Hole erste Hälfte der jüngsten Kontrovers-Sendung vom #DLF zum Thema »Sicherheit | Gesucht werden Wege zu einem bezahlbaren #Stadtbild« nach. War am Montag beim Live-Hören schockiert, dass die zweite Hälfte sich vor allem um Sprachkurse und ›Integration‹ drehte.

Ich bleibe dabei, dass z.B. Klassiker wie #AlexanderMitscherlich|s »Die Unwirtlichkeit unserer Städte« (1965) Ausgangspunkt für Stadtbild-Debatte sein sollten. Was verhindert gute Stadtgestaltung für Menschen?

#StadtbildDebatte eigentlich durchaus sinnvoll, wählte mensch sich beispielsweise #AlexanderMitscherlich|s Klassiker aus den 60ern als Ausgangspunkt für eine ernsthafte, ehrliche Diskussion. Darin auch der Hinweis, dass schon Konrad Adenauer, noch als Kölner OB, für umfassende Bodenreformen war (also Enteignung & Entschädigung), weil eben Besitzstandsfleckenteppich jeder menschenfreundlichen Stadtplanung grundsätzlich im Weg steht.

https://www.suhrkamp.de/buch/alexander-mitscherlich-die-unwirtlichkeit-unserer-staedte-t-9783518101230

Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Buch von Alexander Mitscherlich (Suhrkamp Verlag)

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Suhrkamp Verlag
Wo Minoritäten wie die Jugendichen zum Sündenbock gemacht werden, ist nach der eigenen Schuld zu suchen {…} die darin liegt, dass die eigene stillschweigende egoistische Asozialität {der Erwachsenen} die stürmische, naive der Jüngeren recht eigentlich geschaffen hat.
#AlexanderMitscherlich »Die Unwirtlichkeit unserer Städte« (1965/2008), S. 115.
»An Unrecht, welches Privilegien zu begründen half, wünscht keiner erinnert zu werden. Die beste Abwehr aufsteigenden Unbehagens scheint das Festklammern am Status quo.«
#AlexanderMitscherlich, »Die Unwirtlichkeit unserer Städte« (1965).

@yours_truly »Wo keine Fantasie an der *Gestaltung* der Gruppenbeziehungen wirksam wird, {…} da bleibt dem Einzelnen nur der Rückzug in archaisches Wunschträumen, das ohne starke Widerstände in dumpfes Handeln umgesetzt werden kann. Das kritische Bewusstsein wird—wie unsere Nazivergangenheit es demonstriert—erfolgreich überrumpelt.«

Langsam wundert mich, dass #AlexanderMitscherlich|s Klassiker zu Stadtplanung von 1965 überhaupt noch erlaubt ist.

Der Zustand {in unseren restaurierten und gedunsenen Städten} ist dann eigentlich gar nicht mehr so sehr verschieden von der Lage in totalitär regierten Ländern, in denen Gewünschtes zuweilen für lange Zeit ganz fehlt, dafür Unbrauchbares in Masse vorhanden ist.
{…} Städte werden produziert wie Automobile.
#AlexanderMitscherlich, »Die Unwirtlichkeit unserer Städte«, 1965
Rationalität und Selbstsucht sind oft eins, weil Rationalität sich in unserer Gesellschaft meist nur auf unmittelbare, begrenzte Ziele bezieht, nicht auf die Stimmigkeit des Ganzen.
#AlexanderMitscherlich, »Die Unwirtlichkeit unserer Städte« (1965).