Begründung
Generative KI-Modelle basieren nicht auf technischem Fortschritt im luftleeren Raum, sondern auf der massenhaften „Enteignung“ menschlicher Arbeit. Unternehmen wie OpenAI, Microsoft und Meta haben sich den gesamten digitalen kulturellen Schatz der Menschheit angeeignet, um daraus Profit zu schlagen. Dies ist eine globale kulturelle Aneignung und eine massive Ausbeutung von Künstler:innen, deren Werke ungefragt und unvergütet als Trainingsdaten missbraucht wurden und werden. Als Sozialist:innen stehen wir auf der Seite der Ersteller:innen, nicht auf der Seite der Tech-Milliardäre, die geistiges Eigentum nur dann respektieren, wenn es ihrem eigenen Profit dient.
Kreativität ist ein Prozess des Lernens und der Selbstermächtigung. Wer das Denken und Gestalten an eine Maschine auslagert, begibt sich in eine lebenslange Abhängigkeit von proprietärer Software. Wie Hayao Miyazaki, Gründer vom Studio Ghibli treffend feststellte, ist die KI-generierte Ästhetik oft eine „Beleidigung des Lebens selbst“, da ihr der menschliche Funke und die bewusste Entscheidung fehlen.
„Warum sollte ich mir die Mühe machen, etwas zu lesen, für das sich niemand die Mühe gemacht hat, es zu schreiben?“
Die Nutzung von KI in der politischen Kommunikation entwertet unsere Botschaften. Wenn wir nicht bereit sind, Zeit und Geist in unsere Flyer und Posts zu stecken, wie können wir dann erwarten, dass die Menschen Zeit investieren, um sie zu verstehen?
Während Aktivist:innen wie Aaron Swartz für den freien Zugang zu Wissen kriminalisiert wurden, dürfen Großkonzerne das Urheberrecht unter dem Deckmantel der KI-Entwicklung faktisch aushebeln. Diese Asymmetrie der Macht lehnen wir ab. Wir solidarisieren uns mit Künstler:innen, die Tools wie „Nightshade“ nutzen müssen, um ihre Werke vor der algorithmischen Verwertung zu schützen.
Die Rechenzentren, die für das Training und den Betrieb generativer KI nötig sind, verbrauchen enorme Mengen an Energie und Wasser. Schätzungen gehen davon aus, dass KI bereits jetzt für 1 % bis 1,5 % des weltweiten Stromverbrauchs verantwortlich ist. In Zeiten der Klimakrise ist die Verschwendung dieser Ressourcen für die Generierung von „Content“ / „Kunst“, der lediglich menschliche Arbeit ersetzt, unverantwortlich.
Wir beobachten mit Sorge, wie generative KI bereits für Propaganda genutzt wird. Von der Visualisierung menschenverachtender Abschiebefantasien durch den Twitter Account vom White House bis hin zu Militärpropaganda der IDF, welche im Stil vom Studio Ghibli erstellt wurden. Hayao Miyazaki, welcher einen Oscar nicht persönlich angenommen hat da er aus Protest gegen den Irak-Krieg nicht in die USA reiste, würde so eine Kunst für Donald Trump oder die rechtsextreme israelische Regierung niemals erstellen. Solche Werke können nur generiert werden entgegen der Ideale eines Künstlers. Indem wir auf KI verzichten, setzen wir ein klares Zeichen gegen diese Form der manipulativen Bildsprache und für eine authentische, menschenzentrierte Linke.
Die Linke muss ein Ort der Selbstermächtigung sein. Wir brauchen keine „Prompts“, wir brauchen Menschen, die lernen, die Welt zu beschreiben und zu gestalten. Karl Marx sagte einst „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern“ sicherlich meinte er damit nicht, dass wir diese Veränderung und Interpretation auf eine Maschine auslagern sollten, sondern sie selbst in die Hand nehmen müssen! Don’t let creativity die: say no to A.I.