Valentinstag: 2,7 Kelvin
Einstein, Schrödinger, Heisenberg â sie haben darauf hingewiesen, dass Beobachtung von innen etwas anderes ist als Beobachtung von auĂen. Und dass es fĂŒr das Innen keine Alternative gibt: Man steckt nun einmal im eigenen Bezugssystem fest.
Ich kann nicht mit Gewissheit behaupten, dass ich die Filterblasen âvon auĂenâ sehe. Vielleicht bilde ich mir das nur ein. Aber nach Unfall, RandstĂ€ndigkeit, nach dem leisen Herausrutschen aus der Mitte entsteht manchmal eine Perspektive, die nicht mehr ganz innen liegt.
Von innen fĂŒhlt es sich an wie Leben. Wie BlĂŒhen. Wie NĂ€he, Sinn, Bewegung.
Von auĂen sieht man oft: eine perfekt geschlossene SphĂ€re. Warm gerechnet im Inneren, kalt nach auĂen abgestrahlt.
Infologisch gemessen: Hintergrundstrahlung bei etwa 2,7 Kelvin. Kosmische RestwÀrme. Mehr Echo als Begegnung.
Das Tragische daran ist nicht, dass Menschen in Filterblasen leben â sondern dass die Blase von innen nicht als Blase erfahrbar ist. Sie fĂŒhlt sich an wie Welt.
Und wer von auĂen klopft, wird leicht fĂŒr Störung gehalten. Oder fĂŒr KĂ€lte. Oder fĂŒr ânicht romantisch genugâ.
Morgen ist Valentinstag. Ein Hochfest der Innenperspektiven. Rosen, Herzen, Rituale â warmes Innenklima bei geschlossenen WĂ€nden.
Vielleicht reicht es fĂŒr heute, sich daran zu erinnern: Dass das, was sich innen wie blĂŒhendes Leben anfĂŒhlt, von auĂen manchmal aussieht wie eine vollkommene Filterblase mit kosmischer RestwĂ€rme.
Nicht als Vorwurf. Eher als leise Physik der Einsamkeit.
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