" zu finden.

@Bienengeschichte Hallo erstmal! Ich glaube, wir hatten schon das Vergnügen eines kurzen Austausches (auf #Birdy). Passend zu deinem Tröt hier unser #Exkursionsbericht zur #Zeidlerei #Reichswald #Nürnberg #Feucht: https://bienen-leben-in-bamberg.de/exkursionsbericht-1-bihaeusl-bienenstube-bienenschlag-zeidlerei-im-15-jh/
Exkursionsbericht (1): Bihäusl, Bienenstube, Bienenschlag … Zeidlerei im 15. Jh.

Das Bihäusl (auch: Biehäusl / Bienenstube / Biestubn / Biestum) wurde 1432 erstmals urkundlich erwähnt. Es liegt im Forstareal namens Bienenschlag, einem alten Zeidelgebiet nahe Schlammersdorf in d…

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