Zum dritten Mal hintereinander gewinnt Ng On Yee den Titel der British Open. Dabei setzt sie sich zum ersten Mal auf der World Women’s Tour gegen Bai Yulu, Nummer eins der Weltrangliste und amtierende Weltmeisterin, durch. Es ist On Yees 24ter Ranglistentitel.

Neben dem schönen Glaspokal bekommt sie £3.000 Preisgeld, die zweitplatzierte Bai bekommt £1.500. Ein Titelgewinn bei den Frauen entspricht auf der Main Tour ungefähr der Hälfte des Preisgeldes, das es für den Gewinn eines Erstrunden-Qualifikationsmatches bei der WM gibt.

Verdienter British Open Hattrick

Fünfmal stand On Yee in dieser Saison schon in einem Finale. Und das bei sechs Teilnahmen. Besser war dieses Jahr nur ihre Finalgegnerin, die ebenso fünfmal in einem Finale stand und davon vier gewann.

On Yee hatte U-21-Siegerin Narucha Phoemphul geschlagen. Bei ihrem 4-0-Halbfinalsieg gegen Rebecca Kenna machte sie das Turnierhighbreak von 104. Bai Yulus Weg ins Finale führte über So Man Yan und Reanne Evans.

Yulu legte mit einer 67 gleich richtig los. Dann schnappte On Yee ihr den zweiten Frame auf Schwarz weg und machte ihrerseits ein tolles Break von 85, bevor Yulu wieder ausglich. Die letzten beiden Frames waren von Taktik und Kampf geprägt. Yulu kam nicht in ihre gefürchteten Breaks und On Yee spielte konzentriert und souverän und machte noch eine 66 zum Matchgewinn.

Jay Vokes, der das Finale leitete, stellte übrigens auch einen Rekord auf. Mit 17 Jahren ist er der jüngste Schiri, dem je diese Ehre zuteil wurde.

Schiri Jay Vokes vor dem British Open Finale zwischen Ng On Yee und Bai Yulu.

Nochmal nachgucken könnt ihr das Finale hier. Mir hat es besonders gefallen, dass zwei Frauen in der Box waren: Shabnam Younus-Jewell und Kelly Barker. Erstere nicht nur bekannt durch ihren Podcast Framed, sondern auch durch ihre BBC-Fernseharbeit und zweitere ein Super-Snookerfan und dieses Mal auch als Spielerin dabei. Alle Spiele in der Übersicht findet ihr wie immer auf unserer Turnierseite.

Tour Championship als Endspurt zur WM

Seit heute läuft mit der Tour Championship das letzte Turnier vor der WM. Als erstes spielen Judd Trump und Mark Allen (momentan 4–4) sowie Barry Hawkins und Thepchaiya Un-Nooh (momentan 5–3) gegeneinander. Gefolgt von Wu Yize gegen Chris Wakelin (Montag, 20 Uhr) und Mark Williams gegen John Higgins (Dienstag, 14 Uhr).

So wenig ich dieses Turnier für nur zwölf Spieler auch mag, immerhin genieße ich die Best-of-19-Distanz. Alle Spiele im Überblick findet ihr hier. Ich gucke auf Channel 5, weil sie Steven Hallworth für die Box angeheuert haben. Aber ihr könnt natürlich auch auf Eurosport gucken, wo ihr deutschen Kommentar bekommt.

https://snookerpro.de/artikel/ng-on-yee-verteidigt-erneut-den-british-open-titel/

#Frauensnooker

Bai Yulu gewann gestern in souveräner Manier die WSF Women’s Championship in Bulgarien und sichert sich damit erstmals den Weltranglistenplatz Nummer 1 bei den Frauen. Im Finale der WSF Junior Championship triumphierte Michael Larkov, der sich damit ein Ticket für die nächste Saison auf der Main Tour holt.

Bai Yulu unaufhaltsam auf dem Weg zur Nummer 1

Zum Titelgewinn bei der WSF Women’s Championship 2026 stürmte Bai Yulu, ohne im Turnierverlauf auch nur einen einzigen Frame abzugeben. Man könnte auch sagen, sie gönnte ihren Gegenspielerinnen nichts. Den ersten Frame des Finals gegen Ng On Yee klaute sie nämlich noch, nachdem sie schon Snooker benötigte.

Dank des vierten Titels auf der World Women’s Snooker Tour allein in dieser Saison und unfassbaren 39 in Folge gewonnenen Matches darf sich Bai Yulu jetzt auch offiziell die Beste der Welt nennen. Denn sie löst Mink Nutcharut an der Spitze der Weltrangliste ab und übernimmt erstmals in ihrer Karriere die Spitzenposition. Im Moment fällt es einem schwer sich vorzustellen, dass sie diese Position in näherer Zukunft wieder aufgeben muss.

Die jungen Hoffnungen kommen aus Thailand

Während Bai Yulu einsam an der Spitze kreist und Ng On Yee noch diejenige ist, die am ehesten mithalten kann, tut sich etwas im Feld dahinter. Die ehemalige Weltranglistenerste Mink Nutcharut schied schon im Halbfinale gegen Ng On Yee aus. Dieses harte Los ereilte sie, nachdem sie nur den dritten Platz in der Gruppenphase erreichte. Zwei ihrer jungen Landsfrauen übertrafen sie: Narucha „Jel“ Phoemphul (20) und Panchaya Channoi (17). Die beiden bestritten auch das U-21 Finale, in dem Panchaya Channoi triumphierte.

Wir sollten noch keine Abgesänge auf Mink singen, jede kann man eine schlechte Woche erwischen. Aber es zeigt doch, dass mehrere vielversprechende junge Talente aus Thailand kommen. Neben den beiden gibt es ja auch noch Ploy Laokiathphong, die letztes Wochenende zusammen mit Waratthanun Sukritthanes und Baipat Siripaporn Bronze für Thailand im Heyball gewann.

Außerdem gab die 15-jährige Alexandra Ceruta aus Moldau ihren Einstand auf der WWS Tour. Ihr gelang es, sich aus der Gruppenphase für die K.O.-Runde zu qualifizieren und schied dort gegen Bai Yulu aus. Aber es freut sehr, ein neues und wirklich vielversprechendes Talent aus Europa zu sehen. Wir werden sie im Auge behalten. Eine Übersicht über alle Ergebnisse der Gruppenphase und K.O.-Phase des Hauptturniers findet ihr auf unserer Turnierseite.

Panchaya Channoi und Jel Narucha

Michael Larkov gewinnt die WSF Junior Championship

Den Titel bei den Junior*innen holte sich Michael Larkov, der sich im Finale mit 5–2 gegen den Topfavoriten Wang Xinbo durchsetzte. Mit dem Titel gewinnt er auch eine Tourkarte für die beiden kommenden Saisons auf der Main Tour. Damit werden mit Michael Larkov und Iulian Boiko wieder zwei Spieler aus der Ukraine auf der Tour vertreten sein.

Das Turnier begann für Larkov mit einem Fehlstart, denn er verlor sein erstes Gruppenmatch. Da er in seinen restlichen Gruppenmatches gut spielte und alle gewann, konnte er sich dennoch als Gruppenerster für die K.O.-Runde qualifizieren. Nach einem 4–0 gegen Mikayel Nersisyan stand er in der Runde der letzten 16 schon kurz vor dem Ausscheiden. Gegen Ayaan Iqbal aus Schottland konnte er ein 1–3 noch drehen. Im Viertelfinale und Halbfinale holte er souveräne Siege gegen Wang Xinzhong (Xinbos Bruder) und Prin Ramukda. Mit vier Centuries spielte er mehr als alle anderen im Turnier und seine 132 war das zweithöchste Break der WSF Junior Championship hinter Chen Qi’ens 140. Die vollständigen Ergebnisse des Turniers findet ihr hier.

Heute beginnt der letzte Wettbewerb der WSF Championship, die inoffizielle Amateur-Weltmeisterschaft. Für den Titel gibt es ebenfalls ein Main Tour Ticket.

Aus der Ukraine nach Deutschland, von der Pyramide zum Snooker

Snooker spielt Michael Larkov erst seit etwa vier Jahren. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine kam er mit seinen Eltern nach Deutschland und hier begann er mit dem Snookerspielen. Seine Tourkarte ist also vielleicht auch ein ganz kleines bisschen ein deutscher Erfolg. Schon zwei Jahre nachdem er mit Snooker begonnen hatte, erreichte er das Halbfinale bei der U16 Europameisterschaft und fiel vor allem mit gutem Breakbuilding auf.

Der schnelle Erfolg kommt aber natürlich nicht aus dem Nichts. Schon in der Ukraine war er im Billardsport aktiv, damals aber noch in der Disziplin Russische Pyramide. Ich weiß darüber nicht viel, aber die Taschen sind dort noch sehr viel enger als beim Snooker, man muss dort also sehr präzise spielen können. Dort war Michael schon als Kind sehr erfolgreich, davon wird er bei seinem Wechsel zum Snooker sehr profitiert haben.

 

https://snookerpro.de/artikel/bai-yulu-nummer-1-michael-larkov-holt-main-tour-ticket/

#Amateure #Frauensnooker

Bai Yulu spielt ein 145 in ihrem Pre-Qualifizierungmatch gegen Wang Xinzhong bei den International Championship in Nanjing.

Bai Yulu schreibt wieder Geschichte

Das ist das höchste Break, das eine Frau in einem Profiturnier jemals gespielt hat. Sie überbot damit Ng On Yees vor einigen Wochen gespielte 137. Und die 145 ist auch das höchste Break in irgendeinem Turnier. Bai Yulu spielte dabei eine Menge tolle Bälle, besonders die letzte Schwarze. Hier könnt ihr es in voller Länge sehen.

Da hat sich das frühe Aufstehen heute richtig gelohnt. Oder wenigstens so halb. Denn leider wurde das Match anschließend beim Stand von 4–4 vom Tisch genommen. Eine Stunde später spielten sie dann auf dem hinterletzten Tisch, wo sich Wang Xinzhong am Ende mit 6–4 durchsetzte.

Viele Absagen für das Turnier

David Gilbert, Ken Doherty, Ali Carter, Mark Williams und Sam Craigie haben aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen die Teilnahme abgesagt. Aber Ronnie O’Sullivan ist dabei, keine Sorge! Er liegt zwar momentan gegen Allan Taylor zurück, aber das wird bestimmt noch.

Thepchaiya Un-Nooh, Daniel Wells und Zhou Yuelong haben ihre Spiele schon gewonnen. Zhou hatte es mit dem anderen Wang-Bruder zu tun, Wang Xinbo. Der Teenager brachte Beeindruckendes auf den Tisch, unter anderem eine 141. Und er verlor das Spiel recht knapp mit 4–6. Momentan sind unter anderem der Weltmeister Zhao Xintong, Mark Selby und Xiao Guodong am Tisch.

Alle Spiele findet ihr im Überblick auf unserer Turnierseite. Zwei Tische sind jeweils komplett auf Discovery+ zu sehen, die Eurosport-Sendezeiten findet ihr hier.

https://snookerpro.de/artikel/bai-yulu-mit-145-dem-hoechstem-break-ever/

#Frauensnooker

Bei den Niche Cues Women’s Snooker Open in Thailand konnte sich erneut Bai Yulu durchsetzen. Im Finale besiegte sie Ng On Yee souverän mit 5–1. So feierte sie ihren dritten Sieg in Folge auf der Frauentour.

Seit März hat Bai Yulu nun schon kein Spiel mehr auf der World Women’s Snooker Tour verloren. Daher hat sie drei der vier letzten Turniere gewonnen: die Weltmeisterschaft, die UK Championship und nun die Women’s Snooker Open in Thailand. Was für eine Machtdemonstration. Den Titel in dieser Woche garnierte sie sich noch mit einer 113, dem höchsten Turnierbreak, einem weiteren Century (111) und insgesamt sechs der acht höchsten Turnierbreaks. In der offiziellen WWS Weltrangliste wird sie derzeit nur auf Rang 3 geführt. Dennoch lässt sich klar sagen, dass sie im Moment die stärkste Frau im Snooker ist.

Bai top, doch die Verfolgerinnen lauern

Auf dem Weg zum Titel musste Bai Yulu dennoch einmal zittern. Und zwar nicht gegen ihre Profi Kolleginnen, denn ihre Siege im Finale gegen Ng On Yee und im Halbfinale gegen Mink Nutcharut (4–1) waren ungefährdet. Aber gestern im Viertelfinale gegen Narantuya Bayarsaikhan aus der Mongolei musste sie in einen Decider gehen. Dort brauchte Bayarsaikhan zwar schon Snooker, konnte aber auf Braun im Spiel auf die Farben die benötigten Foulpunkte erzwingen. Die Farben lagen alle offen in der Tischmitte. Alles, was sie noch von der großen Überraschung trennte, war ein Einsteiger auf Braun und eine nervenstarke Clearance. Sie legte erneut einen fiesen Snooker. Aber diesem Snooker konnte Bai entkommen und lochte Braun als Fluke direkt im selben Stoß. Stellung auf Blau inklusive. Das Match war entschieden.

Bei aller Machtdemonstration zeigte sich also auch, dass es ein breites Feld an Frauen gibt, die Bai Yulu schlagen können, wenn sie mal nicht ihr bestes Spiel erwischt. Die Verfolgerinnen liegen auf der Lauer.

Souveränes Finale in Thailand

Im heutigen Finale erwischte Bai Yulu jedoch ihr bestes Spiel und dominierte das Finale von Anfang an. Im zweiten Frame verpasste Ng On Yee die Chance auf einen Steal und ließ ihre Gegnerin somit früh entkommen. Ich konnte leider das Finale nicht gucken, wenn ihr einen genaueren Eindruck gewinnen wollt, könnt ihr es euch noch on demand auf Youtube ansehen:

Erfolge für Jel Narucha und Charlene Chai

Wie bei allen WWS Turnieren wurden auch in Thailand drei Seitenturniere ausgetragen: Ein Turnier für die Juniorinnen (U 21), eins für die „Seniorinnen“ (Ü 40) und ein Challenge Cup für alle Frühausgeschiedenen. Sowohl im Seniors Event als auch im Challenge Cup setzte sich Charlene Chai aus Singapur durch. Bei den Juniorinnen triumphierte erneut Jel Narucha, wie bereits in allen anderen Juniorinnenturnieren in dieser Saison. Die 19-Jährige macht gerade große Schritte Richtung Weltspitze.

Auch ein anderes junges Talent machte auf sich aufmerksam: Die erst 14-jährige Natcharin Sornprasert konnte ihre Gruppe gewinnen und besiegte dabei unter anderem Jel Narucha und Cheung Yee Ting. Im Achtelfinale folgte ein weiterer Sieg gegen ein anderes großes thailändisches Talent, die 16-jährige Panchaya Channoi, bevor sie erst im Viertelfinale gegen Ploy Laokiatphong ausschied.

 

https://snookerpro.de/artikel/bai-yulu-triumphiert-in-thailand/

#Frauensnooker

Heute war ein guter Tag für das Team von SnookerPRO: Ein ganz klitzekleines bisschen überraschend gingen beim Grand Prix in Xi’an drei ‚unserer‘ Spieler in Entscheidungsframes über die Ziellinie, bei denen der jeweilige Gegner ein klitzekleines bisschen höher im Kurs stand: Oliver Lines, Mark Davis und Matthew Stevens. Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsproduktion von Hjördis, Målin und Lula.

Oli Lines gegen Mark Allen

Ich muss zugeben, in Oli Lines hatte ich heute vorab wenig Vertrauen. Das, obwohl er ja eine gute Saison spielt. Aber Mark Allens Matchplay derzeit ist auch wirklich angsteinflößend. Ich habe also erstmal andere Streams angeworfen und erst rübergeschaltet, als Oli Lines dabei war, den großen Rückstand im ersten Frame in kleinen Schritten Stück für Stück aufzurollen. Gerade rechtzeitig, um noch eine lange und sehr unterhaltsame taktische Safetyschlacht auf die letzten Bälle zu genießen. Am Ende sicherte sich Oli den Mammutframe auf eine Respotted Black.

Der Rest des Matches verlief dann im Gegensatz dazu eher kurzweilig: Mal war es Oli Lines, mal Mark Allen, der den Frame mit einem schnellen Break erfolgreich eintütete. So wurde es trotz Decider am Ende auch nicht unnötig spannend. Nach 3−4 Rückstand ließ Oli nichts mehr anbrennen und gewann die letzten beiden Frames, ohne seinen Gegner auch nur noch einen einzigen Punkt erzielen zu lassen. Das tröstete über meinen leichten Frust bei Lulas Glücksmoment (siehe unten) mehr als hinweg.

Mark gegen Mark

Auch ich hatte heute nicht allzuviel Vertrauen in Mark Davis. Als ich damals seine Auslosung gesehen habe, dachte ich, dafür braucht er doch gar nicht erst so weit zu reisen. (Ich weiß, dass Dark Mavis diese weiten Trips eh nicht besonders gerne macht, aber dann auch noch einen Mark Selby in der ersten Runde …) Naja, jedenfalls kam ich von der Arbeit und erwartete nicht, noch etwas vom Spiel zu sehen. Umso erstaunter war ich, als ich den 3–3-Spielstand sah.

Offensichtlich hatten sie sich bis dahin friedlich im Gleichschritt bewegt und Mark Davis hatte sogar ein Century-Break (129) gespielt. Doch gleich der erste Frame, den ich sah, der siebte nämlich, der ging an Mark Selby. Den ich ja ebenso wie Målin gerne mag, aber bei dieser Paarung gelten natürlich andere Regeln.

Es kann nur einen geben!
#Mark #Snooker #147sf #WeLoveSnooker

— Lula Witzescher (@lulawitzescher.bsky.social) 8. Oktober 2025 um 16:38

Im achten Frame war Selby auf Kurs, das Match für sich zu entscheiden. Aber Davis packte ungeahnte kämpferische Qualitäten aus und stahl den Frame auf Schwarz. Damit hatten wir auch hier einen Entscheidungsframe, in dem Davis das erste Break vergönnt war. Allerdings hatte er nach dem Split der Roten keine Chance, eine davon zu lochen und bei der Safety traf er Gelb und der Spielball lief nicht sicher. Doch Selby verschoss den langen Einsteiger. Davis kam mit einer supercleveren Kombination, an der neben drei Roten (von denen zwei fielen) auch noch Schwarz beteiligt war, wieder in ein Break. Mark Selby spielte anschließend noch ein bisschen um Foulpunkte, legte aber statt einem zwingenden Snooker dem Mark Davis eine letzte Chance hin. Die ließ dieser sich nicht nehmen und ich tanzte schön eine Runde auf dem Tisch.

Matthew Stevens gegen Judd Trump

Ich muss gestehen, dass ich bislang kein Match gesehen habe. Mir fehlte einfach die Zeit. Als ich heute dann erfahren hatte, dass Judd Trump ausgeschieden ist, war ich etwas erstaunt. Musste dann aber grinsen. Denn nach seinem gestrigen Maximum hatte ich mich still und heimlich gefreut, weil er nun zumindest nicht als Sieger aus dem Turnier gehen wird. Kurzum: Ich musste das Match zwischen Judd Trump und Matthew Stevens also nachgucken.

Wirklich Spaß gemacht hat das Match erstmal nicht. Beide Spieler hatten mit dem Tisch ihre Probleme und hohe Breaks waren Mangelware. Zum MSI lag Judd wenig überraschend mit 3–1 in Führung. Nach der Pause war das Glück dann mehr auf Matthews Seite, der dann nach dem siebten Frame erstmalig in Führung ging.

Der achte Frame war dann DER Frame überhaupt. Matthew ging in Führung und Judd brauchte drei Snooker, um noch irgendwas reißen zu können. Und es gelang ihm! Er konnte Matthew tatsächlich die benötigten Foulpunkte abringen und gewann diesen Frame mit der respotted Black. Decider! Der dann aber wieder unspektakulär an Matthew Stevens ging. Die Weltnummer 1 hatte ausgespielt.

Die Underdogs machen den Draw in Xi’an weit auf

Doch ganz allgemein scheint die zweite Runde in Xi’an ein gutes Pflaster für die niedriger Platzierten gewesen zu sein. Auch Stan Moody konnte einen Erfolg gegen einen Top-16-Spieler feiern. Und Robert Milkins hielt den Weltmeister in Schach und sicherte sich mit einem 5–2 den Einzug in die Runde der letzten 32.

In der oberen Draw-Hälfte tummeln sich noch Kyren Wilson, Ronnie O’Sullivan, Neil Robertson, Shaun Murphy, Ding Junhui und erfreulicherweise auch die Nr. 18 der Weltrangliste Wu Yize. In der unteren Hälfte sind aus den Top 16 noch Barry Hawkins, Mark Williams und Si Jiahui dabei. Eine gute Chance also für die niedriger Platzierten, hier ein paar Punkte zu sammeln.

Alle Spiele vom Grand Prix in Xi’an mit Zeiten und Ergebnissen findet ihr auf unserer Turnierseite. Die Eurosport-Sendezeiten stehen hier.

Anna Prisjažņuka erneut Europameisterin

Bei der Wiederholung des letztjährigen Finales der EBSA Europameisterschaften Rebecca Kenna gegen Anna Prisjažņuka setzte sich dieses Mal die Lettin durch. Beide waren vorab die Topfavoritinnen. Rebecca Kenna hatte im Vorjahr gewonnen, Anna Prisjažņuka gewann den Titel 2023. Der Weg ins Finale hätte aber für beide kaum unterschiedlicher laufen können. Bex Kenna schien auf ihrer Mission Titelverteidigung unaufhaltsam und bretterte durch ins Finale, ohne auch nur einen einzigen Frame abzugeben. Anna Prisjažņuka verlor in der Gruppenphase schon etwas überraschend ein Match gegen Ellise Scott und auch im Halbfinale gegen Anja Vandenbussche tat sie sich schwer.

Wir befürchteten ein einseitiges Finale, aber das wurde es zum Glück nicht. Anna holte sich den ersten Frame, dann ging es immer weiter schön im Wechsel. Ein besonderes Highlight war der sechste Frame, in dem beide ihr höchstes Break spielten. Bex legte vor, Anna zog nach und am Ende entschied Bex den Frame nach längerem umkämpften Duell auf die Farben mit einem superfiesen Snooker auf Pink, dem Anna nicht entkommen konnte. Es folgte ein typischer nervöser Decider, in dem kurzes Einfrieren des Bilds zusätzlich zur Spannung beitrug. Am Ende lochte Anna Prisjažņuka Blau und Pink und machte so ihren zweiten EM-Titel perfekt. Herzlichen Glückwunsch!

Für Anna freuen wir uns auch insbesondere deswegen, da es ein kleiner Underdog-Sieg ist, der mal wieder daran erinnert, dass die Snookerwelt aus mehr als nur England und China besteht.

Wer Lust hat, das Finale nochmal nachzuholen, kann sich den Stream auch noch nachträglich auf Youtube ansehen:

Noch mehr Europameistertitel zu vergeben

Bei den Europameisterschaften der EBSA (European Billards & Snooker Association) in Albanien gibt es noch eine Reihe anderer Wettbewerbe. Den Titel der Senioren konnte Craig Steadman verteidigen. Daneben laufen bereits die Teamwettbewerbe der Senior*innen und Frauen, nächste Woche auch der Männer. Außerdem wird die Europameisterschaft der WDBS (World Disability Billiards & Snooker) ausgetragen. Ebenso ein Shootout-Format, sowie ein Turnier im 6-Reds Format. Und auch das nächste Event der Q Tour wird am Wochenende ebenfalls in Golem, Albanien stattfinden.

Wem die anderen Snookerangebote noch nicht ausreichen, kann ja mal reinschauen. Insbesondere die Team-Wettbewerbe sind immer sehr nett anzusehen als Abwechslung zum sonst so brutalen Individualsport. Eine Übersicht gibt es auf der Homepage der EBSA. Es gibt in der Regel mehrere kostenlose Streams aus denen mal wählen kann, eine Übersicht davon ist im Livescoring zu finden.

https://snookerpro.de/artikel/aufstand-der-zwerge-in-xian/

#Frauensnooker #TeamarbeitSnookerPRO

Bei den Australian Open der Frauen setzte sich die nächste Generation durch: Ploy Laokiatphong gewann den Titel im Finale gegen Narucha ‚Jel‘ Phoemphul, die ihrerseits das U21-Turnier gewann.

Zweiter Ranglisten-Titel für Ploy

Seit 2018 spielt sie auf der Women’s Tour und hat dort serienweise U21-Titel abgeräumt. Damit galt sie als große Hoffnung, den ‚alten‘ Frauen wie Ng On Yee, Mink Nutcharut und Baipat Siripaporn den Rang abzulaufen. Doch im Hauptfeld war der jetzt 23-Jährigen seit den Asia-Pacific-Championship 2023 kein Titel mehr vergönnt gewesen.

Nachdem sie beinahe makellos ins Halbfinale gekommen war – lediglich ihre Partie gegen Jessica Woods hatte sie verloren und sonst keinen Frame abgegeben – lieferte sie sich gegen Mink Nutcharut ein enges Duell bis zur letzten Pinken im Decider. Jel Narucha hatte im Halbfinale mit 4–0 gegen Joey Thome gewonnen.

Im Finale hatte sie den besseren Start, musste den ersten Frame aber noch auf Schwarz an Ploy abgeben. Die baute ihre Führung auf 3–0 aus, bevor Jel sich den ihren ersten Frame sichern konnte. Doch mit einer 39 besiegelte Ploy ihren 4–1-Sieg.

Jel hatte sich am Sonntag schon den U21-Titel gesichert, den vierten in dieser Saison. Dabei schlug sie die nächste vielversprechende Teenagerin Phakwalan Kongkaew mit 3–2. Auf diese beiden Spielerinnen werden wir zukünftig ein Auge haben, denn sie haben in den letzten Monaten schon einige beeindruckende Leistungen gezeigt.

Grand Prix in Xi’an

Seit Dienstagmorgen läuft die Endrunde des Grand Prix in China. Gleich im ersten Spiel machte Judd Trump gegen Ng On Yee eine 147. Nur einige Stunden später tat Aaron Hill es ihm nach und spielte das zweite Maximum seiner Karriere. Insgesamt stehen nun 230 offizielle Maximum-Breaks auf der Liste, bei der wir kaum hinterherkommen, sie aktuell zu halten. Es war das 13. Maximum in dieser Saison. Es gab mal eine Zeit, als wir den Millionenbonus für 20 Maximum-Breaks in einer Saison für absurd gehalten haben.

Ansonsten gab es nicht viel zu berichten. Die meisten Favoriten gewannen ihr Auftaktmatch, unter ihnen Neil Robertson, Judd Trump, Zhao Xintong, Mark Williams und Ronnie O’Sullivan. Der einzige Top-16-Spieler, der sich nicht weiterkam, war Chris Wakelin. Der musste sich mit Zhang Hao einem Amateur geschlagen geben.

Um 4 Uhr geht’s weiter. Alle Spiele findet ihr hier in der Übersicht. Die Eurosport-Sendezeiten stehen hier.

Snooker 900 auf Pluto TV

Nicht ganz so brandneu, wie die penetrante Werbung uns glauben machen möchte, ist das Snooker 900 auf Pluto TV. Angeblich jetzt mit großer Unterstützung des größten Snookerspielers aller Zeiten läuft die Turnierserie dort, um jungen Spieler*innen Matchpraxis und Sichtbarkeit zu verschaffen. Gerade habe ich mal reingeschaltet und gucke jetzt die Youngster Tony Knowles und Tony Drago, zusammen gefühlt über 150 Jahre alt. Aber lustig ist es trotzdem.

900 Sekunden, also 15 Minuten pro Frame maximal, wer am Ende der 15 Minuten die meisten Punkte hat, gewinnt den Frame. 20 Sekunden Shot-Clock und bei jedem Stoß muss ein Ball die Bande berühren. Es sei denn, es wird ein Ball gelocht. Wenn ihr Lust auf sowas habt, guckt einfach mal rein.

https://snookerpro.de/artikel/titel-fuer-ploy-laokiatphong-maxi-alarm-in-xian/

#147 #Frauensnooker

Betrachtet man die letzten Saisons bei den Ranglistenturnieren der Frauen, fällt auf, dass diese immer irgendwelchen Schwankungen unterlagen. In den letzten Jahren, seit die World Women’s Tour unter dem Dach von WPBSA angesiedelt ist, hat sich das Angebot zumindest zahlenmäßig einigermaßen stabilisiert. Zum steten Kern gehören seitdem die UK Championship, das Masters und die Weltmeisterschaft. Andere Turniere fielen in den kommenden Saisons weg, neue wurden ins Leben gerufen. Während der Covid-Pandemie durften im Gegensatz zu den männlichen Kollegen die Frauen überhaupt keine Ranglistenturniere austragen. In der Saison 2021/2022 gab es dann immmerhin wieder sechs Turniere. Seitdem steigt die Anzahl.

Neue Ranglistenturniere

In dieser Saison gibt es gleich zwei neue Ranglistenturniere für Frauen. Ende Oktober findet in Thailand die Niche Cues Women’s Snooker Open statt. Es ist das erste WWS-Ranglistenturnier in Asien neben der Weltmeisterschaft.

Ins Leben gerufen wurde zudem die Irish Women’s Snooker Open, die Ende November ausgetragen wird.

Wie bei den Frauenturnieren üblich, wird es auch bei diesen beiden Turnieren Nebenspielplätze für unter 21-Jährige und über 40-Jährige geben. Die genaueneren Details, wie zum Beispiel das Draw, sind noch nicht bekannt. Für die Women’s Snooker Open laufen gerade die Anmeldungen. Sobald alles geklärt ist, findet ihr die entsprechenden Informationen hier und hier.

Und falls ihr euch wundert, dass bislang nur sechs Turniere für diese Saison gelistet sind: Die Daten werden leider erst nach und nach von WWS bekannt gegeben und dann natürlich von uns nachgepflegt.

 

https://snookerpro.de/meldungen/neue-ranglistenturniere-fuer-frauen/

#Frauensnooker

WPBSA SnookerScores - World Women's Snooker - Past Tournaments

Welcome to WPBSA SnookerScores where you can view the latest information from tournaments staged by the WPBSA Group.

Bai Yulu verteidigt ihren Titel als UK Champion! Sie gewann gestern das umkämpfte Finale gegen Ng On Yee mit 4–2. Es ist ihr fünfter Weltranglistentitel.

Bai Yulu war natürlich als Top-Favoritin in das Turnier gestartet. Nach ihren starken Main-Tour-Auftritten gilt sie als stärkste der Profi-Spielerinnen, auch wenn Reanne Evans gerade ihren dritten Frühling spielt. Die musste allerdings gleich in der ersten K.O.-Runde gegen Ng On Yee ran. Und verlor im Entscheidungsframe.

Yulu gewann zwar gegen Tessa Davison im Viertelfinale, punktete dabei aber nicht wie üblich. Im Halbfinale traf sie auf Bex Kenna, die ein starkes Turnier spielte. Ihr hätte ich (Lula) auch mal einen UK Champion Titel gegönnt. Gegen Jel Narucha hatte Bex nach einem 0–2-Rückstand ein starkes Kommzurück hingelegt. Leider konnte sie das im Halbfinale nicht erfolgreich wiederholen. Gegen Yulu geriet sie sogar 0–3 zurück und kam noch einmal auf 2–3 heran, bevor Yulu sich mit einer 54 den Finalplatz sicherte.

Im Turnierverlauf zeigte sich auch Mink Nutcharut sehr stark. Doch ausgerechnet im Halbfinale gegen Ng On Yee fand sie überhaupt nicht ins Spiel. Nachdem beide schwach gestartet waren, war es On Yee, die sich stabilisieren und ins Finale einziehen konnte.

Ein Finale mit starken Start

Am Abend startete On Yee stark ins Spiel, Yulu konterte mit einer 102. (Das war auch das höchste Break des Turniers, das sie sich mit Mink teilte.) Den dritten Frame hatte On Yee fast in der Tasche, doch Yulu klaute sich den noch auf Schwarz mit guten Safeties auf Blau und Pink. Danach ließ das Spiel etwas nach. On Yee glich aus, Yulu ging wieder in Führung und im sechsten Frame sah es nach einem möglichen Decider aus. Doch nach einer gefühlten Ewigkeit (75 Minuten) entschied Yulu das taktische Duell auf die Farben für sich und konnte sich erneut UK Champion nennen.

Es ist Nachwuchs in Sicht

Eine gute Turnierleistung legte Jel Narucha an den Tag. Nachdem sie im Hauptturnier mit einem Sieg über die Nr. 6 der Rangliste Anupama Ramachandran das Viertelfinale erreichte, gewann sie noch den U21-Wettbewerb gegen Beam Phakwalan.

Einige neue Gesichter waren dieses Mal im Achtelfinale dabei. Wer findet sie?

hinten v.l.: Anupama Ramachandran, Rebecca Kenna, Tessa Davison, So Man Yan, Ng On Yee, Reanne Evans, Bai Yulu, Zeinab Shahi. Vorne v.l. Baipat Siripaporn, Jel Narucha (Phoemphul), Beam Phakwalan (Kongkaew), Anna Prisjažņuka, Laura Killington, Deborah Fladgate, Mink Nutcharut, Audrey Chua.

Hammad Miah gewinnt erstes Q-Tour Event in Stockholm

… und Målin hat’s für euch geschaut.

Die europäischen Q-Tour, Snookers zweite Liga, wenn man so will, startete dieses Wochenende in Stockholm. Ein bisschen was hat sich zur Vorsaison geändert: ein reines Knock-Out-Draw ersetzt Hauptfeld mit vorausgehender Qualifikation; alle Spiele sind best-of-7; die Rangliste wird aus Punkten erstellt und belohnt jetzt meh die Konsistenz; es gibt ein höheres Preisgeld und die Mehrheit der Turniere finden nicht in Großbritannien, sondern in Kontinentaleuropa statt. Schweden war nun also der erste Gastgeber.

Trotz europäischem Austragungsort dominierten die Engländer. Im rein englischen Finale setzte sich der frühere Profi Hammad Miah gegen „Mauerblümchen“ Patrick Whelan durch. Letzterer konnte sich über die letzten Jahre zwar stetig verbessern und zu den Top-Amateuren aufrücken, ist inzwischen aber auch nur noch moderat junge 27 Jahre alt. Ein Spätstarter?

Michael Larkov macht auf sich aufmerksam

Sieben der acht Viertelfinalisten waren Engländer, mit vielen von ihnen sind wir alle bestens vertraut: Peter Lines, Alfie Burden, Barry Pinches, Craig Steadman, usw. Zu ihnen hatte sich aber auch ein 16-jähriges Talent aus der Ukraine geschummelt, das vielen vielleicht noch nicht so vertraut ist: Mykhailo Larkov lebt in Deutschland und war in seiner Kindheit in der Ukraine sehr erfolgreich in russischer Pyramide. Da er selbst die deutsche Schreibweise seines Names nutzt, halten wir das ebenso.

Seit seinem Wechsel zum Snooker konnte Michael schon einige Achtungserfolge erzielen, u.a. gewann er das letztjährige Finale der German Snooker Tour und er besiegte im Mai Ken Doherty in der deutschen Bundesliga. Auf der Q Tour erreichte er dieses Wochenende das Halbfinale und schlug einige gute Spieler auf dem Weg: Kaylan Patel, Mark Lloyd, Andres Petrov, Denys Khmelevsky und Barry Pinches. Seinen 4–2 Sieg über Ex-Pro Andres Petrov rundete er mit einer 140 ab, dem höchsten Break des Turniers. Michael Larkov: Ein Talent, das man unbedingt im Auge behalten sollte.

Qualifikation für den Xi’an Grand Prix

Ohne Pause geht’s weiter mit der nächsten Qualifikation. Heute gibt es mal ein Shout-Out an die Kollegin von Total Clearance, die keine Gelegenheit verstreichen lässt, unseren Blog zu erwähnen. Die liebe Kathi wird das Match Wu Yize gegen Florian Nüßle einige Fingernägel gekostet haben. Es war schwer, Fan von beiden zu sein und sich das anfängliche Gemetzel anzugucken. Es dauerte keine Dreiviertelstunde, da führte Wu Yize mit 3–0. Im vierten Frame spielte Florian allerdings ein schönes 65er Break zum Framegewinn und lochte dabei einige sehr souveräne Bälle. Und er schloss anschließend mit einer 76 zum 2–3 auf. Wu Yize haute dann eine 135 raus, aber Florian konterte mit einer 62 und glich danach mit einer 64 zum 4–4 aus.

Ich (Lula) hätte ehrlich gesagt nicht davon zu träumen gewagt, dass Flo hier einen Entscheidungsframe spielen würde. Doch hier konnte er aus seiner Chance nur 9 Punkte machen und Wu Yize ging 61-9 in Führung, bei 51 noch auf dem Tisch. Bei seiner zweiten Chance versenkte Flo ein paar geile Bälle, konnte aber keinen zwingenden Snooker legen. Wu Yize ließ dann nichts mehr anbrennen.

An den anderen Tischen war die andere Jungschar der Kontinentaleuropäer am Start: Sowohl Artemijs Žižins wie auch Révész Bulcsú waren in ihren Matches in Führung gegangen. Doch leider blieben das die einzigen Framegewinne. Die Übersicht über alle Partien findet ihr wie immer auf der Turnierseite.

Um die Spiele zu gucken, könnt ihr unseren Trick 17 verwenden. Falls ihr kein Discovery+ habt.

https://snookerpro.de/artikel/bai-yulu-erneut-uk-champion/

#Frauensnooker #MålinUndLulaTeamarbeit #QTour

Bei der WM in China hat Bai Yulu ihren Titel erfolgreich verteidigt. Sie gewann das umkämpfte, gut siebenstündige Finale gegen Mink Nutcharut mit 6–4. Dies ist ihr vierter Titel, der zweite in dieser Saison.

Der Siegerinnen-Scheck über £12.000 mag angesichts der halben Million für den Profi-Weltmeister lächerlich scheinen. Aber wer sich mit Frauensnooker ein bisschen auskennt, weiß, dass das schon das Ergebnis einer kontinuierlichen Steigerung über die letzten Jahre ist. Selbst die £5.500 für die andere Finalistin sind noch ein Vielfaches des Siegpreises von vor elf Jahren. 2016 betrug das Preisgeld für die Weltmeisterin £1.200.

Bitteres Ende für Mink Nutcharut, Titel für Bai Yulu

Das Finale zwischen der Nummer eins und zwei der Setzliste war wie erwartet auf Augenhöhe. Die höchsten Breaks des Spiels von 61 (Yulu) und 54 (Mink) sind ein gutes Zeichen dafür, dass hier mehr gekämpft als lockere Breaks gespielt wurden.

Vier der ersten fünf Frames wurden auf Pink oder Schwarz entschieden. Und auch in den restlichen Frames hatten immer beide Spielerinnen ihre Chancen. Bai Yulu war gleich zu Beginn in Führung gegangen, die nächsten drei Frames holte sich Mink Nutcharut. Danach verkürzte Yulu, Mink zog wieder davon. Doch nach dem 2–4 erkämpfte Yulu sich Frames für Frame und ging 5–4 in Führung.

Im neunten Frame hatte Mink den Ausgleich auf dem Queue und hätte locker auch den Entscheidungsframe gewinnen können. Sie lochte aber nicht nur Pink, sondern auch den Spielball und damit war der Weg zum Titel für Bai Yulu frei. Hier könnt ihr alles in voller Länge nachgucken.

Bai Yulu auf dem Weg in die Hall of Fame

Durch die Titelverteidigung ihres ersten WM-Titels gesellt sich Bai Yulu in die Riege der mehrfachen Weltmeisterinnen. Sie ist die siebte, der das gelungen ist. Rekordweltmeisterin Reanne Evans hat insgesamt zwölf Titel gewonnen, Allison Fisher kommt auf sieben, Kelly Fisher hat fünf WM-Titel gewonnen, Karen Corr und Ng On Yee jeweils drei und Vera Selby hat ebenso wie Bai Yulu einen zweiten Titel gewinnen können.

Während manche der anderen ihre Karriere schon beendet haben, die Disziplin gewechselt haben oder sich im Spätsommer ihrer Karriere befinden, hat Bai Yulu ihre Zukunft noch vor sich. Wir denken es werden noch viele Titel folgen. Und wir freuen uns, ihren weiteren Weg auf der WWS Tour aber auch auf der Main Tour mitzuverfolgen.

Ein Auge auf Xia Yuyin

Xia Yuyin hatte bei der diesjährigen WM einen ausgesprochen guten Auftritt. Im letzten Jahr war sie in der Gruppenphase knapp gescheitert. Doch nach ihrem Sieg über Reanne Evans war klar, dass in diesem Jahr mit ihr zu rechnen war. Im Viertelfinale ließ sie Amee Kamani kaum eine Chance und gewann mit 4–1.

Ihre Niederlage gegen Bai Yulu im Halbfinale sieht nach einem souveränen Whitewash aus. Doch guckt mal bitte auf die Framescores: 68-33, 59-45, 57-53, 61-34, 67-15. Einen Frame verlor sie auf Schwarz, einen anderen auf Pink. Ich hoffe, dass wir sie vielleicht auch bei anderen Turnieren als der WM wiedersehen. Sie könnte die Spitze zukünftig gerne ein bisschen aufmischen.

Xia Yuyin in ihrem Halbfinale bei der WM 2025. © World Women’s Snooker

Die restlichen Ergebnisse im Viertelfinale lauteten Mink Nutcharut 4–0 Anupama Ramachandran, Rebecca Kenna 2–4 Baipat Siripaporn und Ng On Yee 2–4 Bai Yulu. Das zweite Halbfinale gewann Mink gegen Baipat mit 5–1.

Titel für Davidson und Panchaya Channoi

Tessa Davidson gewann (wir können fast sagen: wie immer) den Titel im Seniors Wettbewerb, dieses Mal gegen Han Fang. Bei den U21 gewann Panchaya Channoi gegen Liu Zi Ling. Von Panchaya zeigte sich schon Rebecca Kenna beeindruckt.

Die großen Breaks blieben am Ende. Doch wie im letzten Artikel schon erwähnt, gibt es in der Breite Steigerungen. Während in den Jahren 2022-2024 zwischen 14 und 25 Spielerinnen ein 30+Break gespielt haben, ist es in diesem Jahr 40 (!) Spielerinnen gelungen. Die Anzahl der Spielerinnen mit 50+Breaks ist von 13 auf 20 gestiegen.

Insgesamt gab es 162 Breaks über 30, davon zwei Centuries und 60 Breaks über 50. Das sind fast doppelt so viele wie 2022 mit insgesamt nur 85 Breaks über 30.

Die Entwicklung der Breaks bei den letzten vier Weltmeisterschaften.

Das Interesse wächst mit dem Standard. Verglichen mit den Zahlen von vor einigen Jahren gab es eine regelrechte Explosion. Gab es 2017 auf YouTube während des Deciders ca. 3.500 Personen, die zugeschaut haben, waren es dieses Mal knapp 50.000 gleichzeitig. Die Summe der Zugriffe steht heute bei 637.000. Die tatsächlichen Zahlen sind aber weit höher, da das Spiel auf mehreren Plattformen zu sehen war. Auf Douyin (das chinesische Original, dessen Kopie TikTok ist) hatte das Halbfinale von Bai Yulu schon 650.000 Zuschauende.

Auch vor Ort können wir die Veränderung sehen. Wurde bis 2016 in Clubs ohne Publikum gespielt, ist bei den neuen Auflagen der WM buchstäblich die Hütte voll. Ungefähr 800 Leuten passen in die Halle in Changping und sie war nahezu ausverkauft.

Es geht in Asien auf alle Fälle in die richtige Richtung. Die große Frage ist nun, ob Europa den Rückstand noch aufholen möchte oder ob sich alle damit abfinden, dass die Zukunft des Frauensnooker nicht hier stattfindet.

Kleiner Vergleich:
Bildschirmfoto vom Livestream 2016, kein Publikum, kein Licht.
Darunter Foto vom Finale 2025, eine Tribüne, professionell ausgeleuchteter Tisch.

© Matt Huart

https://snookerpro.de/artikel/bai-yulu-verteidigt-ihren-titel/

#Frauensnooker

Heute wurden bei der Frauen-WM in Changping die ersten beiden Knockout-Runden gespielt. Im Achtelfinale wurde es richtig spannend.

Die beiden Spielerinnen, die wir in unserer WM-Vorschau verlinkt hatten, konnten tatsächlich die Gruppenphase überstehen. Doch in der Runde der letzten 32 war Schluss für die 13-jährige Natcharin Sornprasert (gegen Deng Xin Shun) und die 14-jährige Phakwalan Kongkaew (gegen Jessica Woods). Beide spielen noch im U-21-Wettbewerb.

Bei den Last 32 gewannen noch fast alle Top-Spielerinnen ihre Spiele. Nur Tessa Davidson musste sich im Entscheidungsframe der 16-jährigen Panchaya Channoi geschlagen geben. Und Ploychompoo Laokiatphong verlor für mich etwas überraschend gegen Zhao Lu.

Rückstand für die Favoritinnen der Frauen-WM

Diese machte dann in der nächsten Runde der Titelverteidigerin Bai Yulu das Leben schwer. Sie holte sich den ersten Frame mit einem 74er Break, bevor Bai Yulu drei in Folge gewinnen konnte. Anschließend verkürzte Panchaya im fünften Frame mit einer tollen 69 auf 2–3, nachdem Yulu ein Foul angezeigt hatte, das dem Schiri entgangen war. Doch am Ende reichte es nicht und Bai Yulu zog mit einer abschließenden 88 ins Viertelfinale ein.

Auch Baipat Siripaporn, Reanne Evans und Mink Nutcharut gerieten erst einmal in Rückstand. Baipat konnte nach dem 0–1 gegen Lu Zhao zum Sieg davonziehen. Mink Nutcharut gelangen ebenso nach dem 0–2-Rückstand gegen Deng Xin Shun vier Gewinnframes in Folge zum Matchgewinn. Das ist irgendwie ihre Spezialität.

Nur Reanne Evans ging nach dem 0–3-Rückstand mehr oder weniger sang- und klanglos mit 1–4 gegen Xia Yuyin unter. Das war das früheste Ausscheiden der Serienweltmeisterin jemals bei einer Frauen-WM.

Guter Start für Rebecca Kenna und Ng On Yee

Ng On Yee legte gegen Ho Yee Ki 3–0 vor. Anschließend tat sie sich etwas schwerer und verlor den vierten Frame. Im fünften Frame gab es beim Stand von 55–31 einen Kampf um Grün. Yee Ki lochte Grün, Braun und Blau und hätte auf Schwarz gewinnen können, verschoss aber Pink. On Yee lochte diese zum Machtgewinn.

Rebecca Kenna legte mit 2–0 gegen Narucha Phoemphul vor, die die nächsten beiden Frames zum Ausgleich gewann. Anschließend ging wieder Bex Kenna in Führung und sicherte sich mit dem sechsten Frame auch das Match.

Anupama Ramachandran setzte sich gegen Jessica Woods durch. Amee Kamani gewann gegen Narantuya Bayarsaikhan.

Eins der Highlights leider schon im Viertelfinale

Die Partien des Viertelfinale lauten folgendermaßen (Ranglistenplatz in Klammern)
4 Uhr
Mink Nutcharut [2] gegen Anupama Ramachandran [7]
Rebecca Kenna [5] gegen Baipat Siripaporn [6]
9 Uhr
Ng On Yee [3] gegen Bai Yulu [1]
Amee Kamani [11] gegen Xia Yuying [39]

Schade, dass hier schon die Nummer eins und drei Ng On Yee und Bai Yulu aufeinandertreffen. Das wäre mindestens ein Halbfinale, wenn nicht sogar Finale wert gewesen. Die 26-jährige Xia Yuying war bisher eine Wundertüte, da sie zum ersten Mal ein Turnier der World Women’s Tour spielt. Aber nachdem sie Evans geschlagen hat, sollten wir vielleicht hier auch mit ihr rechnen. Baipat gegen Bex könnte ein ausgeglichenes Spiel werden, während in der vierten Partie Mink die Favoritin ist.

Nachdem ich im letzten Artikel die Breaks als Faktor für die wachsende Stärke herangezogen hatte, bleibt natürlich das von mir erwartete (zum Glück nicht vorhergesagte) Century-Festival aus. Bisher haben wir eine 112 von Bai Yulu und eine 107 von Amee Kamani gesehen. Und es gibt ja zum Glück noch sieben Spiele.

Aber in der Breite gibt es tatsächlich eine beachtliche Steigerung. Während in den Jahren 2022-2024 zwischen 14 und 25 Spielerinnen ein 30+Break gespielt haben, ist es in diesem Jahr 37 (!) Spielerinnen gelungen.

Guckt mal rein bei der Frauen-WM!

Es gibt mindestens zwei Tische auf dem Kanal von WPBSA auf YouTube zu sehen. Einen Überblick über alle Spiele gibt es auf unserer Turnierseite. Für Livescores und die Nebenwettbewerbe eignet sich die Turnierseite auf Snookerscores.

Bilder von der WM gibt es wie immer auf der Facebook-Seite von World Women’s Snooker.

https://snookerpro.de/artikel/frauen-wm-favoritinnenzittern-bei-den-last-16/

#Frauensnooker #Snooker