Ulrich Edel – „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (1981)

Es gibt Filme, zu denen ich auch nach mehr als 40 Jahren noch nicht genug Distanz habe, sie etwa neutral zu besprechen. Das hier ist einer von der Sorte. Nicht, weil er so klug gewesen wäre. Sondern weil er sich festgesetzt hat, wie ein Echo meines Erwachsenwerdens, das bis heute nie ganz verstummt ist. Neutralität wäre hier eine Pose. Und Posen hat dieser Film selbst schon mehr genug hervorgebracht. Mit Natja Brunckhorst und David Bowie. (ARD, Wh.)

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Mark Pellington – „Arlington Road“ (1999)

Ein ziemlich harter Thriller über Terror, Misstrauen und die Angst vor den Nachbarn – inszeniert in einer Vorstadt, wie sie für das amerikanische Kino der späten 1990er Jahre typisch ist. Mark Pellingtons Film handelt von einem Mann, der überall Gefahren sieht – und womöglich vollkommen Recht damit hat. Ein seltener Film über die schmale Linie zwischen berechtigter Sorge, Verschwörungstheorie und selbstzerstörerischer Paranoia. Sehenswert schon allein für Jeff Bridges, Tim Robbins, Joan Cusack und Hope Davis. (ARD, Wh.)

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Roman Polański – „The Ghostwriter“ (2010)

Robert Harris hat nicht ganz die literarische Klasse von John le Carré, doch waren die beiden britischen Edelfedern wohl in derselben Liga unterwegs, wenn es um die verkaufte Auflage und, in diesem Fall von größerem Interesse, die Filmrechte zu ihren Büchern geht. Hier hat er, gemeinsam mit dem Regisseur, auch gleich das Drehbuch für den Film geschrieben. Mit Ewan McGregor und Pierce Brosnan. (ARD, Wh)

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Gerhard Ertl, Sabine Hiebler – „Sargnagel – Der Film“ (2021)

Wer sich vom Kino Erlösung erhofft, ist hier einfach falsch abgebogen. Hier wird nichts gelöst, eher einfach weitergeredet, bis es dann irgendwann von selbst wieder aufhört. Eine Satire von Gerhard Ertl und Sabine Hiebler, die eigentlich so tut, als hätte sie gar keine Lust auf große Erzählung – und genau dadurch ziemlich konsequent damit durchkommt. Mit und über Stefanie Sargnagel. (3Sat, Neu)

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Ulaa Salim – „Eternal“ (2023)

Ein einziger Buchstabe, ein ganz anderes Universum. Das hier ist kein Marvel-Film, sondern ein dänisch-norwegisch-isländischer Science-Fiction als Gedankenmodell über Erinnerung, Wiederholung und Möglichkeit. Eigentlich ist es eine ganz leise Studie zweier Menschen, die sich über verschiedene Lebensphasen hinweg begegnen. Aus einer unscheinbaren Beziehungsgeschichte entwickelt sich schrittweise ein spekulatives Szenario, in dem alle Zeit und jeder Verlauf instabil wird. Das ist interessant, aber nicht ganz einfach. (ZDF, Free-TV-Premiere)

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Lars Becker – „Heaven Can Wait“ (2024)

Wenn Lars Becker und Armin Rohde zum Einschalten einladen, dann ist das gewöhnlich ein „Fernsehfilm der Woche“ im ZDF. Für mich ist es mehr als das. Weil es immer auch ein Programm-Highlight des ganzen Jahres ist, wenn es einen neuen Film von Becker gibt. Etwas, das so selten ist, ist kostbar. Es ist, ein Beweis, wie viel Kraft im Fernsehen liegen kann, wenn wir es ihm erlauben. (ARTE, Wh.)

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Lars Becker – „Heaven Can Wait“ (2024)

Wenn Lars Becker und Armin Rohde zum Einschalten einladen, dann ist das gewöhnlich ein „Fernsehfilm der Woche“ im ZDF. Für mich ist es mehr als das. Weil es immer auch ein Programm-Highlight des ganzen Jahres ist, wenn es einen neuen Film von Becker gibt. Etwas, das so selten ist, ist kostbar. Es ist, ein Beweis, wie viel Kraft im Fernsehen liegen kann, wenn wir es ihm erlauben. (ARTE, Wh.)

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Jim Gillespie – „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ (1997)

Das ist ein Titel wie ein Schuldspruch, und so schlicht, dass er sich sofort ins Gedächtnis gräbt. 1997 erschien der Film, der ausgesehen hat, wie ein kleines Studioprodukt, um auch die kleinen Säle der Multiplexe zu füllen, und wurde zu einem der erfolgreichsten Horrorfilme seiner Zeit. Um das zu verstehen, lohnt ein Blick zurück: auf die Geburt des Slasher-Genres und auf die Schatten, in denen er stand. Mit Jennifer Love Hewitt und Sarah Michelle Gellar. (ZDFneo, Wh.)

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Franziska Stünkel – „Nahschuss“ (2021)

Es gibt Filme, die eigentlich viel weniger erzählen als das sie freilegen. Das hier ist kein Historienkino und ganz sicher auch kein musealer Blick ein Land, das es nicht mehr gibt, sondern eine stille, fast unverschämt präzise Versuchsanordnung: Wie funktioniert ein System, das sich selbst für legitim hält, während es Menschen vernichtet? Der Film erzählt nach wahren Motiven über das letzte Hinrichtungsopfer in der DDR. Mit Lars Eidinger, Luise Heyer und Devid Striesow. (3Sat, Wh.)

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David Preute – „Rogue Trader“ (2021)

Finanzthriller aus Deutschland haben ein gehöriges Imageproblem. Viel zu viel Erklärung bei viel zu wenig Abgrund. Viel zu viele Begrifflichkeit, viel zu wenig Körperlichkeit. David Preutes Film bewegt sich genau in dieser Abwägung – und entscheidet sich letztlich doch lieber für die kontrollierte Variante: Risiko als Thema, aber nicht als Form. Das ist nicht wirklich schlecht. Aber es bleibt eben deutsches Fernsehen. (ARD, Wh.)

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