Es braucht ein Dorf, um ein Kind großzuziehen. Und genau so ein Dorf braucht es auch, um sich um ein Kind oder einen Erwachsenen zu kümmern, der nicht allein leben kann.

In "Pina fällt aus" erzählt Vera Zischke davon, was passieren könnte, wenn eine alleinerziehende pflegende Mutter ausfällt. Ihr Sohn Leo ist schon 20, wird jeden Morgen zur Werkstatt gebracht und kann nicht allein leben. Das muss er allerdings von einem Tag auf den anderen, denn seine Mutter Pina fällt aus, sie wird krank.

Niemand kommt zunächst auf den Gedanken, dass Leo in seinem Alter gar nicht allein leben kann. Das merkt die Hausgemeinschaft des Hauses, in dem er wohnt, erst am nächsten Tag und da niemand bekannt ist, der sich um ihn kümmern könnte, übernimmt das die Truppe schräger Vögel, wie sie sich selbst bezeichnen. Die lebensmüde Rentnerin Inge, die wütende Zola und der sozial gehemmte Wojtek versuchen ihr Möglichstes, damit Leo die Zeit übersteht, in der seine Mutter im Krankenhaus ist.

Vera Zischke hat einen Roman über das "Was-sein-könnte" geschrieben und wie wir pflegende Eltern als Gesellschaft unterstützen können, wie Inklusion anders gelebt werden könnte.

Es fängt im Buch schon damit an, dass im Haus in der Hansastraße niemand weiß, was mit Leo ist. Das erfahren sie erst im Laufe der Zeit. Die einfachste Lösung, dass Leo ins Heim kommt, ist vielleicht gar nicht die beste, weder für Pina noch für Leo.

Der Roman schafft ein besseres Verständnis für die Probleme pflegender Eltern und unseren Umgang als Gesellschaft damit. Es ist Vera Zischke gelungen, eine Geschichte zu erzählen, die trotz des Ernstes des Themas unterhaltsam ist und vor allem dem Thema Sichtbarkeit gibt.

Es ist ein würdiger Nachfolgeroman von "Ava liebt noch", Vera Zischkes Debütroman und greift ein zu wenig beachtetes Thema auf. Leseempfehlung!

Zur ausführlichen Rezension: https://das-buchzuhause.de/pina-faellt-aus-von-vera-zischke/

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