Immer wenn ich irgendwo lese "Wenn es keinen #Kapitalismus gäbe, würde die Welt so aussehen" und dann ein Bild einer futuristischen Stadt gezeigt wird - mit riesigen Gebäuden, Menschen auf engstem Raum, mehr Grün und modernerer Technik - muss ich den Kopf schütteln. Ich kann nur hoffen, dass eine freie Welt niemals so aussehen wird. Es ist bloß eine grünere Vision bestehender Verhältnisse. Ich kann nur hoffen, dass eine antikapitalistische und freie Welt weitestgehend so aussehen wird.
@foxx
Ich befürchte, dass wir uns eine deutlich verdichtere Wohnform ausdenken müssen um -wie prognostiziert- mit 12 Mrd Menschen auf diesem Planeten, weitgehend gleichberechtigt und in respektvollem Umgang miteinander und mit allen weiteren Spezies auf der Erde leben zu können.
Wenn wir Glück haben kommt so etwas dabei raus https://31ns9t3tahh91zt99bieate1-wpengine.netdna-ssl.com/wp-content/uploads/2014/12/ecocity.jpg
@SebastianGallehr Mir ist bewusst, dass ich mich im Rahmen einer Wunschfantasie bewege, in Anbetracht der Überbevölkerung.
Aber dein Bild ist genau ein solches Symbolbild, welches ich eher mit Schrecken begegne. Das ist die Zukunft des Greenwashing-Kapitalismus.

@foxx Gibt es eigentlich irgendwo gute Analysen oder Übersichten, in denen prognostiziert und gegeneinander aufgerechnet wird, wie viel Ressourcenverbrauch und damit Klima- und vor allem auch Umweltschäden (denn das ist genauso ein Problem für die Artenvielfalt) das Errichten/Umbauen und Betreiben solcher vermeintlich grünen, smarten Megacities kosten wird? Und wie lange das dauert, bis sich die positiven Einsparungen für Umwelt und Mensch lohnen?

@SebastianGallehr

@thelosthistoriansdream
Die einzige Möglichkeit, die wir m.E. haben, ist den Umbau kreislaufwirtschaftlich zu gestalten. Mit den heutigen Design- und Herstellungsmethoden geht es nicht. Zu Kreislaufwirtschaft empfehle ich dir mal das cradle to cradle principle anzuschauen. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Cradle_to_Cradle

Wenn es dich interessiert, hier eine gute Datenbasis mit der du alle Materialien nach Ressourcenverbrauch bewerten kannst. https://probas.umweltbundesamt.de/php/index.php
@foxx

Cradle to Cradle – Wikipedia

@SebastianGallehr Vielen Dank erneut für die Infos. Das gehe ich jetzt mal intensiver durch. Ich frage mich nämlich schon lange, wie man diesen "digitalen grünen Wandel" ohne massive Umweltschäden, Postdemokratie und große Konflikte durchsetzen will. Zumal in einer Welt, in der Ressourcen endlich und umkämpft sind und in der z.B. Elektromobilität und Speicher von Lithium und anderen Ressourcen abhängen, für die man evtl die Meeresböden zerstört und andere Länder überfällt.

@foxx

@thelosthistoriansdream
Das sind auch für mich die großen Fragen. Und ich bin mir relativ sicher, dass ein weiter so oder ein zurück nicht funktionieren wird. Wenn wir nicht versuchen, dieses sehr wahrscheinliche 12 Mrd. Menschen Szenario neu zu denken und zu gestalten, um die dazu notwendige soziale Ordnung zu erschaffen, werden wir sicherlich kein gleichberechtigtes Leben miteinander führen können und die Erneuerungskapazität der Erde überlasten.
@foxx
@SebastianGallehr @thelosthistoriansdream
Ich frage mich aber auch wie das Ganze ohne einen gleichzeitigen Rückgang von Zivilisation noch möglich ist. Ich rede jetzt explizit nicht von extremen Anti-Civ-Ideen - aber ohne einen gewissen "Fortschrittsabbau" wird es immer Leidtragende geben. Heute habe ich zB gelernt, dass selbst Solarenergie nicht so sauber ist wie es scheint (Produktion von Giftmüll für die Panels).
@foxx
Aus meiner Sicht muss das Koordinatensystem Fortschritt <> Rückschritt und zivilisiert <> unzivilisiert neu definiert werden. Wenn im Grundwasser der Großstädte der sogenannten zivilisierten Welt die Konzentration von Antidepressiva so hoch ist, dass sie nachweisbar ist und wenn diese Antidepressiva gerade hauptsächlich von Frauen genommen werden, dann passt das Koordinatensystem nicht mehr.
Fortschritt in der Zivilisation ist wichtig, aber wo ist wirklich vorne?
@thelosthistoriansdream