Christian Petzold – „Undine“ (2020)

Lieben sie eigentlich Märchen? Glauben sie an die Liebe? – Wenn sie beide Fragen mit Ja beantworten, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie auch das Kino lieben. Und diesen Film. Denn dieser steht für all das und vielleicht für die besten drei Stunden, die sie seit ganz langer Zeit verbracht haben. Märchenhaft und eben nicht aus Hollywood. Eine Mediathekperle eben! (3Sat, Wh.)

Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/christian-petzold-undine-2020/

Ewa Wikiel – „KRZYK – Losing Control“ (2024)

Es gibt Filme, die fordern ihre Zuschauer:innen nicht nur heraus, sondern überrollen sie fast. „Krzyk“, DFFB Abschlussfilm und das Debüt von Ewa Wikiel ist so einer. Er ist fordernd, überfordernd, zugleich irritierend und befreiend. Er will offensichtlich dazu zwingen, das eigene Verhältnis zu Macht, Abhängigkeit und Fürsorge neu zu denken – und er gönnt sich keine bequemen Pausen. Stattdessen verschiebt er die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, zwischen Nähe und Distanz, bis gar nichts mehr eindeutig ist. (ARD, Neu!)

Ewa Wikiel - "KRZYK - Losing Control" (2024)

Es gibt Filme, die fordern ihre Zuschauer:innen nicht nur heraus, sondern überrollen sie fast. "Krzyk", DFFB Abschlussfilm und das Debüt von Ewa Wikiel ist so einer. Er ist fordernd, überfordernd, zugleich irritierend und befreiend. Er will offensichtlich dazu zwingen, das eigene Verhältnis zu Macht, Abhängigkeit und Fürsorge neu zu denken – und er gönnt sich keine bequemen Pausen. Statt

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Kultursender

In ihrem von Sachkenntnis ungetrübten Wüten gegen öffentliche Medien, angestachelt von einem halben Dutzend Milliardär*inn*en, die mit gedruckter Presse zu Oligarch*inn*en wurden und nun nicht mehr weiter wissen, wollen die 16 deutschen Ministerpräsident*inn*en, die doch eigentlich durch uns und nicht durch diese Milliardär*inn*e*n in ihr Amt gelangt sind, u.a. dem deutsch-österreichisch-schweizerischen TV-Sender 3sat den Garaus machen. Das wird zwar fast nichts sparen, aber doch einiges zerstören.

3sat firmiert gerne als “Kultursender”, als “anders fernsehen”. Schön wärs. Allzu selten ist das der Fall. In erster Linie ist das Program eine Abwurfstelle für bisweilen betagte Wiederholungen der beteiligten Sender ARD (mit 9 Mitgliedssendern), ZDF, ORF und SRF. Viel “Naturfilm” und Tourismuswerbung. Wobei: das morgendliche “Alpenpanorama” kann vielleicht beanspruchen, dem spektakulären skandinavischen Elchfernsehen als meditatives Vorbild gedient zu haben … Für achtsames Aufwachen eine gute Alternative zur zumeist verärgernden und das Adrenalin hochtreibenden Radio-Primetime.

Aber ich schweife ab. Kultursender. Bisweilen ja. Dieter Botts “tägliche Sportschau” ist die “Kulturzeit”, werktäglich um 19.20 h vor der Tagesschau. Qualitativ zweifellos das marktführende Magazin in dieser Disziplin. Im Quotenrennen gegen die gleichzeitigen WDR-Lokalzeiten chancenlos, aber meistens die bessere Alternative. Am Wochenende finden sich um diese Sendezeit ebenfalls interessante Dokumentationen aus dem Kunst- und Kulturbetrieb, die oftmals noch nicht woanders gelaufen sind.

Doch ein Spitzenprodukt entdeckte ich am letzten Samstag als Alternative zum ESC-Irrsinn und zur berechenbaren “Wilsberg”-Spannung:

Unser Deutschlandmärchen – Theaterstück nach dem preisgekrönten Roman von Dinçer Güçyeter: Mutter und Sohn. Ein Leben in Deutschland, meist alles andere als märchenhaft, voller Hoffnung und ebenso viel Ernüchterung.” verfügbar 1 Jahr. Bestes Theater-TV aus dem Berliner Maxim Gorki Theater unter der langjährigen Leitung (seit 2013) der kämpferischen Shermin Langhoff.

Zum Theater-TV muss ich bemerken, dass ich dort vieles sehen kann, was im Theater für Sehbehinderte wie mich allenfalls in den ersten fünf Reihen möglich ist: die Gesichter und das Mienenspiel der Schauspieler*innen.

Tief beeindruckt hat mich in diesem Fall Sesede Terziyan, mit der ich nach so einer Aufführung am liebsten um die Häuser ziehen würde, so viel gäbe es zu diskutieren. Wobei ich als Ausweis meiner Inkompetenz gestehen muss, dass ich sie zunächst mit Maryam Zaree (“Doppelhaushälfte“) verwechselt hatte. Aufwachsen in “Butjadingen (Niedersachsen) und Sulzbach an der Murr (Baden-Württemberg)”, so der Wikipedia-Eintrag von Frau Terziyan, das wäre sicher auch für Menschen ohne Migrationsgeschichte ein schweres Schicksal. Ihr und ihrer Kunst hat es offenbar nicht geschadet.

Haben wir ein Glück mit solchen Künstlerinnen. Ich empfehle: überzeugen Sie sich selbst.

Kultursender – Beueler-Extradienst

Christian Petzold, Paula Beer & Franz Rogowski – Undine (2020)

Lieben sie eigentlich Märchen? Glauben sie an die Liebe? – Wenn sie beide Fragen mit Ja beantworten, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie auch das Kino lieben. Und diesen Film. Denn dieser steht für all das und vielleicht für die besten drei Stunden, die sie seit ganz langer Zeit verbracht haben. Märchenhaft und eben nicht aus Hollywood. Eine Mediathekperle eben!

Christian Petzold, Paula Beer & Franz Rogowski - Undine (2020)

Lieben sie eigentlich Märchen? Glauben sie an die Liebe? – Wenn sie beide Fragen mit Ja beantworten, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie auch das Kino lieben. Und diesen Film.

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Christian Petzold, Paula Beer & Franz Rogowski – Transit (2018)

Weil ARTE manchmal wirklich einfach großartige Dinge tut, schenkt der Kulturkanal uns auch den Vorgänger von „Undine„, den Film „Transit“ , eine Romanverfilmung nach Anna Seghers von 2018. Angeblich ein Lieblingsfilm Barak Obamas. Vom gleichen Regisseur, mit den gleichen Hauptdarsteller:innen. Kein modernes Märchen wie „Undine“. Ganz im Gegenteil. Eine […]

Petzold, Beer & Rogowski - Transit (2018)

Der Film nach dem Roman von Anna Seghers, im Dezember wieder bei ARTE.tv

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Double Feature – Petzold, Beer & Rogowski

Lieben sie eigentlich Märchen? Glauben sie an die Liebe? – Wenn sie beide Fragen mit Ja beantworten, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie auch das Kino lieben. Und diese Filme. Denn die stehen für all das und vielleicht für die besten drei Stunden die sie seit ganz langer Zeit mit der Suche nach einer sich der Perfektion nähenden Symbiose all dessen […]

Double Feature - Petzold, Beer & Rogowski

Ich danke allen Filmgöttinnen und Göttern des Olymps dass „Undine“ in Deutschland entstehen durfte und nicht Hollywood. Nicht auszudenken, was etwa Disney aus diesem Stoff hätte machen können.

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Film Review: SKIN DEEP: Alex Schaad's Obscure New Body Switch Drama Will Blow Your Mind [Fantasia 2023] | FilmBook

Skin Deep Review. Skin Deep (2022) Film Review from the 27th Annual Fantasia Film Festival, a movie directed by Alex Schaad, written by Dimitrij Schaad and

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