Titelblätter der Sammlung Albrecht Haupt

Die Sammlung Albrecht Haupt ist eine bedeutende Sammlung an der TIB. Der aus Büdingen (Hessen) stammende Architekt Albrecht Haupt (1852–1932) hinterließ die von ihm erworbenen und gesammelten aus Italien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden stammenden Bücher, Drucke und Handzeichnungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts der TIB bzw. ihrer Vorgängerinstitution.

Die Werke entstanden  in einem Zeitraum vom Anfang des 16. Jahrhunderts bis ins frühe 19. Jahrhundert, wobei der Schwerpunkt der Sammlung im 17. und 18. Jahrhundert liegt. Albrecht Haupt kam 1878 nach Hannover und lehrte dort an der Technischen Hochschule Hannover. Im Laufe seines Lebens stellte er eine umfangreiche Sammlung zusammen, er zeichnete viel auf Reisen und schuf selbst die Abbildungen für seine wissenschaftlichen Publikationen zu Themen der Architektur- und Stilgeschichte.

Die Sammlung Albrecht Haupt lässt sich heute in drei Teilbestände einteilen:

  • etwa 1.600 monographische Bände zu Architekturgeschichte, -theorie, Gärten und verschiedenen anderen Themen,
  • circa 6.000 von Albrecht Haupt und Schülern angefertigte architektonische Reiseskizzen,
  • über 6.000 graphische Einzelblätter hauptsächlich aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, bestehend aus Handzeichnungen und Druckgrafiken.

Die graphischen Einzelblätter sind bereits vollständig digitalisiert, die Reiseskizzen werden zurzeit nach und nach digitalisiert. Einzusehen sind diese digitalisierten Bestände auf der Seite TIB SAH digital. Die Monographien-Sammlung wird derzeit ebenfalls digitalisiert, die bereits digitalisierten Werke sind über unseren TIB-Viewer einsehbar.

In diesem Blogbeitrag wollen wir uns auf die Titelblätter der Monographien aus der Sammlung/Bibliothek von Albrecht Haupt konzentrieren, vor allem auf die Alten Drucke. Als Alte Drucke werden Werke bezeichnet, die noch auf einer Handpresse hergestellt wurden. Dies betrifft Werke, die von etwa 1500 bis 1850 entstanden sind. Danach kamen vermehrt die Maschinenpressen zum Einsatz, die den Beginn der modernen Buchproduktion einläuteten.

Schöne und eindrucksvolle Titelblätter der Haupt-Monographien – eine Auswahl

Leonis Bapistae Alberti Flore[n]tini viri|| clarissimi Libri De re ædificatoria dece[m]. Opus|| integru[m] et absolutu[m]: diligenterq[ue] recognitum.|| …  (1512)

Im Lateinischen können, wie in diesem Fall, Abbreviaturen vorkommen. Abbreviaturen stellen eine Sonderform von Abkürzungen dar, die bei Alten Drucken häufig anzutreffen sind, zum Beispiel integrū wird als integru[m] erfasst.

Diverse Imprese Accommodate A diuerse moralità, con versi che i loro significati dichiarano insieme con molte altre nella lingua Italiana non piu tradotte (1564)

Die italienische Übersetzung des Emblembuchs von Andrea Alciati beinhaltet zahlreiche Abbildungen im Holzschnitt. Der Holzschnitt ist ein Hochdruckverfahren und kann deshalb im selben Arbeitsschritt zusammen mit dem Text gedruckt werden.

KirchenGeschmuck. Das ist: Kurtzer Begriff der fürnembsten Dingen, damit ein jede recht und wol zugerichtete Kirchen geziert und auffgebutzt seyn solle Allen Prelaten und Pfarrherren durch das ganzte Bistumb Regenspurg sehr notwendig. In Lateinischer und Teutscher Sprach/ sambt beygesetzten etlichen schönen Figuren. (1591)

Das Werk, das verschiedenstes Kirchengerät zusammenstellt, ist in deutscher und lateinischer Sprache verfasst und in für deutsche Druckwerke typischer Frakturschrift gedruckt. Auch hier sind die Abbildungen auf dem Titel und im Inneren des Buches Holzschnitte. Drucker, hier Adam Berg, nehmen bei den Alten Drucken eine besondere Rolle ein, da die Werke mit der Handpresse hergestellt werden.

Theatrum vitae humanae (1596)

Das Titelblatt sowie die Illustrationen im inneren des Buches sind Kupferstiche. Sie werden im Tiefdruckverfahren hergestellt und erfordern einen zweiten Arbeitsschritt, da eine andere Presse als für den Buchdruck benötigt wird. Das Titelblatt erwähnt nicht nur den Autor J. J. Boissard, sondern weist auch lobend auf den Kupferstecher Theodor de Bry hin.

Emblemata Politica (1640)

In diesem Emblembuch findet ebenfalls der Kupferstich sowohl auf dem Titel als auch bei den Illustrationen seine Anwendung. Während die deutsche Erläuterung in Fraktur gesetzt ist, werden die lateinischen Bildunterschriften in die Kupferplatte graviert, wodurch die Erstellung der Buchseite in einem Vorgang ermöglicht wird.

Im Frauwenzimmer Wirt vermeldt von allerley schönen Kleidungen vnnd Trachten der Weiber/ hohes vnd niders Stands/ wie man fast an allen Orten geschmückt vnnd gezieret ist/ Als Teutsche/ Welche/ Französische/ Engelländische/ Niderländische/ Böhemische/ Bayerische/ vnd alle anstossende Länder. Durchauß mit neuen Figuren gezieret/ dergleichen nie ist außgangen. (1880)

Diesem Neudruck lag die Ausgabe von Sigmund Feyerabend zugrunde, die 1586 in Frankfurt erschienen war. Das Titelblatt weist den für Alte Drucke typischen Wechsel von roter und schwarzer Druckfarbe auf. Titel und Texte sind im Schrifttyp Fraktur gesetzt und in altdeutscher Sprache verfasst. Die Abbildungen auf dem Titel und im Inneren des Werkes wurden im Holzschnitt von Jost Amman ausgeführt.

Vom Papier zum Pixel: Wie wird aus einem alten Buch ein digitaler Schatz?

Wer mehr über die Retrodigitalisierung und unseren Digitalisierungsprozess erfahren möchte, ist herzlich eingeladen zum Digitaltag am 26. Juni 2026 an einer kostenlosen 90-minüten Führung an unseren TIB-Standort in Rethen (Bremer Straße 2, 30880 Laatzen-Rethen) von 14 bis 15.30 Uhr teilzunehmen. Dort geben wir Einblicke in unserer Arbeit in der Retrodigitalisierung und in unser großes Büchermagazin. Bis zum 24. Juni 2026 kann sich jeder per E-Mail unter [email protected] anmelden.

Retrodigitalisierung – vom Papier zum Pixel

Viele wissenschaftliche Schätze schlummern in den analogen Beständen der TIB – meist schwer zugänglich und oft nur vor Ort nutzbar. Dank Retrodigitalisierung ändert sich das: Durch die Digitalisierung werden gedruckte Bücher, Karten und weitere analoge Materialien gesichert und historisches Wissen sichtbar, durchsuchbar und nachhaltig verfügbar gemacht.

In der Blogreihe „Retrodigitalisierung – vom Papier zum Pixel“ zeigt die TIB Schätze, die nun nicht mehr nur in den Regalen der Bibliothek stehen, sondern online von überall auf der Welt angesehen werden können. Auch einen Blick hinter die Kulissen der Retrodigitalisierung wird es geben: Wie werden aus analogen Beständen digitale Ressourcen? Welche technischen und rechtlichen Herausforderungen gibt es dabei? Von der Auswahl der Materialien über Scanprozesse bis zur Langzeitarchivierung – die Reihe beleuchtet Retrodigitalisierung als eine wichtige Aufgabe moderner Bibliotheken.

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Outsourcing science communication: commercial providers, pitfalls and better alternatives

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“Dear Dr Musterfrau, I came across your paper and thought your work could make a real impact if shared beyond academia.”

Illustration: Jasmina El Bouamraoui and Karabo Poppy Moletsane, CC0, via Wikimedia Commons

Any researcher who publishes academic work these days is surely familiar with this kind of emails flooding their inboxes. Unlike predatory publishing, where authors are approached with quick but questionable-in-quality offers to publish their articles (more on that here), the emails mentioned above concern offers in the realm of science communication for a broader audience.

Providers such as “SciPod”, “SciTube”, “Research Outreach” and the like offer to adapt research findings into popular formats like podcasts, videos or infographics. However, are these services legit? And who should pay for them?

This article puts the commercial service providers in order, discusses their alternatives, and explains why publication funds typically don’t cover the costs in this case.

Why science communication is often delegated

The expectation of research having an impact on society grows constantly. Strengthening public trust in science is emphasized in political debates. Therefore, science communication activities are considered a key aspect of knowledge transfer aimed at bridging the gap between the public and the scientific community.

Funding agencies are increasingly placing value on knowledge transfer activities and the dissemination of research results to relevant target groups. Evaluation criteria for individuals and institutions are also increasingly taking public visibility and knowledge transfer into account.

Making science accessible to non-experts requires diverse forms of publication (Elliot 2022). However, the practice can be discouraged by circumstances facing most researchers: lacking the necessary skills, time, and/or resources. Added to this is the so-called “Sagan effect”, which may also deter active participation.

SciPod & Co.: Not “predatory”, but should be treated with caution

The mandate for knowledge transfer has created a market for service providers who reprocess and resell research findings. Typical products include short videos, podcasts, animations, or articles, which are usually published under a free license and thus available to the public. For researchers as their clients, prices for production range from 1,000 to 4,000 pounds; often, additional visibility promises are made for social media or newsletters, or they can be booked via corresponding packages.

These companies reach their clients through extensive cold emails described at the beginning, among other methods. Given the heightened awareness among many researchers regarding “predatory journals”, this understandably raises skepticism at first sight. In our assessment, while none of the service providers known to us can be clearly classified as “predatory”, some business practices may nonetheless appear dubious. Discussions on this topic among researchers are controversial. Anyone who nevertheless wishes to use such services should do so with careful consideration.

What Studies and Communities say

The topic of using these services is discussed on platforms like ResearchGate and Reddit. One user, for example, reports that communicating with their editor turned out to be so tedious that he would have preferred to do it himself in the end. Others are suspicious because information about costs wasn’t made transparent until late in the communication process with the providers, or because details regarding licenses provided are inconsistent. In addition to aggressive marketing, some providers are criticized for opaque fee structures, exaggerated visibility claims, or quality issues. On the other hand, there are also many who report positive experiences and highly satisfactory outcomes.

A study by Hamid R. Jamali (2025) surveyed 104 researchers who have used services such as researchoutreach.org or researchfutures.com. Although (overall) satisfaction with the representation of research results was high, 67 percent of the participants stated that the publication made no significant impact. Jamali therefore recommends a clear definition of goals and target audiences in advance.

Should I choose from these services? If so, how?

As with all publishing services, we recommend carefully evaluating such offers in terms of funding, licensing, reach projections, and cost-benefit assessment.

  • Funding: Open Access funds at universities generally don’t cover these costs, since these don’t concern peer-reviewed first publications. Therefore, please make sure to secure funding through other means well in advance, so that you wouldn’t have to pay out of your own pocket.
  • Licensing: For legally compliant distribution and reuse of your content, an open license (ideally CC BY) is essential. If you have any questions regarding which license to choose, we’d be happy to advise you at [email protected].
  • Reach & Target Audience: The choice of media format should be tailored to your target audience. You’re more likely to make a real impact by taking advantage of established formats and platforms among your own target audience, who are often more than receptive to your contribution, while rarely charging a fee. It’s worth doing some research: Which popular science podcasts, blogs, or magazines align with your topic?

Use of internal and external alternatives

Your first point of contact should be the press office/public relations office of your institution. Colleges, libraries, and professional societies often provide their own platforms and formats. One example is the podcast list on the Portal for International and Interdisciplinary Legal Research: FID intRecht. The BorgNetzwerk is currently working to establish a Wikibase-based online library for academic podcasts and videos called WissKom Wiki. Through TIB AV-Portal and TIB ConRec Service, TIB offers ways to visualize research results and make them available online. Where such programs are lacking, it is worthwhile to actively encourage their development. Currently, only a few initiatives are attempting to bridge the funding gap, such as the HRA Fund of the Hamburg Research Academy.

Illustration: Jonas Hauss, CC BY 4.0, Open Science/Open Access Graphics Package

Conclusion: Give preference to non-commercial alternatives

As diverse as they are, commercial providers’ primary pursuit is profit-driven goals that don’t always align with the values of the scientific community (transparency, openness). Overall, we recommend focusing on non-commercial alternatives for science communication, which may involve working in and with Wikipedia, public broadcasters, or community-driven initiatives. Not only are the publications freely accessible, but they are also free of charge for authors, and in some cases achieving greater visibility than commercial providers.

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