Axel Krommer

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Ich schreibe.
Wer sich einseitig an der Frage „What works?“ orientiert, vergisst, dass der Einsatz von Technik immer auch eine ethische Dimension aufweist und dass selbst dann, wenn Maschinen bestimmte Funktionen lernförderlich ausüben KÖNNEN, geklärt werden muss, ob sie diese Funktionen auch ausüben SOLLEN.
Wenn man Eltern, die die Medienwelt der Kinder nicht kennen, erst in Panik versetzt („Nur ein Mausklick bis zum Grauen") und dann Maßnahmen vorschlägt, die die ahnungslosen Eltern völlig überzeugend finden, aber kein Problem ursächlich lösen, dann ist das kein Jugendmedienschutz, sondern adultistischer Populismus.

Der Einsatz des Fobizz-Tools zur automatischen Bewertung von Hausaufgaben ist laut einer Studie der Uni Osnabrück „unverantwortlich“.

Und: Verbesserungen dieser Tools sind wegen fundamentaler Einschränkungen der LLMs, auf denen sie basieren, nicht zu erwarten.

Studie: https://arxiv.org/pdf/2412.06651

Talk zum Paper: https://streaming.media.ccc.de/38c3/relive/548

Empirische Studien, die ernsthaft fragen, wie lange Jugendliche online sind, haben es nicht einmal verdient, ignoriert zu werden.

Online-Sein ist schon lange kein technisch-quantitatives Konzept mehr, sondern ein emotional-qualitatives.

Always-On als Default-Zustand ist vielleicht für Menschen, die noch hören konnten, wie sich ihr 32K Modem rasselnd und pfeifend mit dem Internet verbunden hat, ein schwierig zu begreifendes Konzept.

Oft gehört:

„Würde man SocialMedia für Kinder nicht verbieten, wäre das so, als würde man Drogen legalisieren.“

Doch das ist eine Petitio principii:

Wenn man alle Kinder mit Drogensüchtigen gleichsetzt, ist die strittige Frage entschieden, bevor sie differenziert diskutiert werden kann.

Text-Bild-Schere

(Symbolbild)

Die Frage, wie man Prüfungen „immun“ gegen KI macht, ist Teil des Problems.

Weder Portfolios noch mündliche Prüfungen noch Metareflexion noch Prozessorientierung werden helfen.

Solange gute Noten wichtiger sind als „echte“ Kompetenzen, wird die KI-gestütze Kompetenz-Simulation bleiben.

Toxische Prüfungs- und Notenkultur als Geschäftsmodell (Symbolbild).

Heute vor der Tagesschau:

Werbung für ein Mittel gegen Schulstress und Prüfungsangst.

Hübsche Kinder schlucken in einem Insta-Pastellfarben-Klassenraum ein leckeres Pulver, um die Klassenarbeit zu bestehen.

Pathologische Lern- und Prüfungskultur als Grundlage für einen Industriezweig.

Meine Güte.

Notwendige Neologismen (XXI)

Adultistische Empirie, die:

Sammelbezeichnung für empirische Forschung, die die Perspektive sowie Normen und Werte der Erwachsenen unreflektiert verabsolutiert und genuine Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen nicht wahrnimmt.