Hach, Pause gleich wieder vorbei.
Momentan bin ich arg im Gyn-Praxis-Film. Ich bin die Praxis, die Praxis bin ich ... Angestellte, Patientinnen, Gyn sein.
Hach, Pause gleich wieder vorbei.
Momentan bin ich arg im Gyn-Praxis-Film. Ich bin die Praxis, die Praxis bin ich ... Angestellte, Patientinnen, Gyn sein.
Praxisbericht:
Manchmal kann ein Wartezimmer zur "Slip-Tupper-Party" der etwas anderen Art werden.
Es fanden sich also drei wartende, sehr schwangere Damen im Wartezimmer ein, die über die Vorzüge oder Nachteile diverser Unterwäsche für Schwangere diskutierten. Natürlich nicht ohne ein passendes Exemplar aus einer Tasche zu zaubern oder wahlweise auch mal das Kleid zu lupfen.
Eine so zwanglose Atmosphäre, ich liebs 🥰.
Unterhaltungen am Frühstückstisch:
"Sag mal Mama, als du damals Sex mit der Praktikantin hattest, war die doch so alt wie ich, oder?"
Und ihr so?
Weil ich es gerade in der Praxis zum Besten gegeben habe:
Simone Veil . Französische Gesundheitsministerin, die 1975 ein Gesetz zur Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen auf den Weg brachte.
Jeder sollte sich mal diese kurze, siebenminütige Sendung ansehen.
Zur Zeit wird in mehreren Ländern das Recht auf Abtreibung in Frage gestellt. Deshalb schien es uns wichtig, folgenden Beitrag von Claire Doutriaux noch einmal auszustrahlen. Es geht um den Kampf einer Frau in Frankreich, vor genau 50 Jahren: Simone Veil.
Hach, es gibt Tage, da spürt man die Verantwortung auf den Schultern wirklich sehr ...
Praxisbericht
Die Dreh- und Angelpunkte meiner Praxis sind mein "Vorzimmerdrache" und meine "Chefin".
Beides MFAs die schon lange bei mir sind und mit denen ich mich blind verstehe ... sehr gut so.
Eine sehr laute männliche Stimme dringt durch die Tür meines Behandlungsraums in dem ich am Schreibtisch sitze: "Ich will sofort die Ärztin sprechen".
Da ich ahne was da draußen passieren wird, stürze ich hinterm Schreibtisch hervor und stürme zum Anmeldetresen.
"Sie haben mein Kind umgebracht"
"Und sie müssen sich nicht im Ton vergreifen"
"Was fällt ihnen eigentlich ein ..."
"Blasen sie sich mal nicht so auf, ich bin schon ohne Absätze größer als sie"
Mein Blick geht nur kurz zum "Drachen" und zu meiner "Chefin" und alles läuft wie am Schnürchen.
Ich habe den Ehemann so provoziert, dass er mir folgt - in mein Sprechzimmer.
Der Drache ruft die Polizei und beruhigt die zusammengekommenen Patientinnen.
Meine Chefin schickt die umstehenden Angestellten mir hinterher, folgt und schließt die Tür von innen.
Die Polizei war schnell und langsam kommt wieder etwas Ruhe in den Praxisalltag.
#Schwangerschaftsabbruch
#Paragraph218
Nur mal so zur Info:
Als Gynäkologin "lernt" man einen Schwangerschaftsabbruch während des Studiums und der praktischen Zeit nur formal .
Wer das also richtig können will, muss sich mit Eigeninitiative fortbilden.
Sehr gut geht das z.B. über "Doctors for Choice":
https://doctorsforchoice.de/
Also Theater mit der Placenta habe ich bei meinen schwangeren Frauen nicht so gern. So!
Entschuldigung: Plazenta (de)
Das Patientinnengespräch war gestern, aber zu den heutigen Nachrichten passt es wunderbar.
Gestern wollte eine Patientin von mir einen Termin zur #Krebsvorsorge, inkl. Ultraschall der Eierstöcke und Gebärmutterkörpers.
Gerne einen Termin zur Krebsvorsorge, aber keine dieser beiden #IGeL Leistungen.
Ja, aber warum denn nicht, die hätte sie doch bei mir schon bekommen.
Nein, ganz bestimmt nicht, denn ich verleihe keinen Fisch ... ähm ... verkaufe keine IGeL Leistungen.
Heute kam der aktuelle IGeL Monitor raus mit erwartbarem verehrendem Ergebnis:
https://www.igel-monitor.de/presse/pressemitteilungen/2024-12-03-igel-report-2024-24-milliarden-euro-setzen-arztpraxen-pro-jahr-mit-fragwuerdigen-igel-um.html
Hier das PDF:
https://www.igel-monitor.de/fileadmin/Downloads/Presse/2024_12_03_PK_IGeL_Report_2024/IGeL_A-Z_Uebersicht.pdf
Der IGeL-Monitor hat zum 5. Mal gesetzlich Versicherte zu Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL), zu den Kosten und zum Umgang mit IGeL in den ärztlichen Praxen befragt. Ergebnis: Patientinnen und Patienten werden in großem Umfang mit IGeL-Angeboten konfrontiert – dabei gibt es viele Probleme. Versicherte geben aus Unwissenheit viel Geld für Leistungen aus, die wenig nützen und teilweise auch schaden können. In den Praxen wird unzureichend über IGeL aufgeklärt.
"Fun"-Fact:
Als Gyn bin ich u.a. aktiv im Berufsverband der Frauenärzte BVF tätig.
Mit ca. 16000 Mitgliedern ist er einer der größten ärztlichen Berufsverbände.
Fast 3/4 aller Gynäkologen sind Frauen.
Jetzt kommt der "Fun" in die Fakten:
- Unter den sieben Vorständen ist nur eine Frau
- Der Verein trägt immer noch nicht die Bezeichnung BV der Frauenärzt:innen