💡 Die Zahl frei verfügbarer Datensammlungen nimmt stetig zu, doch wie gut lassen sie sich für die historische Forschung nachnutzen? Paul Ramisch zeigt am Beispiel des Open Discourse-Korpus, einer Sammlung aller Redebeiträge des Deutschen Bundestages seit 1949, die Limitationen auf und betont die Relevanz der #Quellenkritik und #Datenkritik.
📄 Zum Paper: https://doi.org/10.5281/zenodo.8322330
#DigHis23 #DigitalHistory #histodons
Open Discourse - eine digitale Quellenkritik: Goldstandard-Korpus-Evaluation als Methode und epistemologische Konsequenzen
Ein Beitrag zur Digital History 2023: Digitale Methoden in der geschichtswissenschaftlichen Praxis: Fachliche Transformationen und ihre epistemologischen Konsequenzen, Berlin, 23.-26.5.2023. Abstract: Die Zahl großer digitalisierter und genuin digitaler historischer Textkorpora hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Das ermöglicht eine Vielzahl innovativer Untersuchungen. Gleichzeitig sind diese Datenmengen aber mit Herausforderungen für die Quellen- und Datenkritik verbunden. Am Beispiel des Open-Discourse-Korpus, einer (strukturierten) Sammlung aller Redebeiträge des Deutschen Bundestages seit 1949, erörtert der Beitrag diese Herausforderungen, die durch die Nutzung solcher umfangreichen Datenkorpora entstehen, und schlägt eine neue Methode der Quellen- und Datenkritik vor. Durch eine Stichproben-Untersuchung mithilfe eines Goldstandardkorpus wird gezeigt, dass dieser starke strukturelle Probleme aufweist und sich nur eingeschränkt für historische Forschungfragen eignet. Das Beispiel zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, die Limitierungen und potenziellen Verzerrungen automatisiert verarbeiteter Quellendatensätze und ihrer Modellierung zu berücksichtigen und mithilfe interdisziplinärer Ansätze quellenkritisch zu untersuchen.
Zenodo📚 Zum Wochenende noch 2 Lektüretipps aus der #DigitalHistory:
In ihrem #DigHis23-Paper geben Anna Reimann & Ina Serif Einblicke in die Erschließung & Analyse von knapp 1 Million Kleinanzeigen des Basler Avisblatts (1729–1844).
📄 https://doi.org/10.5281/zenodo.8328412
Und Werner Scheltjens präsentiert mit der #GenetischenKritik am Bsp. der "dänischen Sundzolltabellen" eine innovative Methode der #Datenkritik, mit der die Genese historischer Datensammlungen nachvollzogen werden kann.
📄 https://doi.org/10.5281/zenodo.8322347
Es wird zum Verkauff angetragen. Digitale Zugriffe auf (lokale) Konsum- und Wirtschaftsgeschichte im 18. und 19. Jahrhundert
Ein Beitrag zur Digital History 2023: Digitale Methoden in der geschichtswissenschaftlichen Praxis: Fachliche Transformationen und ihre epistemologischen Konsequenzen, Berlin, 23.-26.5.2023. Abstract: In diesem Beitrag werden die Aufbereitung und Analyse einer vormodernen Anzeigenzeitung, des Basler „Avisblatts“ (1729–1844), und die während des Prozesses aufgetauchten Herausforderungen, bisher erzielte Ergebnisse und zukünftige Nutzungs- und Forschungsperspektiven aufgezeigt. Für die Beantwortung wirtschafts-, konsum- und kulturhistorischer Fragestellungen wurden die knapp 1 Million Kleinanzeigen ins Zentrum der Analysen gerückt, wobei ein im Projekt entwickeltes R-Package einer detaillierteren Klassifizierung des Datensatzes diente. Der frei verfügbare Datenbestand lässt sich mithilfe des Packages immer weiter anreichern und so für neue Forschungsansätze nutzbar machen. Auch ließe sich das Package für andere Anzeigenblätter nutzen und verspricht so, nicht nur eine lokale serielle Quelle zu erschließen, sondern vergleichende Analysen unterschiedlicher Intelligenzzeitungen zu ermöglichen und somit den Blick über Ortsgrenzen und konsum- und wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinaus zu weiten.
Zenodo