#KeinVergessen: Wir gedenken des 34-jährigen Agostinho Comboio, der heute vor 35 Jahren, am 16. Juni 1991, in Friedrichshafen (Baden-Württemberg) von einem 19-jährigen Neonazi in einer Bar erstochen wurde. 1/x
Agostinho Comboio stammte aus Angola, lebte in Wangen im Allgäu und war verheiratet. Sonst sind über das Opfer leider keine weiteren Informationen bekannt. 2/x
Der Täter trifft sich bereits am Nachmittag des 15. Juni mit anderen Neonazis: Sie betrinken sich und beleidigen Passant*innen rassistisch. Abends ziehen sie weiter in das Lokal „Bleibtreu”. Auch Agostinho Comboio möchte hier einen schönen Abend genießen. 3/x
In dem überfüllten Lokal rempelt Agostinho Comboio versehentlich den Täter abseits der Tanzfläche an und entschuldigt sich zugleich. Die Kameraden des Jungnazis stacheln ihn an, er solle sich nicht von einem „N****” anrempeln lassen. 4/x
Der spätere Täter fordert das Opfer auf, die Sache „draußen zu klären“. Es kommt zur Konfrontation der beiden hinter dem Lokal. Der alkoholisierte 19-jährige Neonazi zieht daraufhin ein Butterfly-Messer und sticht dreimal auf die Brust seines Opfers ein. 5/x
Einer der Stiche trifft Comboio direkt ins Herz. Agostinho Comboio kann sich noch blutüberströmt vor das Lokal schleppen, wo er über einem Auto zusammenbricht. Obwohl sofort ein Notarzt zur Stelle ist, stirbt er noch auf dem Weg ins Krankenhaus. 6/x
Die Ermittlungen ergeben, dass der 19-Jährige als Neonazi in der Gegend sehr bekannt war, aus seiner rechtsextremen Gesinnung macht der Täter vor Gericht keinen Hehl. Deutschlandweit feiert die rechte Szene den brutalen Mord als „Heldentat” 7/x
Der 19-jährige Neonazi wird wegen Totschlags zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Gericht entpolitisiert die Tat und attestiert ihm „Reifeverzögerung", jedoch kein politisches Motiv. Erst 1993 wird A. Comboio staatlich als Opfer rechter Gewalt anerkannt. 8/x
Auf den Mord folgt ein Trauermarsch in Ludwigsburg, den Neonazis zu stören versuchen. Da die Polizei nicht eingreift, werden sie von Demonstrierenden vertrieben. Seither erinnern lokale zivilgesellschaftliche Bündnisse regelmäßig an Agostinho Comboio. 9/x