#Carbrain in der #hessenschau-Redaktion:
Ich zitiere den gesamten Artikel und interpretiere ihn Satz für Satz.
„Geklautes Auto in Lollar schwer verunglückt“
Ein geklautes Auto erfährt plötzliches Leid durch einen Unfall. Das Auto ist ein fühlendes Wesen.
„In der Justus-Kilian-Straße in Lollar (Gießen) ist am frühen Donnerstagmorgen ein gestohlener Pkw gegen einen Baum geprallt.“
Im Teaser-Text wird die Überschrift mit anderen Worten wiederholt und die Ursache des Unglücks, das das Auto erfahren (hihi) musste, genannt.
„Zwei Insassen wurden schwer verletzt, einer kam per Hubschrauber ins Krankenhaus. Die Feuerwehr musste beide Insassen aus dem Fahrzeug befreien.“
Hier kommen zwei Personen ins Spiel. Ihr Verhältnis zum Diebstahl des Autos ist unklar. Es ist gut möglich, dass eine dritte, noch unbekannte Person das Auto stahl und unerkannt vom Ort des großen Unglücks fliehen konnte. Die beiden Insassen sind jedenfalls nicht die Autodiebe, sondern schwerverletzte Gefangene, deren Befreiung durch die Feuerwehr gelang.
„Das Auto war zuvor in Staufenberg gestohlen worden. Die Polizei ermittelt.“
Niemand stahl ein Auto. Es wurde gestohlen in einem Akt vollkommen passiver Kriminalität. Dennoch ist die Polizei nun genauso aktiv wie die Feuerwehr. Sie tut etwas, nämlich ermitteln.
Die Pressemitteilung der Polizei ist genauso nebulös formuliert:
„Das Auto krachte in einen Baum. Bei Eintreffen der Rettungskräfte und Polizei befanden sich zwei bewusstlose Personen im Fahrzeug.“
#Journalismus #Sprachunfall