DFB & Qatar – nichts gelernt

mit Update morgens: ARD & ZDF offenbar auch nichts

Hübsch anzusehen ist, was die Fans des Aufstiegsaspiranten FC-Schalke 04 auf ihre immer vollen Tribünen gebracht haben. Ich persönlich finde antirassistische Ultras weit sympathischer als rassistische. Und bei Funktionär*inn*e*n, egal ob mit oder ohne “Ehren”, ganz genauso.

Da stellt sich sogleich die Frage, wie in diesem Zusammenhang die Führung des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) einzuordnen ist. Ist der Präsident nicht ein verdienter Sozialdemokrat? Was ist dann das?

Christopher Michel/FR: “Überraschung beim DFB: Nach 20 Jahren wechseln die Vermarktungsrechte”.

Die immer boulevardesker agierende FR hat einen lokalenStandortvorteil beim Belauschen der DFB-Flure. Für eine Recherche über die neue Firma “Beyond Hospitality Group” hat offenbar sowohl Zeit als auch Lust gefehlt. In einer 2-Minuten-Recherche ist herauszufinden, dass diese neue Partnerin des DFB ihren Unternehmenssitz im schweizerischen Zug hat. Als ich vor Jahrzehnten mit einem restaurierten Raddampfer über den Vierwaldstätter See tuckerte, wies mich mein privater Fremdenführer beim Blick auf das idyllische Zug darauf hin, dass ich hier “die Briefkästen aller relevanten Verbrecher dieser Welt” sehen könne. Mann nennt es – ganz wie Sie wollen – “Steuerkriminalität” oder “Steueroptimierung”.

Noch auffälliger als der Sitz dieser famosen Group ist die zahlreiche Präsenz in Doha/Qatar wohnhafter leitender Angestellter. Beispielhaft genannt sei hier der bescheidene Mr. Tariq Abdul Aziz Al-Naama.

Dä, Genosse Neuendorf. Hast Du wieder nichts davon gewusst? Oder aus #boycottqatar2022, hier alle Veröffentlichungen von uns dazu, irgendwie nichts mitbekommen?

Dann lieber die Schalke-Fans.

Update morgens

Dieser Text war gerade online gestellt, da flattert mir die E-Mail mit Heiko Hilkers täglichen 100-Medienlinks in den Elektrobriefkasten. Eine führt zu epd-medien, auf Papier kürzlich erst komplett eingestellt, und da finde ich das:

“ARD und ZDF zahlen 152 Millionen für WM-Rechte an Telekom”

Die Anstalten, die beruflich irgendwas mit Kommunikaion machen, und alle in öffentlichem Besitz sind (die Telekom gehört zu 27,53% der Bundesregierung) “wollten sich auf Nachfrage (nicht) dazu äußern. Sie verwiesen darauf, dass die Vertragsdetails vertraulich seien.” heisst es in der epd-Meldung. Die übrigen Besitzer der “Deutschen Telekom” sind die einschlägigen globalen Investmentfonds, die überwiegend irgendwo in NYC sitzen.

Materiell betrachtet geht es hier also um linke-Tasche-rechte-Tasche zwischen “unserer” Haushaltsabgabe fürs TV und der Tasche des Bundesfinanzministers (ca. 40 Mio.). Und rund 100 Mio. fliessen an die Finanziers von Donald Trump u.a. Im Umfang mag das für seine Fifa-Krönungsmesse ein Pipi-Betrag sein. Aber mann gönnt sich ja sonst nichts.

Und bemerkenswert ist, dass in der epd-Meldung unerwähnt bleibt, welche Summe die zu 27,53% “uns” gehörende Deutsche Telekom AG, und da sind die deutschen “Einzelaktionär*inn*e*n” noch nicht mitgezählt, als Rechteinhaberin an die Fifa-Mafia zahlt, deren Unternehmenssitz aktuell bekanntlich im Enddarm von Donald Trump ist. Hat der Genosse Finanzminister schon mal wissen lassen, wie gemütlich es da ist?

Nie fiel es so leicht, diesen Trash als TV-Zuschauer zu “boykottieren”: “躺平 – Das Gegenmittel gegen den Irrsinn Kapitalismus ist gefunden”.

DFB & Qatar – nichts gelernt – Beueler-Extradienst

Juristen-Foulspiel für Milliardär*inn*e*n

Roland Appel schrieb eben über Vorgänge im Bundesland Hessen: “Wer die Verteidiger der Demokratie, die für unser Grundgesetz eintreten und eine gesichert faschistische Jugendorganisation gleichsetzt, sendet klare Signale. Die hessische Landesregierung hat sich für den Schutz der Gründung einer neonazistichen Jugendorganisation und gleichzeitig die Kriminalisierung von Demokraten und Verteidiger:innen der Grundrechte entschieden.” Das tun sie nicht nur in Hessen. Sondern alle Bundesländer tun es. An ihrer Medienpolitik sollt ihr sie erkennen.

Die Juristen-Bataillone der deutsche Zeitungsverlage, die weniger als einem Dutzend deutscher Milliardärsclans gehören, die sich also teure Juristen leisten können, haben sich in Tateinheit mit einigen deutschen Gerichten eine Waffe gebaut: sie heisst “Presseähnlichkeit”. Die bedroht nämlich angeblich ihre eigene Freiheit, uns mit Nachrichten, Meinungen und Trash zu versorgen. Versuchen Sie doch mal, in Ihrer Stadt eine Zeitung zu gründen. Im besten Fall werden sie gefressen. In der Regel aber machen Sie pleite.

Weder gefressen noch in die Pleite getrieben werden können die öffentlichen Medien, die uns die alliierten Besatzungsmächte nach der Befreiung vom deutschen Faschismus geschenkt haben. Sie machten Radio und wenig später Fernsehen. Und dann kam das Internet. Wer darf dort was? Das ist bis heute den meisten Beteiligten unklar. In Deutschland sind die Bundesländer als Gesetzgeber verfassungsrechtlich zuständig. Und was machen die?

Sie lassen sich von der Milliardärslobby, bzw. den von denen bezahlten Juristen, den Floh “Presseähnlichkeit” in den hohlen Kopf füllen, der in der Praxis bedeutet, dass den öffentlichen Medien die Publikation von Texten in digitalen Medien untersagt wird. Geht es noch dümmer? Ich kann dazu nicht mehr sachlich, die Wut über solchen Irrsinn übermannt mich. Darum zitiere ich hier Deutschlands führenden Medienrechtler Dieter Dörr, dessen jüngsten Vortrag epd-Medien dokumentiert hat, ein Mediendienst, der ebenfalls digital nur schwer erreichbar ist (5 Texte pro Monat sind erlaubt zu lesen). Hier ist einer zitert:

“Im Staatsvertrag zur Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (Reformstaatsvertrag – ReformStV) erfolgt nun ‘die Rolle rückwärts#. Besonders bedeutsam und besorgniserregend ist dabei vor allem das in § 30 Abs. 7 MStV verankerte umfassende Verbot presseähnlicher Angebote. Aber damit nicht genug. Für die eigenen Portale des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind nicht nur presseähnliche Angebote untersagt. Vielmehr ist die Nutzung von Texten in eigenen Portalen nur in acht abschließend aufgeführten Fällen zulässig. Damit werden Texte in den eigenen Portalen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Ergebnis nur noch eine völlig untergeordnete Rolle spielen und praktisch nur noch sendungsbegleitend zulässig sein. … Damit wird die Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ein Gegengewicht gegen die Meinungsmacht der ungleich mächtigeren Intermediäre zu bilden, ganz erheblich erschwert und der umfassenden und unbeeinflussten öffentlichen Willensbildung ein ‘Bärendienst’ erwiesen.”

Was dem Herrn Poseck in Hessen seine Wasserwerfer sind, das sind Deutschlands Pressemilliardären und ihren Agent*inn*en in den öffentlichen Anstalten solche deutschen Juristeneier. Es geht ja nur um ein bisschen bürgerliche Demokratie, Informations- und Meinungsfreiheit …

Juristen-Foulspiel für Milliardär*inn*e*n – Beueler-Extradienst

Am eigenen Ast sägen

Wie man das Hörspiel unsichtbar macht

Neulich flatterte mal wieder eine CD mit einem neuen Hörspiel-„Tatort“ nebst Pressematerial (vierfarbig, Hochglanzdruck) auf den Schreibtisch diverser Medienbeobachter und Redaktionen, und man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll. Die 2008 mit dem Konzept „ARD Radio Tatort“ gestartete Offensive der Mittelmäßigkeit hat wenigstens dazu geführt, dass hier die meisten Presseabteilungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ihren Job machen. Zum Weinen ist dagegen, dass diese Abteilungen ihren Job zur Bewerbung echter Qualitätsprodukte eben nicht machen. Sogenannte „Events“ wie die Verhörspielung und Verhörbuchung des „Ulysses“ mal ausgenommen. Man kann diese Haltung sogar irgendwie verstehen, denn man investiert nur ungern Energie darin, das Hörspiel den klassischen Feuilletons schmackhaft zu machen, die schon seit Jahren so gut wie gar nicht darauf reagieren. Auch die Medienseiten der Tageszeitungen sind eher sporadisch an der Materie interessiert und müssen ihren begrenzten Platz ja auch noch mit Artikeln gegen den angeblich so verschwenderischen gebührenfinanzierten „Staatsfunk“ bespielen.

Wenn also die Presse ihre Arbeit nicht macht und weder die Leistungen des Radios würdigen noch dessen Fehlleistungen kritisieren will, ja oft nicht einmal mehr Programmhinweise druckt, dann müssen die ARD-Sender schon aus reiner Notwehr die „presseähnliche“ Programmbegleitung selbst in die Hand nehmen. Als das viel gelesene Berliner Stadtmagazin „Tip“ sein Fernsehprogramm von einer Beilage zu einem Teil des Heftes machte und dabei das Radioprogramm gleich mit wegsparte, ging ein Aufschrei durch die Leserschaft, weil man damit ein Alleinstellungsmerkmal (!) ohne Not aufgebe. Genützt hat es nichts.

Programmgeschichte nachvollziehen

Die Kulturfernsehsender Arte und 3sat gegeben eigene Programmzeitschriften heraus und auch die meisten öffentlich-rechtlichen Hörfunksender publizieren Programmbroschüren vierzehntäglich oder monatlich, quartalsweise oder halbjährlich. Aus denen kann man nicht nur dramaturgische Zusammenhänge und Konzepte entnehmen, sondern wird auch noch in Jahrzehnten die Programmgeschichte nachvollziehen, wenn alle Internet-Inhalte aufgrund rundfunkrechtlicher Vorschriften schon längst wieder de-publiziert worden sind. Und das ist leider keine theoretische Möglichkeit, wie ein Blick nach Süden zeigt: Seit dem 2. August ist die vorbildliche Hörspieldatenbank des Österreichischen Rundfunks (ORF) offline – auf Initiative der ORF-Rechtsabteilung selbst. Denn laut Paragraph 4e Abs. 3 des ORF-Gesetzes darf in Österreich der öffentlich-rechtliche Rundfunk „sendebegleitende Inhalte nur bis maximal dreißig Tage nach der Sendung“ ins Netz stellen. Ein Witz, bei einer Jahrzehnte zurückreichenden Datenbank.

Übrigens: Was das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) auf den Seiten von radio.ard.de ins Netz stellt, ist eigentlich eine Frechheit. „Fünf Mann Menschen“, das berühmteste „Neue Hörspiel“ von Ernst Jandl und Friederike Mayröcker, findet man dort überhaupt nicht und so manches andere auch nicht, weil das User-Interface, vulgo: die Suchfunktion, an der Grenze zur völligen Unbrauchbarkeit operiert. Maß aller Dinge ist immer noch die private Hörspieldatenbank „Hoerdat“ von Hörspielfan Herbert Piechot.

Während also vom großen Südwestrundfunk (SWR) bis zum kleinen Radio Bremen der jeweilige „ARD Radio Tatort“ emsig beworben wird, lag jetzt dem dritten Quartalsheft der Hörspielbroschüre des Hessischen Rundfunks (HR) ein Brief von Hörfunkdirektor Heinz Sommer bei, der die Einstellung eben dieser Broschüre mit dem nächsten Heft ankündigte. Grund: allgemeine Kostensteigerung bei gleichbleibenden Rundfunkgebühren. Es sei abzuwägen: „Kostensparen an einer Begleitpublikation über das HR-2-Programm oder sparen am HR-2-Programm selbst.“ Das unterstrichene „oder“ ist wohl als Ironiesignal zu interpretieren. Vielleicht fragt Heinz Sommer mal nach, wie die Künstler honoriert werden, die den HR-2-Hörspieltermin „The Artist’s Corner“ bespielen. So viel sei verraten: Sie werden nicht nach den üblichen Hörspielkonditionen bezahlt. Dass das HR Fernsehen sein Programmvermögen, will heißen: sein Archiv für die „hesslichsten Sendungen des deutschen Fernsehens“ (Stefan Niggemeier) plündert, sei hier nur am Rande bemerkt.

Doch der Hessische Rundfunk ist nicht die einzige Anstalt, die ihre Hörfunkpublikationen für verzichtbar hält. Die Hörspielabteilung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) schickt seit der Einstellung ihrer MDR-Figaro-Monatsschrift „Triangel“ mit dem Dezemberheft 2011 nur noch ein paar hektographierte Blätter an einen ausgewählten Interessentenkreis. Und auch beim Deutschlandradio steht das umfangreiche Quartalsheft mit Informationen zu Hörspiel und Feature von Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur auf der Abschussliste. Die Existenz der immer wieder hilfreichen Broschüre ist aber wenigstens vorläufig bis zum vierten Quartal 2013 gesichert. Traurig ist nicht nur, dass man beim Hessischen Rundfunk ein 64-seitiges Heftchen einstellt, das in einen „C6-lang“-Briefumschlag passt und in puncto Zugriffszeit und Übersichtlichkeit die Website von HR 2 locker schlägt. Noch trauriger ist, dass die kleine Broschüre (die früher auch mal großformatiger war) nicht aus dem Kommunikationsetat des HR bezahlt worden ist, sondern von der HR-Kulturabteilung selbst, und zwar aus Erträgen wirtschaftlicher Zweitverwertungen wie beispielsweise bei den Rechten für Audio-CDs. Am traurigsten aber ist, dass mit dem Verzicht auf die lesende Öffentlichkeit das Radio eine weitere Kerbe in den Ast sägt, auf dem es sitzt.

Das „ARD-Radiofestival“ und das Wahrheitsministerium

Der rundfunkpolitische Föderalismus hierzulande, der zu der lebendigsten Hörspielszene in ganz Europa geführt hat, wird – leider auch unter aktiver Mitwirkung der Betroffenen – durch Zentralisierungen wie den „ARD Radio Tatort“ und das „ARD-Radiofeature“ nachhaltig geschädigt. Die Krönung aber ist das sommerliche, bei den Kultur- bzw. Wortwellen veranstaltete sogenannte „ARD-Radiofestival“ – perfider hätte auch das Wahrheitsministerium in George Orwells Roman „1984“ die Selbstabschaffung des föderalen Kulturradios begrifflich nicht umwerten können. Auch in dem Roman geht es übrigens darum, die Vergangenheit so zu manipulieren, dass sie zu den aktuellen Interessen passt. Doch was wir aus der Frühzeit des Radios wissen, wissen wir vor allem auch aus dessen Publikationen, zum Beispiel aus der Zeitschrift „Die WERAG“ der einstigen Westdeutschen Rundfunk AG.

Fast könnte man vermuten, dass bei dem, was da momentan passiert, planmäßig die einzige Kunstform des Radios von den Rundfunkanstalten unsichtbar gemacht werden soll. Aber das ist wahrscheinlich Quatsch. Eher sieht es so aus, als bemühe man sich im geschützten Windschatten einer öffentlich finanzierten Institution zu überleben. Deren Interessen sind – organisationssoziologisch plausibel – in erster Linie auf die Aufrechterhaltung der eigenen Unternehmensstrukturen gerichtet; in zweiter Linie auf die Besetzung von Sendefrequenzen (damit sie kein anderer bekommt) und dann in dritter Linie noch darauf, ein möglichst billiges Programm zu machen, das die Systemumwelt nicht weiter irritiert.

Eine inhaltliche Idee von der verfassungsgerichtlich gestellten Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Allgemeinen und der des Kulturradios im Besonderen sucht man auf der Ebene der Entscheider allerdings vergebens. Stattdessen erkennt man ein Verhaltensmuster aus Kurzsichtigkeit, Gleichgültigkeit, Desinteresse am eigenen Produkt und vorschnellem Einknicken vor den Lobbyismen aus Verlagsbranche und Politik. Vielleicht sollte man sich darauf besinnen, dass Gebührengelder nicht dazu da sind, eingespart zu werden, sondern dazu, ein gesellschaftlich wichtiges und hochwertiges Produkt herzustellen. Und dieses Produkt darf man ruhig mal ins Schaufenster stellen und muss es nicht verschämt zwischen dem formatierten Alltagskram des täglichen Bedarfs verstecken.

Jochen Meißner – Funkkorrespondenz 37/2012

P.S.: Den Trend zu „Ent-Substantiierung und De-Intellektualisierung“ des öffentlich-rechtlichen Kulturradios im Allgemeinen und die WDR-3-Reform im Besonderen hat Dietrich Leder in seinem Schwerpunktartikel Intellektuelle Hochrüstung – Was das Kulturradio leisten kann für den Fachdienst „epd medien“ großartig beschrieben und analysiert. Textprobe gefällig?:

Statt weiter auf die hoch spezialisierte Sachkenntnis etwa auf den Gebieten der Künste zu setzen, herrscht heute in der Personalpolitik so etwas wie eine intellektuelle Verkarstung vor, die wie im WDR Fachredaktionen – etwa durch die Zerschlagung der Programmgruppe Musik – auflösen. Statt auf fundiertes Wissen setzt man auf äußerste Flexibilität. Jeder Redakteur soll möglichst alles können und nicht zu viel wissen, sodass sie im Jubilar Jürgen Becker nur einen Kabarettisten und in seinem Sohn Boris einen Tennisspieler ausmachen und über diese familiäre Konstellation Bauklötze staunen, weil sie weder den Lyriker (und ehemaligen Hörfunkredakteur) noch den künstlerischen Fotografen kennen.

Ein einschlägiges Hörspiel zum Thema gibt es auch schon: Rafael Jové behauptet: „Das Radio ist nicht Sibirien“, Kritik hier.

Update 18.09.12
Der letzten Hörspielbroschüre (Nr. 4/2012) des Hessischen Rundfunks liegt ein Beiblatt mit folgendem Inhalt bei:

Liebe Hörerinnen und Hörer, zu der Einstellung der Hörspielbroschüre haben Herrn Dr. Sommer als Hörfunkdirektor und die Hörspielredaktion zahlreiche Briefe erreicht. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir nicht jeden Brief persönlich beantworten können.
Im Editorial der voliegenden letzten Hörspielbroschüre weisen wir darauf hin, dass wir uns nicht nur um Ersatz für die gedruckte Fassung bemühen, sondern mit einem erweiterten Internetangebot und einem eigenen Newsletter sogar zusätzliche Informationsmöglichkeiten bieten wollen.
Ihre hr2-Hörspielredaktion

Im Editorial steht Folgendes:

Die Nachricht, dass wir künftig leider keine gedruckte Hörspielbroschüre mehr anbieten können, hat Sie erreicht. Wir möchten Sie natürlich weiterhin über unsere Aktivitäten auf dem laufenden halten. Dabei wird unsere Website eine Hauptrolle spielen, auf der wir Sie umfassender als bisher über unsere Stücke und Autoren informieren werden. Wenn Sie darüber hinaus Interesse an einem regelmäßigen Hörspiel-Newsletter haben, schicken Sie bitte eine Mail an [email protected] mit dem Stichwort Hörspielinformationen in der Betreffzeile.

Und noch ein Update: Weil auch im Deutschlandradio Bestrebungen diskutiert werden, die Hörspielbroschüre abzuschaffen, hat sich eine Initiative gebildet: Die Freunde der Hörspielbroschüre.

#ard #dietrichLeder #epdMedien #horspiel #horspielbroschure #hr #radioTatort #radiofeature #radiofestival #rafaelJove

Hammerhartes Belgien-TV

Belgien ist angefüllt mit Traumata. Seine Kolonialverbrechen stehen jener heutiger Grossmächte in nichts nach. Und dann war da noch der Fall Dutroux, von dem mutmasslich eine satte Mehrheit der Belgier*innen selbst nicht glaubt, dass er ausreichend aufgeklärt wurde. Entsprechend hart geht das belgische Filmschaffen mit seinem eigenen Land um, ein Härte, die im postnazistischen Deutschland angemessen wäre, aber nur alzu selten anzutreffen ist. Ein gutes belgisches Beispiel: “1985”, verfügbar bis 29.10..

“Alle Folgen der belgischen Thriller-Miniserie ‘1985’ im Stream: Die Spur der Brabant-Killer – ein fesselndes Drama über Freundschaft, Verrat und tödliche Intrigen in Polizei, Politik und Gesellschaft im Belgien der 80-er Jahre.”

Hier eine kurze Rezension des immer sachkundigen Harald Keller für epd-medien. Das belgische “TV-Wunder”, das Keller hier zurecht besingt, habe ich schon vor sechs Jahren besungen. Ein zusätzliches Wunder ist also, wie lange es andauert. Kompliment!

Und: warum nur ist deutsches TV-Schaffen, und zwar besonders die “Krimi”-Flut, so lernresistent und schlappschwänzig, so polizeifromm und fiktiv?

Hammerhartes Belgien-TV – Beueler-Extradienst

Warum so dumm?

Wir Demokrat*inn*en und unsere Medien

Können Sie es noch hören (oder lesen)? Das Gegreine über die Fiesigkeit dieser und jener Rechten, Faschist*inn*en und all dieser heuchelnden Brückenbauer*innen zu ihnen? Ich nicht. Ich weiss das alles seit 55 Jahren, seitdem ich mich mit 13 begann zu politisieren. In den Jungdemokraten bildete ich mich weiter. Ich versuche mich auch heute permenent weiterzubilden. Vor allem aber über die Frage: warum bauen Demokrat*inn*en, Konservative, Liberale und Linke so viele Unfälle und leisten den Rechten so viel Vorschub? Mit zunehmendem Alter schmerzt es mich körperlich.

Nicht nur mich. Hören Sie nur kurz mal knapp 4 Minuten den Kollegen Matthias Dell/DLF-@mediasres, mit dem ich zeitweise noch beim Freitag zusammengearbeitet habe: “Kolumne: Kommunikationsversagen reloaded – die ARD kann’s nicht”. Und wenn Sie es nicht hören wollen, dann lesen Sie René Martens/epd-Medien: “Ein Fall für die Aufsicht: Die Debatte um Julia Ruhs und ‘Klar’ in der ARD”. So viele Eigentore und Torgeschenke, dass ich die Übersicht verliere.

Klarer Fall von Verantwortungslosigkeit und Inkompetenz

A propos Medien und Fussball. Haben Sie gestern den “bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht” bemerkt? Ich auch nicht. Aber die Fussballspieler*innen-Gewerkschaft VDV. Warum wohl? Weil viele ihrer Mitglieder betroffen sind. Nicht nur der in der VDV-Mitteilung kritisierte DFB, auch die Deutsche Fussball-Liga (DFL) und ihre 36 Mitgliedsvereine der ersten und zweiten Bundesliga sind direkt mit kriminellen Sponsoren aus der Glücksspielmafia verbunden. Und ebenso die – für Medienpolitik gesetzlich zuständigen – 16 Ministerpräsident*inn*en und ihre Staatskanzleien: die legalisieren das Glücksspiel nämlich eigens durch von der entsprechenden Lobby entworfene Staatsverträge. Federführend das weltpolitisch erfahrene Schleswig-Holstein, das gelegentlich auch einen Profiverein beherbergt (Holstein Kiel, wenn die nicht absteigen).

Und “unsere” Medien, ARD und ZDF, senden jegliche Glücksspielmafia-Sponsorenwerbung mit, weil sie es sich in nichtöffentlichen Lizenzverträgen von DFB und DFL widerspruchslos diktieren lassen.

Und jetzt Rundfunk-, Fernseh- und vor allem Verwaltungsräte in den Sendern: ihr! Macht Eure Arbeit. Und wenn ihr keine Zeit und/oder keine Lust habt: lasst euch durch Leute mit mehr Kompetenz und Verstand ersetzen.

Warum so dumm? – Beueler-Extradienst

Die Serie zum Meister

Im deutschen Profifussball der Männer sieht alles nach dem ersten und letzten Meistertitel für Bayermonsanto Leverkusen aus. Wenn der Bayer-Konzern zerlegt wird, weil die verlorenen Monsanto-Prozesse in den USA – ein erstaunlich gut funktionierendes Justizsystem – die Profitrate weit über die Schmerzgrenze der Aktionäre schmälern, dann könnte es Bayer Leverkusen in Kürze ergehen, wie es Bayer Uerdingen schon 1995 ergangen ist. Wie kommichdrauf?

Verschwörungstheorien

Die ARD versendete am Wochenende eine Serie mit dem Titel Die Saat – Tödliche Macht – Auf eine dramatische Vermisstensuche begibt sich Heino Ferch als Kripobeamter in privater Auslandsmission: Um seinen Neffen, einen von Jonathan Berlin gespielten Umweltaktivisten, auf der Polarinsel Spitzbergen zu finden, nimmt er keine Rücksicht auf das eigene Leben. An seiner Seite versucht Ingrid Bolsø Berdal als norwegische Polizistin, durch die Rettung des Verschwundenen eigene Traumata zu überwinden. Beide ahnen nicht, welchen skrupellosen Mächten und Akteuren sie in die Quere kommen.” Halbes Jahr mediathekverfügbar.

Diese selbstverständlich mit der Wirklichkeit nichts zu tun habende Fiktion konstruiert die Fantasie eines deutschen Konzerns, der die Monopolherrschaft über die Welternährung an sich reissen will, und bereit ist, dafür im Sinne des Wortes über Leichen zu gehen. Und die EU-Politiker*innen funktionieren eben genau so, wie sich die Menschen an Kneipentresen und Stammtischen sie sich vorstellen: wie Angestellte und Agenten der Konzerne. Wie mag Headautor und Kreator der Serie Christian Jeltsch, fast so alt wie ich, nur darauf gekommen sein? Hier eine ausführliche Besprechung von Heike Hupertz, die auch viel für die FAZ (!) schreibt, bei epd-Medien.

Ich habs gesehen. Und spannender als der Tatort war es zweifellos. Brillant mal wieder Rainer Bock, der schon dem “König von Köln” ein weit menschlicheres Gesicht gab, als der in der Wirklichkeit hatte. Dieses Mal ist er aber wirklich ein so fieser Möpp, dass ich ihn gerne erschossen hätte. Nun, vielleicht erwischt es ihn, wenn eine Fortsetzungsstaffel produziert wird. Denn diese Geschichte ist noch nicht zuende.

Oder doch lieber ein gutes Buch?

Als Alternativprogramm empfehle ich Ihnen ein gutes Buch (zum gleichen Thema, aber nicht Fiktion, sondern Praxis): Vincent Klink: Tagebuch 2018-2024 mit vielen Rezepten. Reservieren Sie und fahren Sie hin – es lohnt sich. Und grüssen Sie ihn herzlich. Einer der feinsten Kerle, die ich kenne. Obwohl der Schwabe ist …

Die Serie zum Meister – Beueler-Extradienst

Für #epdmedien habe ich mich mal mit dem Vielfaltsbegriff beschäftigt – so fundamental und gleichzeitig so missverstanden und missbraucht, wenn es um die Medienpolitik geht.

(1/3)

https://www.linkedin.com/pulse/%25C3%25BCber-ein-medienpolitisches-missverst%25C3%25A4ndnis-oder-darf-es-steenfadt

Über ein medienpolitisches Missverständnis – oder: wieviel Vielfalt darf es denn sein?

epd – Es ist fast so, wie mit der Freiheit. Der Begriff Vielfalt ist so gewichtig und gleichzeitig so schillernd, missverstanden und missbraucht, dass er fast schon zum Unwort, jedenfalls aber als Kandidat für einen Floskel-Preis taugt.

Renitente Rentner*innen

“Medienprofis” sollten nicht unsichtbar bleiben
Hätte René Martens/MDR-Altpapier es nicht erwähnt, ich hätte es nicht bemerkt. Eine Rentnerin und in Rentner (letzterer ab 1.6.) aus der was-mit-Medien-Branche haben was Substanzielles zu sagen: Sabine Rollberg und Jürgen Döschner, beide WDR-Gewächse. Über Rollberg berichtete der […]

https://extradienst.net/2023/05/23/renitente-rentnerinnen/

Renitente Rentner*innen

Medienprofis sollten nicht unsichtbar bleiben Hätte René Martens/MDR-Altpapier es nicht erwähnt, ich hätte es nicht bemerkt. Eine Rentnerin und ein Rentner (letzterer ab 1.6.

Beueler-Extradienst

Medienmacht heute

„Exzellenz statt Masse und ein paar echte Doku-Blockbuster – für die ARD-Mediathek und Das Erste. Das ist eines unserer programmlichen Ziele für 2024. … Unser Ziel ist, mit großen Doku-Events bundesweit für Gesprächswert zu sorgen. Wir wollen mit attraktiven und populären Themen den Nerv unserer Zuschauer und User treffen. Dabei ist uns bewusst, dass […]

https://extradienst.net/2023/05/04/medienmacht-heute/

Medienmacht heute

„Exzellenz statt Masse und ein paar echte Doku-Blockbuster – für die ARD-Mediathek und Das Erste. Das ist eines unserer programmlichen Ziele für 2024. ... Unser Ziel ist, mit großen Doku-Events bundesweit für Gesprächswert zu sorgen.

Beueler-Extradienst

In #EPDMedien wird eine Reform der Auswahl der Mitglieder im #Rundfunkrat der #ÖRR diskutiert:

Auslosung von Bürgern, die stellvertretend für alle miteinander aushandeln, wie der öffentlich-rechtliche #Rundfunk berichtet.
📻 📺
Habt ihr Lust, mitzudiskutieren?
Oder nur Abstimmen?
Plz boost!

Keine Änderung (gesellsch. Gruppen)
5.3%
Auslosung der Rundfunkräte
42.1%
Halb/Halb Auslosung/gesellsch. Gruppen
44.7%
Keine Rundfunkräte
7.9%
Poll ended at .