Bei der Vereidigung des ersten Antisemitismusbeauftragten Brandenburgs inszenierte die AfD eine symbolische Protestaktion, indem sie den Plenarsaal verließ und „Versorgungsposten“-Zettel hinterließ. Diese Aktion wirft ein bezeichnendes Licht auf das geschichtsvergessene Verhalten der Abgeordneten.
Ah, Brandenburg, ein Ort, der sich scheinbar vorgenommen hat, Geschichte nur zu studieren, um ihre Lehren dann demonstrativ zu ignorieren. Andreas Büttner, der erste Antisemitismusbeauftragte des Landes, hätte sicherlich nicht erwartet, dass seine Vereidigung zur neuesten Bühne für das theatralische Talent der AfD wird.
Die AfD-Abgeordneten in Brandenburg haben beschlossen, dass der beste Weg, um gegen Antisemitismus vorzugehen, darin besteht, den Raum zu verlassen, wenn das Thema überhaupt angesprochen wird. Eine beeindruckende Methode, die sicherlich in den Lehrbüchern der Konfliktbewältigung der Zukunft ihren Platz finden wird. Mit Zetteln, die „Versorgungsposten“ deklarierten, marschierten sie aus dem Plenarsaal und hinterließen eine visuelle Metapher für ihre Einstellung gegenüber Verantwortung und Anstand.
Während die AfD-Abgeordnete Sabine Barthel sich entschied, demonstrativ sitzen zu bleiben, vielleicht aus Trotz oder vielleicht aus Müdigkeit von so viel Protestieren, erhielt sie einen Ordnungsruf. Dass Parlamentsvizepräsidentin Barbara Richstein sich weitere Ordnungsmaßnahmen vorbehielt, zeigt, dass man wenigstens ein paar Manieren erzwingen kann, selbst wenn der Wille dazu fehlt.
Hans-Christoph Berndt, der AfD-Fraktionschef, argumentierte, dass die Stelle des Antisemitismusbeauftragten das Problem des Antisemitismus nicht löst. Ein faszinierender Gedanke, besonders von einer Partei, die seit Jahren damit kämpft, überhaupt anzuerkennen, dass es ein Problem gibt. Man könnte sagen, dass diese Logik gleichbedeutend damit ist, den Arzt zu feuern, weil er die Krankheit diagnostiziert hat.
Während also die anderen Bundesländer wie Berlin bereits solche Stellen eingerichtet haben, um antisemitische Haltungen zu bekämpfen, scheint Brandenburg unter der AfD eine Art eigenes Theaterstück aufzuführen – eines, bei dem der Applaus ausbleibt und das Publikum nur noch den Kopf schütteln kann. Das Verlassen des Plenarsaals ist ein starkes Symbol, allerdings weniger für Protest, sondern vielmehr für die Abwesenheit von Verantwortung und Geschichtsbewusstsein.
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