Finde ich wirklich interessant: Kaum das #Framasoft ankündigt ein vermeintlich dezentrales "YouTube" mit vergleichbarer Funktionalität an den Start zu bringen jubelt die Menge.

Aber wirklich Fragen stellt dabei Niemand: Was ist beispielsweise mit den Paradigmen? Unter dem Paradigma des "Kokettierens mit dem digitalen ICH" beispielsweise wird sich WAS konkret verbessern? Oh ja, super: Ein "Open-Source"-Kanal, der dann beispielsweise immer noch emsig kommerziellen Bockmist verzapft und seine Videos spiegelt und zwar direkt von #YouTube. Hand aufs Herz: Was gewinnt ihr dabei, liebe Webgemeinde? Genau nichts: Nur ist es dann natürlich "Open-Source". Aber ist es dann auch wirklich FREI per Definition wenn es heißt "All rights reserved."?

Das funktioniert ja schon bei #MediaGoblin eben nicht und das wiederum liegt nicht an der Technik sondern am mangelnden Verständnis. Wie geht es mit den Inhalten denn weiter wenn man nur in bekannten Paradigmen denkt? Also möglichst unfrei und mit "Alle Rechte vorbehalten!". Grandios das Ganze auch: Das Ganze basiert auf Torrent-Technologie. Wenn also Jemand ungefragt geschützte Inhalte wie beispielsweise Filme hochlädt ist das gesamte Netzwerk in Gefahr.

Aber gut: Jubelt mal schön weiter dazu. Hauptsache "dezentral" und hauptsache eine Kopie von bekannten Dingen. Wäre ja nicht so, dass es bereits Bemühungen gegeben hat wie #MediaDrop, #MediaGoblin oder #Plumi. Immer schön "kopieren" und nicht einfach bekannte Paradigmen komplett zur Seite legen, dann wird "Alles" vermeintlich gut.
@throgh sehe ich nicht so negativ wie du. Mit Popcorn Time gab es schonmal sowas, einfach nicht dezentral. Was den Content anbelangt, müsstest du als Admin schon ein Auge darauf haben. Das ist aber hier bei GNU social genauso.
@marcus Ich wäre positiver wenn man wirklich auch einmal damit beginnt aufzuklären. Derweil suggeriert aber die Seite von #Framasoft nur das größe "Böse" seitens geschlossener Plattformen während die "offenen Varianten" dann das Gegenteil demonstrieren. Der Alltag zeigt aber ein anderes Bildnis: Klar sind geschlossene und nicht weiter verbreitbare Inhalte ärgerlich. Aber oftmals ziehen sich die sog. "Produzenten" nur selbst daran hoch und kokettieren mit ihrem digitalen Selbstbildnis.

Ich mag gerne Unrecht haben, aber wie gesagt zeigt die gelebte Realität ein anderes Bildnis. Vorzugsweise das vom "Verkauf des eigenen Selbst" und der "eigenen Objektifizierung". Und es wird gejubelt über ein freies "YouTube". Möchte ich gar nicht, da eine Kopie eben nur das bleibt. Genau darum geht es auch: Eine freie Videoplattform kann man schon heute bekommen. Nur an Inhalten fehlt es und da hilft es auch nicht Werke unter einer falschen Lizenz auf #MediaGoblin beispielsweise hochzuladen - gestern wieder erlebt und gesehen. Genau deswegen auch mein Appell zur Aufklärung. Fehlt Letztere geht das bekannte Paradigma nur eben quelloffen weiter! Und von daher auch sehe ich das durchweg negativ. Lieber auf bekannte Plattformen wier #MediaGoblin konzentrieren und sie verbessern.
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@throgh ah, ich habe deinen Punkt verstanden. Ich denke das eine schliesst das andere nicht aus. Meine Sachen stelle ich alle unter CC-BY-ND.
@marcus Dito! :) Und wenn ich etwas lerne möchte ich es auch gerne weiter Anderen vermitteln. Vielleicht habe ich auch etwas falsch verstanden und kann durch Nachfragen noch mehr vermitteln. Wenn wir die Inhalte erst einmal in den "Griff" bekommen und verstehen das es auch anders geht, ebenso wie gemeinsame Wertschätzung auf unterschiedlichste Art und Weise, wäre wirklich viel erreicht.

Wie gesagt: Vielleicht täusche ich mich auch? Ich möchte sehr gerne Unrecht haben. Leider aber zeigt es sich oftmals anders und gute Absichten werden nur zu schnell ausgenutzt. Aus dem Grund musste ich bei #OpenStreamer ein "Hochladen" für Jeden deaktivieren und eine Administrationsprüfung einführen. Daran zeigt sich auch wie groß oder klein das Interesse der Menschen ist wirklich freie Inhalte zu erschaffen, mit Informationen und / oder Spass für Jeden.
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@throgh muss halt irgendwie finanziert werden. #BGE
@marcus Jap, das meinte ich mit "Wertschätzung". Wird sich Alles zeigen, aber "Hurra" rufe ich derweil noch nicht. :) Dieses "neue Netzwerk" steht und fällt ja auch gleichermaßen mit der Anzahl an Knotenpunkten.
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@throgh ich finde es immer gut wenn initiativen entstehen, mein Ansatz ist allerdings in der Regel ein anderer. Ich beschäftige mich zunächst mit Standards und Protokollen und erst recht weit hinten mit der eigentlichen Software. Auch tue ich mich schwer mit dem: die bösen anderen, wir sind die guten. Das stimmt eigentlich nie ganz. Ich versuche lieber durch meine positive Arbeit zu überzeugen. Steter Tropfen höhlt den Stein sozusagen.
@marcus Finde ich gut! :-) Das ist ja gerade das Problem was mich bei der Darstellung im Nachhinein auch stört. Ja klar: Zunächst erscheint es so, dass #YouTube das "Böse" schlechthin ist. Aber so einfach ist das eben nicht. Ebenso bin ich kein Freund von dem obligaten Pragmatismus: Weil nichts Anderes da zu sein scheint, nutzt man auch nichts Anderes. Lieber anschauen, gemeinsam erkennen und eine Antithese, ein neues Paradigma entwickeln. Setzt natürlich auch den Mitmacheffekt voraus - leider krankt daran unsere Gesellschaft zu bestimmten Teilen ja gerne einmal daran, nicht Alle aber oftmals Viele.

Schön ist es, wenn sich Synergie-Effekte ergeben und Menschen einander den sprichwörtlichen "Ball" zu spielen und sich aufeinander verlassen können. :)
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