Einer der unangenehmsten Apekte aus meinem Leben mit ME/CFS ist, wie sehr mein Leben "auf Kante genäht" ist, wie fragil alle Pläne sind und wie wenig passieren muss, um enormen Schaden anzurichten.

Wenn man mein "Energiebudget" mit dem Regelsatz vergleichen würde, wäre es so, als wäre der Regelsatz schon deutlich geringer und als hätten Mitarbeitende in Jobcenter oder Sozialamt auch noch legalen "Ermessensspielraum", den Regelsatz in Einzelfällen vorübergehend oder permanent zu kürzen.

1/

Ich will die Höhe des Regelsatzes nicht verharmlosen, aber wenn ich vergleiche, wie viel ich mir finanziell leisten kann und wie viel an Belastungen und Tätigkeiten, gibt es doch einen Bereich, in dem ich mit Abstand deutlich ärmer bin.

Was passiert, wenn man nicht genug Geld hat, um sich Lebensmittel zu kaufen, können sich die meisten noch relativ gut vorstellen.
Bei einem Mangel an Energie scheint das deutlich anders auszusehen.
Ich glaube, viele wollen es sich auch nicht vorstellen.

2/

Man lässt uns bewusst verelenden.
Manche von uns sogar sterben.

Ich deute nur an, unter welchen Umständen ich lebe, erzähle nur selten davon, wie ich mich ernähre, welche Teile meiner Wohnung ich schon wie lange nicht geputzt habe, wie lange ich schon kein Pfand oder Altglas weggebracht habe, was ich alles schon wie lange aufschiebe, weil ich einfach nicht die Energie dafür habe.

Weil ich es mir "nicht leisten kann".

3/

@hauchvonstaub

Hast Du ein Umfeld, was mal bei irgendwas davon helfen kann?

@_rya_
Bei wirklichen Notfällen schon, aber ansonsten nicht.

Wäre mir aktuell aber auch zu viel Stress, wenn jemand versuchen würde, mir zu helfen.