Zwischen #ESC und #Werder ist es mir fast verloren gegangen, aber ich wollte ja noch über "Kinder von Hoy" schreiben.
Also, das Buch umfasst eine Zeitspanne vom Ende der 1960er Jahre bis Anfang der 2000er Jahre. Als lesende begleiten wir eine Gruppe Menschen von ihrer Kindheit über Ausbildung und Studium bis ins Erwachsenenleben hinein.
Die Pogrome von 1991 werden natürlich behandelt, stehen aber nicht im Zentrum. Sie sind eher eine Episode im ganzen Buch. Das Buch versucht nicht, etwas zu entschuldigen oder zu beschönigen. Vielmehr beschreibt es die Geschehnisse recht nüchtern aus Sicht der Protagonist*innen. (Leider reproduziert das Buch das N-Wort.)
Fokus des Buches ist das Leben in der Retortenstadt insgesamt. Vom Wachstum mit all seinen Schwächen bis zum "Rückbau" nach der Wende.
Als selbst im Plattenbau Aufgewachsene fühle ich mich erstmals "gesehen" und repräsentiert. Das Buch tut mehr für das Verständnis über Ostdeutsche als die Filme von Leander Haußmann.
