Nach sieben Jahren Pause war ich gestern beim Braincrusher Festival. Dies wird ein Review der etwas anderen Art.
Warum ich so lange nicht mehr auf nem Konzert war? Nun vor sieben Jahren war 2019. Danach kam ein neues Virus zu uns. SARS-COV-2. Was leider stark mein Leben einschrÀnkt.
Ich ging dennoch hin. Mit Maske. Und wurde teils angesehen. als ob ich ein Alien sei.
Ich habe s.g. unsichtbare Behinderungen:
Asthma, das frĂŒher allergisch war, ist nun auch belastungsabhĂ€ngig nach der 2. Erkrankung mit COVID. Nach der 1. Erkrankung blieb leider ne EinschrĂ€nkung des Riech- und Geschmackssinns. Dazu Hashimoto.
Ich trage also ne Maske, wenn es sich nicht vermeiden lÀsst unter Menschen zu gehen. Riesige Menschenansammlungen meide ich. Daher auch die lange Pause bei Konzerten.
Zu meinem 50. Geburtstag könnte ich mir ja mal den Spaà wieder gönnen und meine Lieblingsband live sehen.
So war der Plan.
Denn ein Umzug und meine gesundheitliche Situation kickten mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis leider ins soziale Aus. (aka: Ich feiere selbst solche runden Geburtstage mit meinem Mann und sonst niemanden.)
Ich fuhr am Freitag los und traf mich abends mit der Band und Crew. Ich hatte nen echt schönen Abend und n wundervolles GesprĂ€ch mit Xy. Diese Herzlichkeit, mit der ich begrĂŒĂt wurde. Wow! Es fĂŒhlte sich an, als wĂ€re ich einfach zurĂŒck in eine Familie gekommen.
Am Samstag das Gleiche beim Soundcheck. Es hat wirklich etwas familiĂ€res und fĂŒr diese - fĂŒr mich neue - Erfahrung bin ich wirklich sehr dankbar.
Am Abend bin ich, aufgrund der o.g. Problematik, mit Maske aufs Festival und auch nur fĂŒr SAMAEL.
Ich wollte SpaĂ haben, meinen Geburtstag feiern mit meiner Lieblingsband, die ich vor genau 30 Jahren das erste Mal live sah.
Zudem durfte ich Fotos machen. Gerade das war mir wichtig.
Wegen der Fotos stellte ich mich, wie frĂŒher schon, in die 1. Reihe. Da kam jemand an und meinte sehr unhöflich, das sei sein Platz, ich solle verschwinden, er habe da den ganzen Abend gestanden, sei extra fĂŒr SAMAEL hier usw.
Ich erklĂ€rte, dass ich Fotos machen möchte fĂŒr den deutschen Part des SUF, er gröĂer sei als ich und das damit kein Problem darstelle. Interessierte nicht, ich habe zu verschwinden. Leider war auch sonst keiner bereit fĂŒr mich Platz zu machen.
Ich sagte ihm noch, dass er Stolz sein könne, dass ich nun keine Fotos machen kann und er mir gerade meinen 50. Geburtstag versaut. Und eigentlich auch das letzte Konzert, auf das ich jemals gehen werde. (Ich möchte wirklich nicht leichtfertig eine weitere Infektion riskieren. Punkt.)
Er erzÀhlte seinem Nebenmann sehr laut, vermutlich, damit ich das auch höre, wie unfassbar das doch sei, er sei nur ein paar Sekunden weg gewesen und ich habe mich einfach so auf seinen Platz gestellt.
Mit einer Cam, die mehrere tausend Euro kostet, war mir die zweite Reihe zu riskant und auch, falls Menschen von hinten drÀngeln, der Verlust meiner Maske.
Deswegen wollte eigentlich wieder nach Hause fahren. Da meinte einer zu mir, er wĂŒrde nach den drei Songs seinen Platz an mich abgeben.
So stand ich im Fotopit und war am Ende darin gefangen, weil der Ausgang blockiert war.
Okay, dann eben so. đ€·
Den Abend hats dennoch nicht wirklich gerettet.
Der o.g. Nebenmann gratulierte mir spĂ€ter zum Geburtstag. Es gab also zumindest zwei Menschen, die nett waren. Und ich weiĂ nicht, ob sie hier vielleicht mal drauf stoĂen. Aber auf diesem Wege: herzlichen Dank an euch beide!
Dass ich meine unsichtbaren Behinderungen hier erklÀre, hat einen Grund. Die Person, die mich sehr unhöflich wegschickte, war mit einem MmB mit sichtbaren Behinderungen dort. Beide bekamen sie einige Picks und auch die Playlist.
Mir ist die Intention dahinter klar. MmB haben es nicht leicht und wenn es sichtbar ist, sieht man halt auch mehr, wie sie versuchen jeden Tag ihren Alltag zu meistern.
Kaum einer hat aber auf dem Schirm, dass es unsichtbare Behinderungen gibt. Welche, die es Menschen ebenfalls unmöglich machen können sozialen AktivitÀten nachzugehen, wie in meinem Fall, oder auch ihnen den Alltag schwer machen.
Ich nahm all das Risiko in Kauf fĂŒr einen hoffentlich schönen Abend, der durch eine laute, sehr prĂ€sente Begleitung des MmB kaputt gemacht wurde. Und ging leer -in vielerlei Hinsicht! - aus. Wohl wissend, dass dies meine letzte Erfahrung eines Konzerts sein wĂŒrde.
Wie ich mich fĂŒhle?
Ich ging weinend zu meinem Van, der 6,4m lang ist und wo jeder Parkplatz in der Umgebung der Jahnhalle in Hirschaid schreit: Keine Wohnmobile!
Es gibt einen ĂŒberfĂŒllten Stellplatz, ja. Das wars aber auch.
Zwei Stunden auf der Autobahn voller TrÀnen und eine schlaflose Nacht spÀter entschied ich mich diese Zeilen zu verfassen.
Das hier ist also kein klassischer Konzertbericht.
Aber ein ehrlicher.
Vielleicht sorgt er dafĂŒr, dass Menschen beim nĂ€chsten Mal noch einmal nachdenken, wer Platz verdient und wer nicht. Oder nachfragen... oder zuhören...
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Pendler in FĂŒrth aufgepasst: FahrplanĂ€nderungen bei Regionalbahn und S-Bahn
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