Ostern:
Nähme ich ein Nest
in meine Hände,
trüge ich Flügel und Katzen,
ein bisschen vom Weltrand
und ganz viel Staunen
vorsichtig heim.
Reste vom Tag
kratze ich zusammen,
füttere die Eintagsfliege
und staune mit ihr
vom Anfang
bis zum Ende.
Etwas müde, aber sehr zufrieden aus Berlin zurück.
Nachts
ist die Schöpfung
so leise,
damit ich sie
besser sehen kann.
Die Wahrheit
an die ich mich
halte,
ist ein zartes Pflänzchen.
Wächst
in jedem Garten
aus anderer Wurzel.
Geständnis:
Ich lese nicht nur
den Inhalt.
Ich lese die Absender.
Eigentlich sind sie
die Hauptsache.
Nicht alles mitnehmen
auf die Nachtseite
der Welt.
Bonne nuit.
Sieh nur,
wie jung
meine Hoffnung ist
in meinen
alten Gedanken.
Dass sich noch einmal
das Meer teilte,
der Wald lichtete,
Wege furchtlos
zu begehen wären,
Zuversicht aufginge
mit der Sonne.
Möchte wieder
Wäsche an Leinen sehen,
Straßen, die samstag
nach Kuchen riechen
und staunen,
wie aus Alltäglichkeiten
unvergessliche
Geschichten werden.