Rückblick: Gegen den Coburger Convent – Patriarchat anfechten, antifaschistische Zukunft erkämpfen

Am 25. Mai protestierten wir gemeinsam mit über 400 Antifaschist*innen gegen den Coburger Convent in Coburg.

#Patriarchatanfechten #Antifa #VVN #Coburg #NieWiederFaschismus

Der Coburger Convent steht für deutschnationale Traditionen, Männerbund-Ideologie und ein Gesellschaftsbild, in dem Macht, Ausschluss und patriarchale Strukturen bis heute fortgeschrieben werden.

Während die Verbindungen ihre Traditionen feiern, haben wir deutlich gemacht: Solche Traditionen dürfen gerade in einer Stadt wie Coburg nicht unkritisch hingenommen werden.

Coburg war keine zufällige Bühne des Nationalsozialismus. Die Stadt gehörte zu dessen frühen Hochburgen.

Gerade deshalb verpflichtet die Geschichte zur Wachsamkeit. Wer heute unter dem Deckmantel von „Tradition“ Nationalismus, Elitedenken und autoritäre Vorstellungen pflegt, muss auf Widerspruch stoßen.

Unter dem Motto „Patriarchat anfechten“ erinnerten wir in unserem Beitrag an einen oft vergessenen Teil der antifaschistischen Geschichte: den Widerstand von Frauen.

Frauen organisierten Unterkünfte für Verfolgte, verbreiteten Flugblätter, hielten illegale Kontakte aufrecht.

Sie unterstützten politische Gefangene und schmuggelten Informationen. Ohne ihre Arbeit hätten viele Widerstandsnetzwerke nicht funktionieren können.

Trotzdem wurden ihre Geschichten lange verdrängt. Die Erinnerung an den Widerstand wurde und wird von männlichen Perspektiven geprägt.

Viele Widerstandskämpferinnen passten weder in das patriarchale Frauenbild ihrer Zeit noch später in die antikommunistisch geprägte Erinnerungskultur der Bundesrepublik.

Dabei gab es allein in Franken Hunderte Frauen, die Widerstand gegen die NS-Diktatur leisteten.

Wir erinnerten z.B. an Hedwig Laufer aus Fürth, Hilde Faul-Gerber, Minna Nußpickel und Berta Backof aus Nürnberg oder Kunigunde Hausladen aus Fürth. Sie organisierten Untergrundarbeit, schmuggelten illegale Schriften, halfen Verfolgten und widersetzten sich den Nazis trotz Haft und Verfolgung.

Diese Frauen zeigen uns, dass Menschen selbst unter unvorstellbar hohem persönlichem Risiko Wege gefunden haben, Haltung zu zeigen und Widerstand zu leisten.

Gerade heute, in Zeiten des Rechtsrucks, bedeutet antifaschistische Politik nicht abzuwarten, sondern zu handeln.

Deshalb endet unser Protest nicht in Coburg. Wir sehen uns in Passau beim Protest gegen den AfD-Parteitag in Bayern. Wir sehen uns in Erfurt beim Protest gegen den AfD-Bundesparteitag.
Wir nehmen den Kampf gegen den Rechtsruck selbst in die Hand.
Für eine antifaschistische Zukunft.
Nie wieder Faschismus. Nie wieder Krieg.