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Zehn Jahre nach dem Genozid an Êzid*innen steht Şingal vor einer neuen Zerreißprobe: Die irakische Armee fordert die Entwaffnung und den Abzug der ezidischen Selbstverteidigungseinheiten aus den Städten. Viele Menschen vor Ort lehnen das ab, denn die Erinnerung an 2014 sitzt tief: Damals überließen staatliche

FRN: #HandsOffShingal – Zehn Jahre nach dem Genozid: Der Kampf um Autonomie von Êzid*innen im Irak
Zehn Jahre nach dem Genozid an Êzid*innen steht Şingal vor einer neuen Zerreißprobe: Die irakische Armee fordert die Entwaffnung und den Abzug der ezidischen Selbstverteidigungseinheiten aus den Städten. Viele Menschen vor Ort lehnen das ab, denn die Erinnerung an 2014 sitzt tief: Damals überließen staatliche Truppen die Bevölkerung schutzlos dem IS. Heute befeuert zudem die Nachricht über freigelassene IS-Anhänger aus Lagern in Rojava die Angst vor einer Rückkehr des Terrors. Für die ezidische Gemeinschaft ist Şingal dabei weit mehr als nur ein Wohnort. Die eigene Selbstverwaltung ist für sie die letzte Bastion und lebensnotwendige Überlebensstrategie, um nach 74 Massakern in der Geschichte des ezidischen Volkes ihre Existenz dauerhaft aus eigener Kraft zu sichern. Warum die Gemeinschaft ihren Schutz nicht mehr aus der Hand geben will und was der Mord an der Frauenrechtlerin Yanar Mohammed mit dieser Eskalation zu tun hat, berichtet Önder Mergen - Menschenrechtsaktivist für die Belange von Kurd*innen und Êzid*innen. Das Gespräch führte unser freier Redakteur Carsten Striepe. Önder Mergen beginnt mit der Frage wer die Êzid*innen sind und warum ihre autonome Organisation in der heutigen politischen Landschaft des Mittleren Ostens so entscheidend ist.

