„Und was geschehen ist, wird wieder geschehen“ – Modest Mussorgskis bedrückend aktuelle „Chowanschtschina“ bei den Salzburger Osterfestspielen
Elena Deinhammer
[caption id="attachment_30282" align="alignleft" width="200"] Salzburger Osterfestspiele 2025/CHOWANSCHTSCHINA/A. Anger, W. Kowaljow /Foto © Inés Bacher[/caption]
Als Modest Mussorgski mit nur 42 Jahren starb, musste er sein Musikalisches Volksdrama „Chowanschtschina“ unvollendet hinterlassen. Mehrere Komponisten machten es sich zur Aufgabe, das Werk auf Grundlage der nur spärlich vorhandenen, fragmentarischen Skizzen zu orchestrieren und zu Ende zu bringen. Heute ist die „Chowanskij-Schweinerei“, wie der Titel sinngemäß zu verstehen ist, meist in der Fassung von Dmitri Schostakowitsch zu hören, durch Claudio Abbado erlangte auch das dem Ansinnen Mussorgskis wohl näherkommende Chorfinale Igor Strawinskys Aufmerksamkeit. Für die Salzburger Osterfestspiele wurde nun eine gänzlich neue Fassung erarbeitet, die Dokumente mit bisher unbekannten Skizzen zum dramaturgisch hochkomplexen Schluss dieses politischen Musikdramas zu berücksichtigen und so die Orchestrierung Schostakowitschs mit Strawinskys Chorfinale zu vereinen sucht. Doch nicht nur dies gelang mit beklemmender Intensität: Simon McBurneys in der Ästhetik reduzierte, aber gerade darin bildstarke und wirkungsvolle Inszenierung machte deutlich, welch bleibende Aktualität diesem Werk innewohnt. (Rezension der Premiere v. 12. April 2025) […]