Wir haben beim ZDF-Fernsehrat eine Programmbeschwerde gegen die Doku „Am Puls mit Sarah Tacke – System Bürgergeld: Leben ohne Leistung?“ eingereicht.

Die Sendung arbeitet aus unserer Sicht mit drastischen Einzelfällen, fehlender Einordnung und mehrfachen pauschalisierenden negativen Zuschreibungen gegenüber Bürgergeldbeziehenden.

Zentrale Kritikpunkte aus unserer Beschwerde:

🚩 Sozialleistungsbetrug wird verzerrt dargestellt 

🚩 Erkrankungen werden bagatellisiert

🚩 Begrifflichkeiten werden vermischt und falsch angewendet

🚩 Migration und Sozialleistungsmissbrauch wird problematisch und unbelegt verknüpft

🚩 Fehlende Ausgewogenheit

Nach unserer Auffassung wird damit der Anspruch an sachliche, ausgewogene, diskriminierungsfreie und sorgfältige Berichterstattung, wozu der Öffentlich Rechtliche Rundfunk verpflichtet ist, nicht erfüllt.

Jetzt ist das ZDF gefragt, sich mit der Kritik auseinanderzusetzen.

💥Teilt diesen Post und helft uns dabei, auf das ZDF Druck auszuüben. Wir dürfen uns so eine Berichterstattung nicht gefallen lassen!

Hier könnt ihr die ganze beschwerde lesen: https://sanktionsfrei.de/programmbeschwerde

@helenasteinhaus Ich ärgere mich schon lange über die Berichterstattung in vielen Medien, die ich anekdotisch nenne. Offensichtlich wird auf Journalistenschulen gelehret,egal welche Themen mit Beispielen zu starten, zu illustrieren etc. Offenbar wird Zuschauer nicht zugetraut, Fakten in Statistiken oder Umfragen zu begreifen und zu bewerten. Und über den Beispielen wird dann das große Ganze vergessen.

@mouchi @helenasteinhaus

Personalisieren und Geschichten erzählen, wird seit mind. 30 Jahren als Zukunft des Journalismus beschworen und ist sein Untergang.

Analyse geht an Beispielen nicht. Es geht um Strukturen und nicht um Menschen. Menschen sind nur anekdotische Evidenz.

@andreas_tengicki @mouchi @helenasteinhaus

Ich denke das erfaßt das Problem nicht ganz. Für viele Menschen muß ich (auch) eine Geschichte, die sich an Personen, an Beispielen festmacht, erzählen. Rein auf Zahlen setzen erfordert zu viel Abstraktion.

Aber _wenn_ ich eine Geschichte erzähle, bin ich auch dafür verantwortlich, was da beim Gegenüber ankommt. Ich muß sicherstellen, daß das Bild der Situation (den Zahlen, Forschungsstand, Tatsachen) entspricht, die Breite vermitteln, einordnen. Und das ist hohe Kunst, das ist aufwändig, da kann ich nicht einfach irgendwem ein Mikro hinhalten und das Ergebnis klickbait-fähig zusammenschneiden.

Und ausführlich Extrembeispiele zeigen und dann einen Soziologie-Prof sagen lassen, daß man das differenziert betrachten müsse, reicht da nicht.