Stefan Mesch

@smeschmesch
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queer | journalist | 43 | Buch 2023: "Unnützes Wissen für Marvel-Nerds" (mit Lino Wirag) | Buch 2024: "Unnützes Wissen über Manga und Anime" (mit Jasmin Dose, Jan Lukas Kuhn) | he/him

Ein paar unbequeme Wahrheiten zu dem überall hier so gern verbreiteten « das primitive Nazis-Dorf vs. die linksgrün-progressive Großstadt »-Narrativ.

Alle Terroristen des NSU wurden in einer Großstadt geboren und wuchsen in einer Großstadt auf. Sie entstammten akademischen Elternhäusern.
1/2

das Plakat der Nazi-Partei (2023)

und der Comic (2026), der solche queerfeindlichen Bildsprachen lebendig hält

"queer-coded" heißt: wir zeigen Figuren, die Hetero- und Männlichkeitsidealen widersprechen.

"queer-coded villain" heißt: ...und dann zeigen wir in z.B. Kindercomics, wie diese queer-coded und "bösen" Figuren bekämpft, erniedrigt und bestraft werden.

RE: https://mastodon.social/@cmconseils/116312011112424291

für solche Memes nimmt man gern Frauen, weil Frauen - z.B. als Influencerinnen - mehr darüber sprechen, wie sie online shoppen & konsumieren, und darum

"Frau = leichtsinnige, unkritische Konsumentin im Netz" als Feindbild und Abwertung supergut greift.

Something a bit worrying to note about using Ai in healthcare.

I’ve had two specialist appointments recently, both using ai to transcribe. Both sent report letters with inaccuracies about my diagnoses and past medical history. Even my GP was like, “huh, that directly contradicts what I put in the referrals.”

I have followed up both and requested amendments (which were done) but if I hadn’t, these inaccuracies could have significantly damaged ongoing care, further treatment or insurance claims.

Human error has always been a factor, but both doctors were clearly using the ai software and assuming what it spat out was correct. They made no other notes during the appointments to cross-reference and double check. This is how Very Bad Things can happen.

RE: https://halo.nu/@theguardian_us_technology/116311667626711976

"why does it matter if AI writes our books? After all, at one end of the spectrum, generic, formulaic books have always represented a sizeable proportion of any bookshop shelf. Why would it matter whether they were generated by humans or AI?

For Naamen, the reason it matters is cultural: AI may flood the page, but it cannot replace the messy, difficult work of being human – the very work that literature exists to reflect back at its readers."

Le monde est coccinelle aujourd'hui 🖤❤️

So apparently Netflix added most or all of the James Bond catalogue to the service a few weeks ago & now they're removing it again.

I'm not particularly beholden to 007 but it's a great example of how fucking exhausting this digital world is because of the constant twiddling going on behind the veil.

Every time you try using any digital product you may find it's different than last time.

It's like They™️ want to take object permanence away from us.

#enshittification #ux #tech #resist

Gender Pain Gap: Warum Schmerzen bei Frauen nicht ernst genommen werden

Schmerz ist nicht neutral. Zumindest nicht im Gesundheitssystem.
Der sogenannte Gender Pain Gap beschreibt ein Problem, das seit Jahren bekannt ist: Frauen wird häufiger weniger geglaubt, ihre Schmerzen werden heruntergespielt, später behandelt, oder gar nicht erst ernst genommen. Was bei Männern als medizinisches Problem gilt, wird bei Frauen oft als „übertrieben“, „psychosomatisch" oder „hormonell“ abgetan.
Und das hat Konsequenzen.

Studien zeigen, dass Frauen länger auf Diagnosen warten, seltener Schmerzmittel in ausreichender Stärke bekommen und häufiger mit Symptomen allein gelassen werden. Besonders drastisch ist das bei Erkrankungen wie Endometriose, die Jahre braucht, um überhaupt erkannt zu werden, obwohl sie extrem schmerzhaft ist.
Aber das Problem ist nicht nur strukturell. Es ist konkret. Es passiert jeden Tag.

Ein besonders absurdes Beispiel ist der Umgang mit Eingriffen.
Das Einsetzen einer Spirale?
Oft ohne Betäubung.
Mit einer Zange wird der Muttermund, ein sehr empfindliches Gewebe, festgehalten und durchgebohrt.
Viele Frauen erleben dabei immense Schmerzen oder gar Ohnmacht. Beides wäre vermeidbar.
„Das ist nur kurz unangenehm.“ Nein. Es ist schmerzhaft.

Und dann hört man Sätze wie:
„Das geht nicht mit Betäubung.“
Doch. Es geht.
Ich hatte mehrere Lumbalpunktionen.
Ohne Betäubung. Jede einzelne mit Starken Schmerzen verbunden, die zum Teil immernoch anhalten.
Ein männlicher Freund von mir hatte denselben Eingriff - mit Betäubung.
Also was genau geht hier „nicht“?
Das Problem ist nicht die Medizin.
Das Problem ist, wem Schmerz zugetraut wird.

Die Realität ist:
Frauen wird systematisch weniger geglaubt.
Wenn ein Mann Schmerzen hat, wird gehandelt.
Wenn eine Frau Schmerzen hat, wird hinterfragt.
„Sind Sie vielleicht gestresst?“
„Haben Sie Ihre Tage?“
„Ist das nicht normal?“
Diese Fragen sind nicht neutral.
Sie verschieben Verantwortung. Weg von der Medizin – hin zur Patientin.
Und irgendwann fangen viele an, sich selbst nicht mehr zu glauben.

Das Problem zieht sich durch das ganze System:
• Herzinfarkte bei Frauen werden später erkannt, weil Symptome anders bewertet werden
• Frauen bekommen häufiger Beruhigungsmittel statt Schmerztherapie
• Forschung basiert oft auf männlichen Körpern
Das bedeutet: Medizin ist nicht für alle gleich gemacht.

Was genau heißt das konkret?
Es heißt, dass Menschen Schmerzen ertragen müssen, die vermeidbar wären.
Dass Eingriffe ohne ausreichende Betäubung durchgeführt werden.
Dass Leiden normalisiert wird.
Und dass Sätze wie: „Das ist halt so“
zu einer medizinischen Antwort werden.

Das ist weder Zufall noch Einzelfall.
Es ist ein System, das weiblichen Schmerz nicht ernst nimmt.
Und solange wir das akzeptieren, wird sich nichts ändern.

"Stefan? Du kriegst echt noch mit, dass Leute Woody Allen und Peter Handke supporten?"

ja. Woody Allen hat viele Aphorismen/Sprüche, die v.a. von älteren Herren gern gepostet werden. da ist dann wichtig, ob z.B. Verlagsleute sagen "Richtig! SO treffend sagt es keiner!"

und Handke kriegte ja den Nobelpreis. da ist wichtig, wer sagt "Wer das kritisiert, versteht Literatur nicht" usw.