Ökokrise im Nordpolarmeer: Wenn der Klimawandel Steine regnen lässt

Am Nordpol schmilzt das Eis, das natürliche Gleichgewicht in der Arktis kippt: Fischbestände schwinden, die Nährstoffe werden knapp. Und der Ozeanboden? Verwandelt sich in eine Trümmerlandschaft.

DER SPIEGEL

@TwraSun Die Arktis ist bereits um 2009 herum umgekippt, und das wissen wir auch schon seit einigen Jahren. Wenn wir jetzt sofort die Emissionen global brutalstmöglich abwürgen würden, könnten wir eine weitere Beschleunigung noch vermeiden, aber umkehren läßt sich das vermutlich nicht mehr. Es kommt nicht mehr genug Packeis zusammen, und die Gletscher sind schon arg destabilisiert.
Die Antarktis sieht auch gerade sehr kipplig aus, wird vermutlich umkippen, wenn sie nicht bereits umgekippt ist, aber es wird danach so ca. 7-15 Jahre dauern, bis wir in der Rückschau sicher sagen können, daß die Antarktis umgekippt ist und wann so ungefähr.
Mit einem rapiden Abwürgen des Fossilismus (und auf wirtschaftliche Konsequenzen einfach geschissen) könnten wir das Tempo, mit dem die Polarregionen umkippen, vielleicht noch niedrig genug halten, daß eine massive Umsiedlung von Bevölkerung weg von unbewohnbar werdenden Regionen gerade eben noch ohne allzuviele Todesopfer machbar wäre, vorausgesetzt man beendet jeglichen Nationalismus und öffnet alle Grenzen für Klimaflüchtlinge.

Ich rechne natürlich nicht damit. Ich rechne mit den größten Tragödien aller Zeiten. Was in ein paar Jahrhunderten noch von der Menschheit übrig ist, wird sehr bizarre neue Religionen hervorbringen, aber an Technologie bestenfalls noch steampunkige Maschinen aus altem Schrott von früher. Keine Computer, keine komplexe Elektronik, keine Industrie, keine Massenproduktion -- weil es einfach auf der Welt nicht mehr genug Menschen geben wird und die meisten davon die meiste Zeit mit der Nahrungsproduktion beschäftigt sein werden. Ob es in ein paar Jahrtausenden noch Menschen gibt, hängt sehr davon ab, wie schlimm das Artensterben noch wird; wenn die Produktivität der Biosphäre zu gering wird, verschwinden große Tiere wie wir ganz einfach, nur die Kleinen überleben, und wenn es zu heiß wird, gilt das selbst dann, wenn das globale Pflanzenwachstum keine allzugroße Delle bekommt, besonders für Säugetiere, die bei 42°C Körpertemperatur sterben.

@LordCaramac @TwraSun Ich rechne damit die aktuelle Eiszeit endet und eine Hydrostatische Rebalance infomge der nicht-vorhandenen Eismassen eintritt.

Was einem Meeresspiegel von 135m über WGS84 (Normalnull) entspricht.

- M.a.W. die Brandung erreicht die Unterseite der Dhünntalsperre!

@kkarhan @TwraSun Das komplette Abtauen von Grönland dauert noch Jahrtausende bis Jahrzehntausende, das komplette Abtauen der Antarktis Jahrhunderttausende bis Jahrmillionen. Wie schnell es genau läuft, entscheidet darüber, wie schnell die Küstenregionen absaufen.
Aber: Hat es einmal ernsthaft angefangen, können wir große moderne Seehäfen für immer* vergessen. Wenn das Eis eher schnell abtaut, können wir vielleicht sogar jegliche Art von ernsthaften Seehäfen vergessen, dann saufen die Küstenregionen schneller ab, als wir an den neuen Küsten neue Infrastruktur bauen können.

*Wenn wir Hominiden nicht komplett aussterben, kann irgendwann in Jahrmillionen eine neue Menschenspezies vielleicht wieder damit anfangen, aber das liegt so weit in der Zukunft, daß man dann die Seefahrt von den primitiven Anfängen her neu erfinden müssen wird.

@LordCaramac @TwraSun Relativ...

Ich halte nen #Waterworld - Szenario wahrscheinlicher, wobei es weniger in Millionen sondern in Jahrhunderte gehen dürfte.

- Das unrealistischste am Film ist dass es zuwenig Tropenstürme gibt, denn ein Planet der zu >95% mit Wasser bedeckt ist dürfte eher wie #Camino (#StarWars) sein...

https://www.youtube.com/watch?v=fyQYuPiBZbI&t=21s

Attack of the Clones- Kenobi arrives on Kamino

YouTube
@kkarhan @TwraSun Die dicken Eisschichten auf dem grönländischen und antarktischen Festland brauchen Zeit, um abzutauen, das geht nicht so schnell wie im Film.

@LordCaramac @TwraSun ja, deshalb sage ich Jahrhunderte...

- Das Abtauen ist exponentiell von der Geschwindigkeit!

@kkarhan @TwraSun Das komplette Abtauen von jeglichem Eis dauert vermutlich noch sehr, sehr lange. Allerdings reicht es, wenn ein großer Batzen davon relativ schnell abtaut, um die Küstenregionen überall auf dem Planeten schon innerhalb dieses Jahrhunderts absaufen zu lassen. Und die Tatsache, daß dann immer noch sehr viel Eis übrig ist und über ewig lange Zeiträume weiter abtaut, sorgt dann dafür, daß sich keine stabilen neuen Ansiedlungen an den neuen, weiter landeinwärts gelegenen Küsten bilden können, weil der Anstieg des Meersspiegels nicht schnell vorbei ist, sondern ewig weitergeht.
Es ist also quasi eine Katastrophe, die, einmal angefangen, für ein elend langes Zeitalter nicht mehr endet. Nie wieder Küstenstädte. Nie wieder Seefahrt.
@Lord Caramac the Clueless, KSC
Das komplette Abtauen von Grönland dauert noch Jahrtausende bis Jahrzehntausende, das komplette Abtauen der Antarktis Jahrhunderttausende bis Jahrmillionen.
das glaubt #fritzefrei auch, aber da irrt ihr euch leider. das abtauen geht viel schneller als erwartet (#^https://www.spektrum.de/news/gletscherschmelze-auf-groenland-beschleunigt-sich-enorm/2197946 ) und es muss nicht erst die gesamte antarktis schneefrei sein, bis es hier katastrophal wird.

vor ca 120000 jahren war der meeresspiegel ca 6 bis 9 m höher als heute. das wurde ua durch das abschmelzen nur des westantarktischen eisschildes verursacht, bei einer wassertemperatur, die ca 2°C höher war als unsere vorindustriellen nullwerte. wir sind jetzt knapp bei 1°C höheren wassertemperaturen als 1980.
(#^https://geohorizon.de/2020/02/12/extremer-meeresspiegelanstieg-vor-130-000-jahren/ )

reaktionen auf diese entwicklung sollte man nicht in die nächsten 10000 jahre schieben oder sich gar etwas von jahrmillionen einreden.
Netzgemeinde/Hubzilla

@jabgoe2089 Das _komplette_ Abtauen von _jeglichem_ Eis an den Polen dauert vermutlich sehr, sehr lange. Das ändert nichts daran, daß genug davon recht schnell abtauen kann, um sehr viel Ärger zu machen.