Wahl als Gewissensentscheidung ist halt so ne Sache. Ich sehe Wahlen mehr wie einen Bus: bringt mich nicht 100% dahin, wo ich hin will, aber immerhin in die richtige Richtung, den Rest mach ich dann alleine.
Und vor dem Hintergrund wähle ich dann halt pragmatisch/strategisch. Erstes Ziel, AfD verhindern. Zweites Ziel, CDU eindämmen. Welche*r Kandidat*in auch immer dafür in meinem Wahlkreis die besten Chancen hat, wird (wenn auch zähneknirschend) gewählt. Zweitstimme ebenso.
Nur dass wir uns richtig verstehen - ich werbe nicht dafür, grdstzl die CDU zu wählen. Im Gegenteil. Nichts liegt mir ferner!
Der EINZIGE Grund, ein Kreuz bei der Union zu machen, ist es, den*die AfD-Kandidat*in in einem Wahlkreis zu verhindern, in dem sonst die AfD gewinnen würde. Das ist dann halt zähneknirschend das kleinere Übel! Strategisch wählen geht vor, denn deine moralische Überlegenheit zählt nix, wenn die AfD dank deiner verschenkten Stimme eine Sperrminorität (oder mehr!) erhält!
https://www.tumblr.com/doomdoomofdoom/772838023408893952/deshalb?source=share
Ich hab noch nie Wahlwerbung gemacht. Und der verlinkte Post ist an und für sich auch keine. Aber es ist wichtig, hier die Logik und Folgen zu verstehen!
NUR dort, wo es darum geht, ein direktes AfD-Bundestagsmandat zu verhindern, CDU wählen - das ist in fast allen Fällen die stärkste Gegenposition. Ansonsten SPD, oder die Grünen. Alle Stimmen für kleinere Parteien sind entweder KOMPLETT VERSCHENKT wegen 5%-Hürde, oder zersplittern den kommenden Bundestag.
Manchmal hab ich den Eindruck, ich bin in meinem Umfeld der einzige Frosch, der sagt, "langsam wird das Wasser aber n büschn warm, wa?"
Maximalreaktion, wenn ich das anmerke, ist "naja wir können es ja eh nicht ändern". Und das soll helfen, wie genau?
Letzte Woche wurden bei uns in der Nachbarschaft rassistische & antisemitische Flugblätter in die Briefkästen von Menschen mit "migrantischen" Namen eingeworfen,auch bei uns. Anzeige ist raus. Aber dabei wird es nicht bleiben. Der nächste Schritt ist ein stärkerer Austausch zwischen den Betroffenen.
Solche menschenfeindlichen Vorfälle werden in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren eher zunehmen. Deswegen ist es wichtig, dass Betroffene sich vernetzen und dass wir als solidarische Gesellschaft der Vielen zusammen und organisiert eine Antwort auf diese Angriffe finden. Alleine gehen wir unter.