Fantastische Schauspieler, zielgenau eingesetzte Bühnen-, Licht- und Toneffekte. Das zweite Theaterstück des Wiener #jugendabo 2022/2023 hat mich nicht nur von der Textvorgabe her zum Staunen gebracht.
Es gibt kein richtiges Leben im falschen „wusste [Gerhart Hauptmann 1890] schon vor Adorno [und Sigmund Freud?!]. Den Figuren wird ihr diffuses Unwohlsein (…) nach und nach klarer. Die Anspannung und Traurigkeit, die Käthe (Anna Rieser hält ihr neugeborenes Bündel starr, kalt, ohne Lächeln) und Johannes (Nick Romeo Reimann gibt ihn angespannt, zusammengesunken und nervös) vom ersten Moment an als Malträtierte zeichnen, artikulieren sich im Verlauf zweier Stunden immer präziser. (…) Hauptmann ficht an seinen Figuren mehrere Grundsatzdebatten aus. Neben den Lebensmöglichkeiten für eine junge Frau, die sich von ihrem Umfeld kleingemacht fühlt, und männlichem Berufserfolg auch eine zum Wert der Kunst. (…) Ist Kunst nicht Luxus, wo es Aktivismus bräuchte?“ (Michael Wurmitzer, Der Standard, https://bit.ly/3UU4Qy9) https://youtu.be/T-Bv-IVPz9w
Es gibt kein richtiges Leben im falschen „wusste [Gerhart Hauptmann 1890] schon vor Adorno [und Sigmund Freud?!]. Den Figuren wird ihr diffuses Unwohlsein (…) nach und nach klarer. Die Anspannung und Traurigkeit, die Käthe (Anna Rieser hält ihr neugeborenes Bündel starr, kalt, ohne Lächeln) und Johannes (Nick Romeo Reimann gibt ihn angespannt, zusammengesunken und nervös) vom ersten Moment an als Malträtierte zeichnen, artikulieren sich im Verlauf zweier Stunden immer präziser. (…) Hauptmann ficht an seinen Figuren mehrere Grundsatzdebatten aus. Neben den Lebensmöglichkeiten für eine junge Frau, die sich von ihrem Umfeld kleingemacht fühlt, und männlichem Berufserfolg auch eine zum Wert der Kunst. (…) Ist Kunst nicht Luxus, wo es Aktivismus bräuchte?“ (Michael Wurmitzer, Der Standard, https://bit.ly/3UU4Qy9) https://youtu.be/T-Bv-IVPz9w