@klaus_hammer @GuidoKuehn Erst einmal rutschen wir jetzt so oder so in den Anfang vom Untergang des Industriezeitalters, weil wir das letzte Zeitfenster für eine radikale Nachhaltigkeitswende verpaßt haben. Allerdings hätte das auch eines rapiden Ausstiegs aus dem Kapitalismus bedurft, weil eine kapitalistische Wirtschaft nur funktioniert, wenn sie wachsen kann, und Nachhaltigkeit beceutet halt, auf eine für die Versorgung notwendige Größe zu wachsen und diese dann zu halten, kein weiteres Nettowachstum mehr.
Wir sind weit über die globalen ökologischen Wachstumsgrenzen hinausgeschossen, über die kommenden Jahre und Jahrzehnte ist eine Schrumpfung der globalen Realwirtschaft um mehr als die Hälfte unvermeidlich. Große Teile unserer industriellen Prozesse sind vorn und hinten nicht nachhaltig, und alles, was unnachhaltig ist, endet irgendwann katastrophal, wenn es nicht rechtzeitig vorher kontrolliert beendet wird.
Der global hochkommende Faschismus ist auch nur eine Reaktion auf das unvermeidliche Ende unserer unnachhaltigen Art zu leben, ein verzweifelter Versuch, sich am Kaputtalismus festzuklammern, und irgendwelche Sündenböcke für dessen Absturz zu finden, die man quälen und ermorden kann in der Hoffnung, die Maschine etwas länger betreiben zu können.
Was wir jetzt eigentlich bräuchten, wäre ein global koordiniertes Notstandsprogramm, um von dem Pfad wegzukommen, wo der Kollaps des Industriezeitalters ein steiler apokalyptischer Absturz wird, und stattdessen möglichst viel simple, robuste, haltbare, reparable, dezentral einsetzbare Technologie zu produzieren und weltweit zu verteilen, damit der Kollaps die Gestalt eines langsamen Niedergangs annimmt, der sich über die kommenden Jahrhunderte hinzieht.