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Gelesen: âSerpentinenâ (2020) von Bov Bjerg
Cover und Verlag: Ullstein, ISBN: 9783843722872, Wikipedia
Diese Last, diese Schuld, die sich wie ein undurchdringbarer Schatten ĂŒber Generationen hinweg legt, unter dem ein Mensch nach dem anderen, ein Mann nach dem anderen verschwindet. Und je nachdrĂŒcklicher man sich darum bemĂŒht, sich des Schattens zu entledigen, desto schwerer wiegt seine Last. Der Schatten der Vergangenheit fesselt alle Kraft in der Gegenwart, verwehrt den Blick auf das Gute, auf die Dinge, die noch kommen können und werden. Der Schatten wird zum Schwarzen Loch, das die FĂ€higkeit frisst, nach vorne zu blicken, sein eigener Mensch zu werden, eigene Werte zu formen und weiterzugeben.
Aufgeschrieben hat das Bov Bjerg mit einer klaren HĂ€rte und harten Klarheit. Die Abfolge der Gedanken, die zum Stakkato eskalieren, immer kĂŒrzer werden, immer weniger Platz auf der Zeile einnehmen, dort schlieĂlich allein auf weiter Flur stehen, bis sich die Spirale wieder entzerrt, Ruhe einkehrt, das ist schwer beeindruckend und zutiefst berĂŒhrend. Es ist ein Spiegel des von Trauma zerfressenen Bewusstseins, des Eindringens der abgrĂŒndigsten Gedanken in TrĂ€ume, ins Hier und Jetzt.
Wo denn die Menschen seien, die nicht mehr am Leben waren, fragte der Junge. Bevor ich antworten konnte, sagte er: Die sind alle in die BĂŒcher hineingestorben.
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