Eigentlich mag ich ZDF pur+ ja sehr gerne und schaue das auch gerne mit den Kids.
Der aktuelle Beitrag zu ADHS lässt mich aber etwas unzufrieden zurück.
Gut gelungen sind meiner Ansicht nach die Darstellung zur Stoffwechselthematik und das kleine Experiment mit den Rechenaufgaben.
Dass aber nur ein einziges Kind als exemplarisches Beispiel interviewt wird, lässt in meiner Wahrnehmung ein sehr einseitiges Bild entstehen.
Das das übliche Störungs-Wording übernommen wird, erwartet man ja gar nicht anders.
Dass aber die Befürchtung von Jeannie Wagner, dass eine Medikation wesensverändernd wirken könnte, ohne fachliche Einordnung einfach so stehen gelassen wird, finde ich unverantwortlich.
Solche halbgar hingeworfenen Aussagen können letztlich dazu führen, dass Menschen eine Medikation gar nicht erst in Betracht ziehen, obwohl eine gute Chance besteht, dass diese Ihnen einen erheblichen Teil ihres Leidensdrucks nehmen könnte.
Ich möchte jetzt gar keine Pro-Contra-Diskussion bzgl. einer Medikation lostreten. Es geht eher darum, dass zumindest die Aufklärung darüber frei von irgendwelchen "ich habe mal gehört"-Erzählungen sein sollte, damit Menschen ihre persönliche Entscheidung auf einer gut aufgeklärten Basis fällen können.
Beim üblichen, klamaukigen Abspann bin ich unschlüssig, ob ich ihn witzig oder völlig daneben finden soll, weil hier in meiner Wahrnehmung stark mit stigmatisierenden Merkmalen gespielt wird. Insgesamt erscheint mir das doch recht unzeitgemäß.
Macht euch aber ruhig selbst mal ein Bild davon und schreibt auch gerne in die Kommentare, ob bei euch ein anderes Bild entsteht. Schließlich ist meine Wahrnehmung nicht das Maß aller Dinge und es schadet nie, die eigene Perspektive zu erweitern :)
https://www.zdf.de/video/reportagen/purplus-100/adhs-anders-als-du-denkst-100
