Der Fussballgott zur Boykottdebatte

Deutschlands Fussballoligarchen (der Herren) wollen die Sache nicht anfassen, nicht sehen, nicht hören. Was mischt sich die Welt in den (Profi-)Fussball (der Herren) ein? Das geht sie doch gar nichts an, der gehört doch ihnen, den Oligarchen (der Herren). Es ist so ähnlich wie mit dem Vatikan, der jahrhundertlang Kriege geführt hat, “im Namen des Herr”. Aber hat den mal einer gefragt? Nun hat der Fussballgott Stellung genommen, in einer Eindeutigkeit, die seine machthabenden Deuter umso heftiger zu ignorieren versuchen.

Wie immer hat er – vertreten durch den fabelhaften Film- und Drehbuchmacher Tom Theunissenseine Stellungnahme beim Stadionsprecher von Werder Bremen, der im Nebenberuf ein WDR-TV-Fussballmagazin macht, Arnd Zeigler abgegeben (ab Minute 24). Es ist nicht schön, was er uns in den Bildern seiner Widersacher zeigt. Aber die Deutlichkeit ist schön. Eine Perle. Danke.

Der Fussballgott zur Boykottdebatte – Beueler-Extradienst

Fussball, den die Fans sehen wollen

“Zeigler” füllt die Lücke, die eingebettete Medien und Profifussball (der Herren) hinterlassen

Trotz meiner intimen Kenntnisse und guten Verbindungen in den WDR habe ich bis heute keine Begründung gefunden, warum es der Redaktion von “Zeiglers wunderbare Welt des Fussballs” gelungen ist, ihre sonntägliche Sendezeit um fünf Minuten auszudehnen, und das sensationellerweise zu Lasten der sonntäglichen Bundesliga-Sportschau, und zwar auch, wenn sonntags drei Spiele sind. Eine solche Massnahme muss nicht nur die ARD-interne 9er-Konferenz passiert haben, sondern auch von der mächtigen DFL, Vertragspartnerin von ARD, ZDF und all den andern, abgenickt worden sein. Es dokumentiert definitiv den Bedeutungsverlust der Bundesliga-Sportschau.

Ein Grund lässt sich am BVB personifizieren. Immer wieder werden Statistiken bemüht, wie fabelhaft erfolgreich er diese Saison bestreitet. Nur will den “Kovac-Fussball”, den er spielt, niemand sehen. Im Stadion ist es so, und in den TV-Fussballkneipen ebenso. Trotz dieses angeblich so überragend-erfolgreichen BVB ist die Frage, wer dieses Jahr deutscher Meister werden könnte, von allen Fragen des Jahres die Langweiligste. Überall wird sie mit gelangweiltem Gähnen quittiert. Auf den globalen Medienmarkt gemünzt: wer soll sowas kaufen? Da hat die DFL ein Problem. Und das wird nicht kleiner.

Spannender ist es in der Zweiten Lige. Und noch spannender in der Dritten. Zeigler zeigte gestern einen Spielbericht vom besten Fussballspiel des Wochenendes: MSV Duisburg-SC Verl 4:2 vor 20.000 Stadionzuschauer*inne*n. In Aachen beim NRW-Derby Aachen-RW Essen waren es sogar knapp 10.000 mehr, nur dass Gegner RW Essen so schlecht spielte, wie sonst der BVB: unansehnlich aber mit Punktgewinn. Trotz des späten Ausgleichs waren die tausenden mitgereisten Fans aus Essen ungehalten. Warum der WDR das Spiel nicht zeigte? Weisichauchnich.

Atmosphärisch noch stärker die Spielreportage, die Zeigler vom Spitzenspiel der Vierten Liga/Regionalliga West zeigte: RW Oberhausen-Fortuna Köln 1:3 vor 4.500 Zuschauer*inne*n im Niederrhein-Stadion. Die Kölner Fortuna bringt zwar originelle aber wahrlich nicht viele Auswärts-Fans mit. Dafür hat sie den Aufstiegskampf mit diesem Erfolg mglw. entschieden. Schade eigentlich. In dieser Liga spielt auch der Bonner SC mit, im Abstiegskampf mit guten Chancen auf den Klassenerhalt.

Warum schreibe ich das? Weil hier noch halbwegs ehrlicher Sport geboten wird. Auch hier ist schon viel Geld im Spiel. Aber mann und frau weiss vorher nicht, wie es ausgeht.

Fussball, den die Fans sehen wollen – Beueler-Extradienst

Gerade erst eingeschaltet. Warum trägt #ArndZeigler einen Smoking?
#ZwWdF
@zdfmagazin
Zum Thema #Gluecksspiel-Gefahr-/Sucht hst sich bei mir das krasse Gespräch von #ArndZeigler mit #WernerHansch zu dessen Fall eingebrannt. Leider wurde das wohl depubliziert/ist nicht mehr online auffindbar. https://www.ardaudiothek.de/sendung/ball-you-need-is-love-aus-liebe-zum-fussball/66058214/
#100prozentlegal
Ball you need is love – aus Liebe zum Fußball

Starke Gäste, authentische Gespräche und viel Leidenschaft - im Podcast "Ball you need is love" vereint Moderator Arnd Zeigler die zwei großen Lieblingsthemen der Deutschen - Fußball und Musik. Wöchentlich trifft er fußballbegeisterte Prominente zum persönlichen Talk über die Liebe zum Fußball.

ARD Audiothek
@NDR
zum thema #spielsucht gab es eine sehr intensive folge von ball you need is love mit #arndzeigler wo #wernerhansch über sein schicksal erzählt. leider scheint die depubliziert zu sein. :(

#svwsvd
Sehr geehrter Herr Zeigler,
ich finde es wäre mal wieder an der Zeit sich zu echauffieren !
Mit herzlichen Grüßen,
Eva Musterfrau

#var #fussball #bundesliga #zwwdf #ArndZeigler

Ok, genug zu #Beckenbauer, es hat jeder alles gesagt. R.I.P.

Aber der #Zeigler darf noch einen, wer wenn nicht er?
#FranzBeckenbauer #ArndZeigler

https://www.youtube.com/watch?v=2Tn86Ntf8mc

Wir gedenken dem "Kaiser" – Ruhe in Frieden, Franz Beckenbauer | ZwWdF | WDR

YouTube

Emotionale Macht

Der Meister feuert seine Führungskräfte. Der Verlierer wird von einer 25.000-Menschen-Tribüne, der grössten Europas, so deftig gefeiert und geknutscht, dass die geknutschten Millionäre allesamt in Tränen ausbrechen. In Bochum feierten sie ihre Unabsteigbaren mit einem Platzsturm – dort wurde nicht nur metaphorisch, sondern ganz echt geknutscht und getatscht. Eine fünfstellige Zahl Schalke-Fans feierte im feindlichen Leipzig ihre Absteiger. Und auch in den vollen Stadien von Köln und Mönchengladbach (je über 50.000), deren Teams eine Saison absolviert haben, die nur als Gurke zu bezeichnen ist, übernahmen die Fans die Regie und feierten sich selbst.

Arnd Zeigler, Werder-Stadionsprecher in WDR-Sold, dessen Fussballmagazin mit Recht von der ganzen Branche ernster genommen wird, als die kommerziellen Produktpräsentationen, die ansonsten das Medium beherrschen, gelang ein fussballjournalistisch ungewöhnlich würdiger Saisonabschluss. Er belegt mit Bildern meinen ersten Textabsatz. Ironischerweise darf er viele Bilder in der Internetversion seines Magazins gar nicht zeigen, weil die DFL sie privatisiert und monopolisiert hat. So viel zur “Pressefreiheit”.

Wir leben in einer Epoche von Grundsatzentscheidungen. Das Grosskapital des Fussballs ist weltweit so gespalten wie die Politik. Behalten die europäischen Kolonialmächte die (Medien-)Macht in Gestalt ihrer Uefa, oder verlieren sie die an Despotien aus Asien und Afrika in Gestalt der Fifa in der neutralen und steuerparadiesischen Schweiz? Die Grosskapitalseite des deutschen Fussballs rechnet sich zu den europäischen Kolonialisten, will es sich aber mit der Fifa nicht verderben. Denn wer kann schon wissen, wer gewinnt?

Parallelitäten auf nationaler Ebene. Der ungeliebte deutsche Meister aus dem süddeutschen Raum will nicht, er muss auf europäischer und Weltebene oben mitspielen – oder er wird insolvent. Um der Attraktivität des Entertainments willen muss er eine nationale Braut mitbringen: die will Aki Watzke sein, Boss der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. Aber wollen das auch die Leute auf der “Süd”? Zweifellos wollen die Spitzenfussball. Aber die Mehrheit nicht für jeden Preis. In Dortmund müssen also derzeit ziemlich viele Menschen was entscheiden – zunächst für sich selbst, und dann auch, wohin sie gehören wollen. Das Ruhrpottderby ist ja jetzt leider für (mindestens) ein Jahr ausgesetzt – ein Albtraum für die NRW-Polizei weniger.

Für den Rest gilt: den Konzern aus Süddeutschland brauchen wir weder für den Sport noch für den Spass. Nur für den Hass: als Lästerobjekt wird er uns erhalten bleiben, auch wenn er nicht mehr mit uns spielt.

Emotionale Macht

Der Meister feuert seine Führungskräfte. Der Verlierer wird von einer 25.000-Menschen-Tribüne, der grössten Europas, so deftig gefeiert und geknutscht, dass die geknutschten Millionäre allesamt in Tränen ausbrechen.

Beueler-Extradienst
Was Arnd sagt...
#ArndZeigler

Schönes Beuel

Auf der Sonnenseite könnte ich wochenends im l’Olivo (in den Herbstferien geschlossen) mein Bürger*innen*büro aufmachen. Während des Mittagessens kommen ständig nette Bekannte rein, einige mir aus dem Momo-Bistro Odeon bekannt, die sonntags hier ins kulinarische Exil einkehren. Keine Notlösung, sondern eine schöne Abwechslung.

Roland Appel hat noch einen Text in der Mache – was mit “Mordor” und Youtube – wenn er fertig wird, stelle ich Ihnen das morgen vor.

In “Laaangweilig” präsentiere ich Ihnen das beste aus meiner Tageslektüre. Es sind keine “Burner” fürs Gemüt, sondern unbarmherzige Faktendarstellungen von Bernhard Wiens (overton), Heike Buchter/bruchstuecke und Christiane Schulzki-Haddouti/heise. Gute Leute.

Ganz anders “And now s.th. completely different”. Hier geht es um Sex, Pornos, Fantasien … und Roger Willemsen, der sich traute, darüber in der Glotze zu reden. 1955 wurde er in Bonn geboren, wuchs in Alfter auf und ging in Duisdorf zur Schule; er starb 2016 in der Nähe von Hamburg. In den 90ern hatten wir einen Briefwechsel, nach einer seiner Gesprächssendungen, damals auf Vox, mit einem schwedischen Starmodel, deren Name ich vergessen habe. Er hatte seine Produktionsfirma, die dem Sender das gesamte Paket lieferte, wie es bis heute gebräuchlich ist, und die Produzentenfirmen reich macht, deren oft prekär beschäftigte Angestellte dagegen nicht. Er hatte die Zeit, mir auf meine positiv-kritische Zuschrift über mehrere Seiten sehr nett und inhaltlich ausholend zu antworten. Nicht die Regel. Er muss ein nicht nur arbeitssüchtiger, sondern auch netter Mensch gewesen sein. Die schönsten Schauspielerinnen ihrer Zeit liebten zeitweise mit ihm zusammen. Sein Tod war ein guter Grund zum trauern – vor allem für das seitdem nicht mehr besser gewordene German Television.

Arnd Zeigler feiert heute Jubiläum: seine 500. Sendung im WDR-TV. Kann ich leider nicht gucken. Der Mann ist der Stadionsprecher von denen, bei denen meine Borussia gestern Untergangsfussball zeigte. Und Masochist bin ich nicht. Da hilft auch kein Alkohol.

Ihnen einen guten Start in die Woche. Lassen Sie es langsam gehen – morgen ist alles zu, Feiertag. Nicht, dass Sie sich im Büro wundern, warum Sie alleine sind.

Eine sehr gute Freundin wird Dienstag 60. Ihr zu Ehren kehrt der Sommer für wenige Tage zurück.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Schönes Beuel

Auf der Sonnenseite könnte ich wochenends im l'Olivo (in den Herbstferien geschlossen) mein Bürger*innen*büro aufmachen. Während des Mittagessens kommen ständig nette Bekannte rein, einige mir aus dem Momo-Bistro Odeon bekannt, die sonntags hier ins kulinarische Exil einkehren.

Beueler-Extradienst