Vernunft verliert Wahlen

Es ist so etwas wie politischer Konsens, welche Tabus und Themen nicht angegriffen werden dürfen, weil „Der Wähler das nicht will.“ Doch der abgefragte Wille ist in sich oft widersprüchlich und oft auch bizarr. Es kommt einfach auf die Fragestellung an. So wird jeder auf die Frage, ob er gerne Steuern zahlt, verneinen. Gleichzeitig wird er aber einfordern, dass so viel wie möglich aus den öffentlichen Töpfen zu finanzieren sei und selbstverständlich müssen Infrastruktur, Gesundheitsweisen, Schulen und der ganze Rest funktionieren. Der scheinbare Widerspruch beim Wählerwillen (wobei ich überzeugt davon bin, dass auch die Bewohner dieses Landes die nicht wählen dürfen genau gleich ticken) führt zu der paradoxen Situation, dass politische Programme und Äußerungen einzelner Vertreter von Parteien einer permanenten Prüfung unterzogen werden: nur ja nicht dem Wählerwillen und schon gar nicht dem Gefühl der vermeintlichen Mehrheit widersprechen. Das ist eine Bankrotterklärung gegenüber der Lernfähigkeit des Bürgers. Eigentlich sogar eine Missachtung und Geringschätzung des selben. Zuerst wird es nicht ordentlich erklärt und dann hält man das Publikum für zu dumm.  […]

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