Markus Deimann

@mdeimann
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Bildungsaktivist: Interessiere mich für offene Bildung und Bildungstechnologien im Hochschulbereich.

@acka47

Ja, Manuel Oellers & Steffen Röttgen waren dabei.

@davidlohner @timwiegers @timovt @twillo @oersi

Im Zuge meiner Vorbereitung für den Vortrag in Freiburg, bin ich auf diesen Text gestoßen:

T. Goodchild und E. Speed, „Technology enhanced learning as transformative innovation: a note on the enduring myth of TEL“, Teaching in Higher Education, Bd. 24, Nr. 8, S. 948–963, Nov. 2019, doi: 10.1080/13562517.2018.1518900.

Die zentrale These der Autoren lässt sich folgendermaßen rekonstruieren:

Trotz mehr als dreißig Jahren an Forschung im Bereich des technologieunterstützten Lehrens und Lernens (Technology Enhanced Learning, TEL) ist es nach wie vor nicht möglich, eine überzeugende Beweisgrundlage für die versprochenen transformativen Potenziale zu liefern. Vielmehr fügen die allermeisten Bildungstechnologien lediglich bestimmte Funktionen hinzu und verstärken dadurch das dominante Lehr- und Lernmodell. Eine transformative Wirkung auf Bildung, wodurch sich etwa die Rollen von Lehrenden und Lernenden verändern, ist auch nach über 50 Jahren des Einsatzes von Technologien nicht erkennbar.

Tatsächlich wird durch das Scheitern die Versprechen zu erfüllen der Diskurs nicht beendet, sondern weiter aufrechterhalten und re-artikuliert. Dazu werden die Versprechen mit dem Aufkommen neuer und innovativer Technologien begründet. Die Versprechen müssen so nicht aufgegeben werden, sondern das Scheitern kann dadurch erklärt werden, dass die Technologien bisher einfach nicht gut genug waren.

Die Lehrmeinung bzw. „akzeptierte Orthodoxie“, wonach Bildungstechnologien ein allgegenwärtiges und weithin akzeptiertes Merkmal und integraler Bestandteil der Hochschulbildung sind, hat sich seit 40 Jahren in unseren Köpfen verfestigt. Es widerspricht dem gesunden Menschenverstand, sich dieser Idee zu widersetzen, denn dies würde gleichsam bedeuten, sich der Idee guter Hochschulbildung zu widersetzen.

https://vortrag.drdeimann.de/keynote/die-akzeptierte-lehrmeinung-zu-bildungstechnologien/

Von der Digitalisierung zur Digitalität: Konturen einer Hochschulbildung Post-Corona

So der Titel meines Vortrages, den ich für den Tag der Lehre an der Universität Freiburg im November halten werde. Dazu habe ich folgenden Abstract eingereicht. Vor dem Hintergrund der Lehrerfahrun…

Vorträge - Dr. Deimann

Anknüpfend an meinen letzten Beitrag zur Zukunft der Hochschule hier einige kurze Gedanken zur Hochschulreform.

Durch die Corona-Pandemie kam es zu Veränderungen auf der Makro-Ebene / Großwetterlage. Was vorher nicht für möglich galt, ist passiert: Alle Hochschulen haben sich in ihren Lehr- und Lerrnszenarien mit digitalen Medien und Technologien beschäftigt. Es herrscht in der Gesellschaft und im Bildungsbereich ein Konsens darüber, dass dies ein Erfolg war. Gleichzeitig wird betont, dass die Entwicklungen nicht stehen bleiben dürfen angesichts der großen Sehnsucht zurück zur Präsenz. Verschiedene bildungspolitische Akteur/innen (Wissenschaftsrat, Ständische Wissenschaftliche Kommission der Kultusminister Konferenz) fordern von den Hochschulen weitere Reformen. Um allerdings langfristige Veränderungen der Hochschule zu erreichen sind eine Reihe von Prämissen zu beachten / zu bearbeiten.

Prämisse Bildungsverständnis

Kann die Hochschule weiterhin dem humboldtschen Bildungsideal verpflichtet sein oder müssen weitreichende Anpassungen an die digitale Ökonomie erfolgen? Braucht es etwa neue Studienmodelle mit Micro Credentials, flexiblen und selbstgesteuerten Studienphasen und mehre Startpunkte? Braucht es in den Hochschulen ein „New Learning“ ähnlich dem „New Work“ der Unternehmenswelt? Oder sollten Hochschulen aufhören die Trends und Hypes der der VUCA-Welt nachzuahmen und sich auf ihre eigene Stärke zurück besinnen und die digitale Transformation aktiv gestalten?

Prämisse  Hochschulstrategie

Abgeleitet vom Bildungsverständnis ergibt sich eine Strategie auf der operativen Ebene. Dazu gehört ein Überdenken der curricularen Bedingungen und der Lehr- und Lernpraktiken. In Erfüllung der Mission der Hochschule (z.B. chancengerechte Bildung) werden Formate mit digitaler Unterstützung entwickelt und umgesetzt. Neue Prozesse und Strukturen sind notwendig, um die Möglichkeiten der Digitalisierung in Einklang mit dem Selbstverständnis der Hochschule zu nutzen. Dazu gehören z.B. hochschulübergreifende Dienste und gemeinsame Angebote. Eine wichtige Rolle spielen dabei Open Educational Resources (OER) und eine dementsprechend förderliche IT-Infrastruktur.

Prämisse Kompetenzen

Neben der Rahmung und strategischen Verortung der Hochschulen in der digitalen Wissensgesellschaft sowie der grundlegenden digitalen Ausstattung braucht es neue Kompetenzen, um die Wirksamkeit sicherzustellen. Eine Selbstverpflichtung auf digitale Lehrangebote läuft beispielsweise ins Leere ohne begleitende Professionalisierung der Lehrenden.

https://vortrag.drdeimann.de/keynote/gedanken-zur-hochschulreform/

Von der Digitalisierung zur Digitalität: Konturen einer Hochschulbildung Post-Corona

So der Titel meines Vortrages, den ich für den Tag der Lehre an der Universität Freiburg im November halten werde. Dazu habe ich folgenden Abstract eingereicht. Vor dem Hintergrund der Lehrerfahrun…

Vorträge - Dr. Deimann
Wie lässt sich ein Bildungs-System größer denken? Wie können handgestrickte Lösungen skalieren, um mehr Menschen die Möglichkeit auf gute Bildungsangebote zu geben?
https://timklapdor.wordpress.com/2022/10/27/a-learning-design-system/
@linos vielen Dank für den Link.
@linos gibt es dazu eine Übersicht der Anwendungen / Ideen / Ansätze?
@vedducation @ebildungslabor
Das stimmt, es kann schnell in diese Richtung gehen. Für mich geht es eher darum, Menschen als lernende Individuen ernst zu nehmen. Sollt auf den Einzelfall bezogen diskutiert werden, sonst ist es zu abstrakt.
Wie können dezentrale Strukturen zum Lehren und Lernen genutzt werden? Dazu Stephen Downes: Open Learning in the Fediverse.
https://www.downes.ca/presentation/566?utm_source=pocket_mylist
@breitenbach geht mir ähnlich :=)
Das Buch ist ein Deep Dive in die Kulturgeschichte (bin aber auch noch am Anfang).
@breitenbach habt ihr schon das Buch "Die Unterwerfung" im Podcast besprochen? Das könnte euch gefallen: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-unterwerfung/978-3-446-27421-1/