Fedivers-Entwurf — lang, brüchig, kantig

Ich schiebe zwei Steine aus dem Weg. Den ersten nennt man Streaming, Gaming, BigData — glänzend, riesig, hungrig. Dahinter liegen Watt, Wasser, Wärme. Ein Schlund, der frisst. „Entertainment“ als Kohlekraftwerk im Tarnmantel. Wir tun so, als sei das normal.

Der zweite Stein heißt Zins und Handel online. Nicht aus Nostalgie verschoben, sondern aus Erkenntnis: Der Preis ist ein Mythos. Zins ist ein Gedächtnis von Gier. Handel — längst algorithmisiert. Ich glaube nicht mehr daran, dass alles einen Preis haben muss. Pay what you want verrät mich, ertappt mich, entkleidet das Tabu. Wenn Wert nicht verordnet ist, wird Beziehung sichtbar. Und Beziehung brennt heller als Markt.

Ich gebe zu: Das macht mir Angst. Weil man an alten Göttern nicht zupft, ohne Donner zu hören. Weil jeder, der sagt „Isso, machste nix dran“, vergisst, dass Systeme mit genau diesem Satz gebaut wurden. Aber Angst ist ein Kompass. Sie zeigt, wo Freiheit beginnt.

Ich habe nicht die Lösung. Nur die Schwelle — und einen Fuß, der zögert, doch vorwärts will. Vielleicht fällt man, vielleicht fliegt man. Vielleicht entsteht ein dritter Raum, jenseits von Besitzlogik, wo Austausch nicht Handel ist, und Reichtum nicht Speicher, sondern Fluss.

Lasst uns die Mythen freundlich entfetten. Nicht zerstören — aber durchleuchten. Zinsfreie Gärten pflanzen, energiearme Netze weben, Beziehungen über Preise stellen. Wer weiß: Vielleicht ist das schon Revolution, nur leise, wie ein Server bei 3 Watt im Standby.

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Pleroma