1 von 1000 geschlüpften #schildkröten erreicht das Erwachsenenalter. Warum?

Nicht nur besteht an den Stränden die Gefahr, dass die #Nester geräubert oder leider manchmal auch mutwillig zerstört werden, auch auf den wenigen Metern vom Nest zum Meer sind die jungen Schildkröten vielen Gefahren ausgesetzt.

Nicht nur sind sie nämlich für Vögel und vierbeinige Räuber eine willkommene Abwechslung im Speiseplan, auch die #lichtverschmutzung an Stränden macht ihnen zu schaffen. Schildkröten sind #phototaktisch, d.h. sie werden von Licht angezogen und folgen ihm.
Normalerweise ist das auch sehr praktisch für sie, da sie es so schaffen, nachts den Weg zum Meer zu finden, nämlich über Mond und Sterne, die sich im Wasser spiegeln.
Wenn nun jedoch die künstlichen Lichtquellen von z.B. Hotels, Bars, Restaurants oder Straßenlaternen die Nacht zum Tag machen, desorientiert dies viele Schildkröten, die infolgedessen sich sogar vom Meer entfernen und so leicht zum Opfer von Autos, Menschen, Wildtieren werden können.
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Zudem kommt es leider auch ab und zu vor, dass die #schildkröten zur falschen Tageszeit schlüpfen. Normalerweise machen sie sich nachts und am frühen Morgen, bevor die Sonne aufgeht, auf den Weg zum Meer. Somit schützen sie sich nämlich auch vor den heißen Sonnenstrahlen.
Wenn sie sich nun jedoch mitten am Tag über den Sand zum Meer bewegen, kann es schnell passieren, dass es zu heiß für sie wird und sie regelrecht austrocknen.
Deshalb: sobald ihr kleine Schildkröten tagsüber am #strand findet, versucht ihnen, so gut wie möglich #schatten spenden und grabt ihnen einen Graben, sodass sie erstens schneller den Weg zum Meer finden und zweitens über kühleren Sand krabbeln können.

Bitte nicht hochheben und zum Meer tragen!

Die kleinen Schildkröten brauchen den Weg zum Meer, um ihre Flossen, die Muskulatur und die Lungen zu stärken. Zudem können sie sich nur so den Standort des Strandes einprägen, zu dem dann die Weibchen einige Jahre später wieder kommen, um genau dort selbst ihre Eier abzulegen.
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Doch auch, wenn die #schildkröten dann doch das Meer erreichen, heißt es noch lange nicht, dass sie dort in Sicherheit sind.
Auch im Meer haben sie viele #Fressfeinde, insbesondere solange sie noch klein und ihre Panzer weich sind.
Zudem geben wir Menschen uns leider größte Mühe, das Leben im Meer so gefährlich wie möglich zu machen. Und zwar sowohl für junge, als auch für erwachsene Schildkröten.

Zum einen stellt die #Plastikverschmutzung ein großes Problem dar, da z.B. insbesondere Plastiktüten mit Quallen verwechselt werden können. Eine Untersuchung in unserem #Rettungszentrum in Athen hat aber auch ergeben, dass in jedem Magen der eingelieferten Schildkröten Mikroplastik gefunden wurde.
Neben #fischernetze oder #angelhaken können auch #bootsruder oder #antriebsschrauben ein ernsthaftes Problem darstellen. Denn selbst ihr harter Panzer kann sie vor solchen scharfkantigen Gefahren nicht schützen.

Umso wichtiger also, dass wir versuchen, ihnen zumindest einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.
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