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Wann fliegt der ganze Schwindel auf?
Freier Texter und Autor
Münsterland/Ruhrgebiet/NRW

Liebe Leute, ich verabschiede mich in meine "Social-Media und so wenig wie möglich auf Internet-News-Rummelseiten schauen"-Pause zum Jahresende.

Das war nun mein zweites volles Jahr hier auf Mastdodon und es war wieder sehr schön. Vielen Dank an alle, die mir hier geschrieben, meine Beiträge favorisiert oder sogar geteilt haben. Das war alles sehr angenehm harmonisch hier, so mag ich das. Habt eine gute Zeit. Man liest sich 2025!

Gerade kam mir ein Gedanke, warum ich Social Media so liebe und Smalltalk im realen Leben eher nicht so. Auf Social Media kann man einfach direkt irgendwo in der Mitte mit irgendwas anfangen, was einem im Kopf rumgeht und wer sich angesprochen fühlt, reagiert. Bei Smalltalk mit Fremden kann ich ja schlecht mit so was wie "Also Weihnachten tragen bei uns alle Jogginghose" einsteigen, gefolgt von "Was habe ich als Kind die Pietje Puck Hörspiele geliebt, kennt ihr den?" oder so.
Im Dezember versuche ich, exakt nirgendwo hinzufahren, wo es Dinge zu kaufen oder sonst "was zu sehen" gibt und Supermärkte erst abends zu besuchen. Und seit ich das mache, ist die Vorweihnachtszeit so was von entspannt, keine Staus, keine Parkplatzsuche, keine Menschenmengen, keine Hektik.
Ich habe übrigens den Schwarzen Gürtel in der körperlosen Kampfkunst "Polnischer Abgang".
Jedes Jahr im Advent sehe ich Dominosteine, erinnere mich an meine Kindheit, als ich Dominosteine in ihre Einzelteile zerlegte und daraus XXL-Dominosteine gebaut habe, kaufe mir eine Packung, beiße rein und denke "Boah ne, viel zu süß, kann ich nicht mehr essen."
Wenn man jemand ist, der von der Grundeinstellung her eher sorgenvoller, ängstlicher und melancholischer unterwegs ist, dann gibt es da immer diese meist kleinere, manchmal aber auch größere Hürde, über die man springen muss, um in eine neutrale Ausgangsposition im Kopf zu gelangen. Das ist anstrengend und Leute, die das nicht kennen, können es leider nicht nachvollziehen. Aber alle die, die wie ich, jeden Tag vor dieser Hürde stehen, die verstehen es, oder?
Diese Dankbarkeit vor Weihnachten, dass keiner in meiner Familie meint, Weihnachten zwanghaft so zu tun müssen, als würde man in einer heilen Welt leben. Es wird viele Jogginghosen geben und jeder kann entlang des seit Jahrzehnten eingübten Ablaufs so machen, wie er oder sie meint und für mich ist genau das eine heile Welt.
Ich habe einen Ordner auf dem Desktop, da ziehe ich Links zu Serien/Filmen/Dokus rein die ich noch angucken will. Und daneben ist ein Ordner, da ziehe ich Links zu Texten/Büchern rein, die ich noch lesen will. Problem beim "Abarbeiten" ist nun dies: Wie werde ich 198 Jahre alt?
Der meiner Erfahrung nach beste Umgang mit Leuten, die nie zufrieden und immer undankbar sind, wenn man was für sie tut. Nichts mehr tun für solche Leute. Erspart denen den Leidensdruck, zwingend ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen zu müssen und mir den Gedanken "Was warst du wieder blöd."
Einer der dümmsten Sätze überhaupt ist für mich: "Du musst dir selbst nur mal einen ordentlichen Tritt in den Hinter geben". Was soll das überhaupt heißen? Nur weil eine Person, die etwas scheinbar kann oder in der Lage ist etwas zu tun, meint, die andere könne das auch und ist nur zu faul, träge oder unmotiviert dazu? Wenn man das umdreht und sich mal was raussucht, was die andere Person nicht kann oder traut und den Satz sagt, dann ist natürlich auf einmal alles ganz anders.